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		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Ursprache''' wird eine meist hypothetische, rekonstruierte Sprache bezeichnet, aus welcher miteinander verwandte Tochtersprachen hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Synonyme==&lt;br /&gt;
Grundsprache, Proto-Sprache, Elternsprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Polyseme==&lt;br /&gt;
Vereinzelt wird mit dem Begriff ''Ursprache'' auch eine in Monogenese entstandene Weltursprache (engl. ''proto-human'', ''proto-world'', ''proto-sapiens'') bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kommentare==&lt;br /&gt;
Das Konzept der Ursprache geht maßgeblich auf William Jones zurück. Aufbauend auf insbesondere morphologischen Ähnlichkeiten postulierte er 1786 in einem Vortrag eine gemeinsame Ursprungssprache für [[Sanskrit]], [[Griechisch]] und [[Latein]], von welcher darüber hinaus [[Gotisch]], die keltischen Sprachen und Alt-Persisch abstammen sollten (Jones 1807: 34-35). Die so erstmals beschriebene Sprachfamilie erhielt später den Namen [[Indogermanisch|''Indo-Europäisch'']] bzw. ''Indo-Germanisch'', ihre Ursprache wird als [[Urindogermanisch|''Urindogermanisch'']] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie alle Sprachen unterliegen auch Ursprachen, soweit sie tatsächlich gesprochen wurden, Sprachwandelprozessen und somit der Herausbildung von Dialekten, was sich im Rahmen der [[Rekonstruktion]] jedoch nicht darstellen lässt. Bei weiterer Differenzierung entwickeln sich diese zu unterschiedliche Sprachen. Die Beziehung zwischen einer Ursprache und den aus ihr hervorgegangenen Sprachen wird häufig durch Verwandtschaftsbeziehungen ausgedrückt, indem die Ursprache als ''Elternsprache'' (engl. ''mother language'', die deutsche Übersetzung ''Muttersprache'' ist unüblich, da so i.d.R. die L1-Sprache bezeichnet wird) dient, die aus ihr hervorgegangenen Sprachen als ''Tochtersprachen'' (engl. ''daughter language'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an die Evolutionsbiologie bildet eine Ursprache mit den aus ihr hervorgegangenen Sprachen eine [[Sprachfamilie]] (auch ''genetische Einheit''), wobei die Tochtersprachen ihrerseits Elternsprache für einen Zweig innerhalb der Sprachfamilie werden können. Dies wird etwa am Beispiel des [[Germanisch|Germanischen]] deutlich: Als Tochtersprache des Urindogermanischen entwickelten sich daraus die Tochtersprachen [[Westgermanisch|West-]], [[Nordgermanisch|Nord-]] und [[Ostgermanisch]] als Vorläufer moderner Sprachen wie [[Deutsch]], [[Schwedisch]] oder des ausgestorbenen Gotisch. Germanisch sowie West-, Nord- und Ostgermanisch sind demzufolge jeweils sowohl Eltern- als auch Tochtersprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Stammbaum germanische Sprachen.png|1000px|thumb|center|Vereinfachte Darstellung des Stammbaums der germanischen Sprachen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sprachgeschichtlich spät einsetzende Schriftlichkeit sind Ursprachen regelmäßig nicht bezeugt. Mittels vergleichender Methode konnten Aspekte verschiedener Ursprachen jedoch rekonstruiert werden. Neben dem Urindogermanischen sind etwa das mittelamerikanische [[Ur-Maya]], [[Ur-Austronesisch]] (Ursprache etwa der Sprachen Polynesiens) oder [[Uralisch]] (Ursprache u.a. des Finnischen und Ungarischen) zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
[[Sprachfamilie]], [[Sprachwandel]], [[Lautwandel]], [[Rekonstruktion]], [[Urindogermanisch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Andere Sprachen==&lt;br /&gt;
engl. [[Proto-language]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle. 2013. ''Historical Linguistics: An Introduction''. 3. Auflage. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle &amp;amp; Mauricio J. Mixco. 2007. ''A Glossary of Historical Linguistics''. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Carling, Gerd. 2019. ''Mouton Atlas of Languages and Culture: Vol. 1 Europe and West, Central, and South Asia''. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Crowley, Terry. 1992. ''An Introduction to Historical Linguistics''. 2. Auflage. Auckland, New York: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
* Hock, Hans Heinrich &amp;amp; Brian D. Joseph. 2019. ''Language History, Language Change and Language Relationship: An Introduction to Historical and Comparative Linguistics''. 3. Auflage. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Jones, Sir William. 1807 . The third anniversary discourse, on the Hindus. In: Teignmouth, Lord (ed.). ''The works of Sir William Jones with the Life of the Author. Bd. 3''. London: John Stockdale/John Walker, 24-46.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: picture included&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Ursprache''' wird eine meist hypothetische, rekonstruierte Sprache bezeichnet, aus welcher miteinander verwandte Tochtersprachen hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Synonyme==&lt;br /&gt;
Grundsprache, Proto-Sprache, Elternsprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Polyseme==&lt;br /&gt;
Vereinzelt wird mit dem Begriff ''Ursprache'' auch eine in Monogenese entstandene Weltursprache (engl. ''proto-human'', ''proto-world'', ''proto-sapiens'') bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kommentare==&lt;br /&gt;
Das Konzept der Ursprache geht maßgeblich auf William Jones zurück. Aufbauend auf insbesondere morphologischen Ähnlichkeiten postulierte er 1786 in einem Vortrag eine gemeinsame Ursprungssprache für [[Sanskrit]], [[Griechisch]] und [[Latein]], von welcher darüber hinaus [[Gotisch]], die keltischen Sprachen und Alt-Persisch abstammen sollten (Jones 1807: 34-35). Die so erstmals beschriebene Sprachfamilie erhielt später den Namen [[Indogermanisch|''Indo-Europäisch'']] bzw. ''Indo-Germanisch'', ihre Ursprache wird als [[Urindogermanisch|''Urindogermanisch'']] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie alle Sprachen unterliegen auch Ursprachen, soweit sie tatsächlich gesprochen wurden, Sprachwandelprozessen und somit der Herausbildung von Dialekten, was sich im Rahmen der [[Rekonstruktion]] jedoch nicht darstellen lässt. Bei weiterer Differenzierung entwickeln sich diese zu unterschiedliche Sprachen. Die Beziehung zwischen einer Ursprache und den aus ihr hervorgegangenen Sprachen wird häufig durch Verwandtschaftsbeziehungen ausgedrückt, indem die Ursprache als ''Elternsprache'' (engl. ''mother language'', die deutsche Übersetzung ''Muttersprache'' ist unüblich, da so i.d.R. die L1-Sprache bezeichnet wird) dient, die aus ihr hervorgegangenen Sprachen als ''Tochtersprachen'' (engl. ''daughter language'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an die Evolutionsbiologie bildet eine Ursprache mit den aus ihr hervorgegangenen Sprachen eine [[Sprachfamilie]] (auch ''genetische Einheit''), wobei die Tochtersprachen ihrerseits Elternsprache für einen Zweig innerhalb der Sprachfamilie werden können. Dies wird etwa am Beispiel des [[Germanisch|Germanischen]] deutlich: Als Tochtersprache des Urindogermanischen entwickelten sich daraus die Tochtersprachen [[Westgermanisch|West-]], [[Nordgermanisch|Nord-]] und [[Ostgermanisch]] als Vorläufer moderner Sprachen wie [[Deutsch]], [[Schwedisch]] oder des ausgestorbenen Gotisch. Germanisch sowie West-, Nord- und Ostgermanisch sind demzufolge jeweils sowohl Eltern- als auch Tochtersprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Stammbaum germanische Sprachen.png|700px|thumb|center|Vereinfachte Darstellung des Stammbaums der germanischen Sprachen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sprachgeschichtlich spät einsetzende Schriftlichkeit sind Ursprachen regelmäßig nicht bezeugt. Mittels vergleichender Methode konnten Aspekte verschiedener Ursprachen jedoch rekonstruiert werden. Neben dem Urindogermanischen sind etwa das mittelamerikanische [[Ur-Maya]], [[Ur-Austronesisch]] (Ursprache etwa der Sprachen Polynesiens) oder [[Uralisch]] (Ursprache u.a. des Finnischen und Ungarischen) zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
[[Sprachfamilie]], [[Sprachwandel]], [[Lautwandel]], [[Rekonstruktion]], [[Urindogermanisch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Andere Sprachen==&lt;br /&gt;
engl. [[Proto-language]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle. 2013. ''Historical Linguistics: An Introduction''. 3. Auflage. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle &amp;amp; Mauricio J. Mixco. 2007. ''A Glossary of Historical Linguistics''. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Carling, Gerd. 2019. ''Mouton Atlas of Languages and Culture: Vol. 1 Europe and West, Central, and South Asia''. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Crowley, Terry. 1992. ''An Introduction to Historical Linguistics''. 2. Auflage. Auckland, New York: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
* Hock, Hans Heinrich &amp;amp; Brian D. Joseph. 2019. ''Language History, Language Change and Language Relationship: An Introduction to Historical and Comparative Linguistics''. 3. Auflage. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Jones, Sir William. 1807 . The third anniversary discourse, on the Hindus. In: Teignmouth, Lord (ed.). ''The works of Sir William Jones with the Life of the Author. Bd. 3''. London: John Stockdale/John Walker, 24-46.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: test&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Ursprache''' wird eine meist hypothetische, rekonstruierte Sprache bezeichnet, aus welcher miteinander verwandte Tochtersprachen hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Synonyme==&lt;br /&gt;
Grundsprache, Proto-Sprache, Elternsprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Polyseme==&lt;br /&gt;
Vereinzelt wird mit dem Begriff ''Ursprache'' auch eine in Monogenese entstandene Weltursprache (engl. ''proto-human'', ''proto-world'', ''proto-sapiens'') bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kommentare==&lt;br /&gt;
Das Konzept der Ursprache geht maßgeblich auf William Jones zurück. Aufbauend auf insbesondere morphologischen Ähnlichkeiten postulierte er 1786 in einem Vortrag eine gemeinsame Ursprungssprache für [[Sanskrit]], [[Griechisch]] und [[Latein]], von welcher darüber hinaus [[Gotisch]], die keltischen Sprachen und Alt-Persisch abstammen sollten (Jones 1807: 34-35). Die so erstmals beschriebene Sprachfamilie erhielt später den Namen [[Indogermanisch|''Indo-Europäisch'']] bzw. ''Indo-Germanisch'', ihre Ursprache wird als [[Urindogermanisch|''Urindogermanisch'']] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie alle Sprachen unterliegen auch Ursprachen, soweit sie tatsächlich gesprochen wurden, Sprachwandelprozessen und somit der Herausbildung von Dialekten, was sich im Rahmen der [[Rekonstruktion]] jedoch nicht darstellen lässt. Bei weiterer Differenzierung entwickeln sich diese zu unterschiedliche Sprachen. Die Beziehung zwischen einer Ursprache und den aus ihr hervorgegangenen Sprachen wird häufig durch Verwandtschaftsbeziehungen ausgedrückt, indem die Ursprache als ''Elternsprache'' (engl. ''mother language'', die deutsche Übersetzung ''Muttersprache'' ist unüblich, da so i.d.R. die L1-Sprache bezeichnet wird) dient, die aus ihr hervorgegangenen Sprachen als ''Tochtersprachen'' (engl. ''daughter language'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an die Evolutionsbiologie bildet eine Ursprache mit den aus ihr hervorgegangenen Sprachen eine [[Sprachfamilie]] (auch ''genetische Einheit''), wobei die Tochtersprachen ihrerseits Elternsprache für einen Zweig innerhalb der Sprachfamilie werden können. Dies wird etwa am Beispiel des [[Germanisch|Germanischen]] deutlich: Als Tochtersprache des Urindogermanischen entwickelten sich daraus die Tochtersprachen [[Westgermanisch|West-]], [[Nordgermanisch|Nord-]] und [[Ostgermanisch]] als Vorläufer moderner Sprachen wie [[Deutsch]], [[Schwedisch]] oder des ausgestorbenen Gotisch. Germanisch sowie West-, Nord- und Ostgermanisch sind demzufolge jeweils sowohl Eltern- als auch Tochtersprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Stammbaum germanische Sprachen.png|thumb|Vereinfachte Darstellung des Stammbaums der germanischen Sprachen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:germanisch.png|1000px|thumb|center|Germanische Sprachen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Stammbaum germanische Sprachen.png|1000px|thumb|center|Vereinfachte Darstellung des Stammbaums der germanischen Sprachen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sprachgeschichtlich spät einsetzende Schriftlichkeit sind Ursprachen regelmäßig nicht bezeugt. Mittels vergleichender Methode konnten Aspekte verschiedener Ursprachen jedoch rekonstruiert werden. Neben dem Urindogermanischen sind etwa das mittelamerikanische [[Ur-Maya]], [[Ur-Austronesisch]] (Ursprache etwa der Sprachen Polynesiens) oder [[Uralisch]] (Ursprache u.a. des Finnischen und Ungarischen) zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
[[Sprachfamilie]], [[Sprachwandel]], [[Lautwandel]], [[Rekonstruktion]], [[Urindogermanisch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Andere Sprachen==&lt;br /&gt;
engl. [[Proto-language]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle. 2013. ''Historical Linguistics: An Introduction''. 3. Auflage. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle &amp;amp; Mauricio J. Mixco. 2007. ''A Glossary of Historical Linguistics''. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Carling, Gerd. 2019. ''Mouton Atlas of Languages and Culture: Vol. 1 Europe and West, Central, and South Asia''. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Crowley, Terry. 1992. ''An Introduction to Historical Linguistics''. 2. Auflage. Auckland, New York: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
* Hock, Hans Heinrich &amp;amp; Brian D. Joseph. 2019. ''Language History, Language Change and Language Relationship: An Introduction to Historical and Comparative Linguistics''. 3. Auflage. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Jones, Sir William. 1807 . The third anniversary discourse, on the Hindus. In: Teignmouth, Lord (ed.). ''The works of Sir William Jones with the Life of the Author. Bd. 3''. London: John Stockdale/John Walker, 24-46.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: minor changes&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Ursprache''' wird eine meist hypothetische, rekonstruierte Sprache bezeichnet, aus welcher miteinander verwandte Tochtersprachen hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Synonyme==&lt;br /&gt;
Grundsprache, Proto-Sprache, Elternsprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Polyseme==&lt;br /&gt;
Vereinzelt wird mit dem Begriff ''Ursprache'' auch eine in Monogenese entstandene Weltursprache (engl. ''proto-human'', ''proto-world'', ''proto-sapiens'') bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kommentare==&lt;br /&gt;
Das Konzept der Ursprache geht maßgeblich auf William Jones zurück. Aufbauend auf insbesondere morphologischen Ähnlichkeiten postulierte er 1786 in einem Vortrag eine gemeinsame Ursprungssprache für [[Sanskrit]], [[Griechisch]] und [[Latein]], von welcher darüber hinaus [[Gotisch]], die keltischen Sprachen und Alt-Persisch abstammen sollten (Jones 1807: 34-35). Die so erstmals beschriebene Sprachfamilie erhielt später den Namen [[Indogermanisch|''Indo-Europäisch'']] bzw. ''Indo-Germanisch'', ihre Ursprache wird als [[Urindogermanisch|''Urindogermanisch'']] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie alle Sprachen unterliegen auch Ursprachen, soweit sie tatsächlich gesprochen wurden, Sprachwandelprozessen und somit der Herausbildung von Dialekten, was sich im Rahmen der [[Rekonstruktion]] jedoch nicht darstellen lässt. Bei weiterer Differenzierung entwickeln sich diese zu unterschiedliche Sprachen. Die Beziehung zwischen einer Ursprache und den aus ihr hervorgegangenen Sprachen wird häufig durch Verwandtschaftsbeziehungen ausgedrückt, indem die Ursprache als ''Elternsprache'' (engl. ''mother language'', die deutsche Übersetzung ''Muttersprache'' ist unüblich, da so i.d.R. die L1-Sprache bezeichnet wird) dient, die aus ihr hervorgegangenen Sprachen als ''Tochtersprachen'' (engl. ''daughter language'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an die Evolutionsbiologie bildet eine Ursprache mit den aus ihr hervorgegangenen Sprachen eine [[Sprachfamilie]] (auch ''genetische Einheit''), wobei die Tochtersprachen ihrerseits Elternsprache für einen Zweig innerhalb der Sprachfamilie werden können. Dies wird etwa am Beispiel des [[Germanisch|Germanischen]] deutlich: Als Tochtersprache des Urindogermanischen entwickelten sich daraus die Tochtersprachen [[Westgermanisch|West-]], [[Nordgermanisch|Nord-]] und [[Ostgermanisch]] als Vorläufer moderner Sprachen wie [[Deutsch]], [[Schwedisch]] oder des ausgestorbenen Gotisch. Germanisch sowie West-, Nord- und Ostgermanisch sind demzufolge jeweils sowohl Eltern- als auch Tochtersprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Stammbaum germanische Sprachen.png|thumb|Vereinfachte Darstellung des Stammbaums der germanischen Sprachen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sprachgeschichtlich spät einsetzende Schriftlichkeit sind Ursprachen regelmäßig nicht bezeugt. Mittels vergleichender Methode konnten Aspekte verschiedener Ursprachen jedoch rekonstruiert werden. Neben dem Urindogermanischen sind etwa das mittelamerikanische [[Ur-Maya]], [[Ur-Austronesisch]] (Ursprache etwa der Sprachen Polynesiens) oder [[Uralisch]] (Ursprache u.a. des Finnischen und Ungarischen) zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
[[Sprachfamilie]], [[Sprachwandel]], [[Lautwandel]], [[Rekonstruktion]], [[Urindogermanisch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Andere Sprachen==&lt;br /&gt;
engl. [[Proto-language]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle. 2013. ''Historical Linguistics: An Introduction''. 3. Auflage. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle &amp;amp; Mauricio J. Mixco. 2007. ''A Glossary of Historical Linguistics''. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Carling, Gerd. 2019. ''Mouton Atlas of Languages and Culture: Vol. 1 Europe and West, Central, and South Asia''. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Crowley, Terry. 1992. ''An Introduction to Historical Linguistics''. 2. Auflage. Auckland, New York: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
* Hock, Hans Heinrich &amp;amp; Brian D. Joseph. 2019. ''Language History, Language Change and Language Relationship: An Introduction to Historical and Comparative Linguistics''. 3. Auflage. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Jones, Sir William. 1807 . The third anniversary discourse, on the Hindus. In: Teignmouth, Lord (ed.). ''The works of Sir William Jones with the Life of the Author. Bd. 3''. London: John Stockdale/John Walker, 24-46.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Ursprache</title>
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		<updated>2023-03-22T14:20:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: minor changes&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Als '''Ursprache''' wird eine meist hypothetische, rekonstruierte Sprache bezeichnet, aus welcher miteinander verwandte Tochtersprachen hervorgegangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Synonyme==&lt;br /&gt;
Grundsprache, Proto-Sprache, Elternsprache&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Polyseme==&lt;br /&gt;
Vereinzelt wird mit dem Begriff ''Ursprache'' auch eine in Monogenese entstandene Weltursprache (engl. ''proto-human'', ''proto-world'', ''proto-sapiens'') bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kommentare==&lt;br /&gt;
Das Konzept der Ursprache geht maßgeblich auf William Jones zurück. Aufbauend auf insbesondere morphologischen Ähnlichkeiten postulierte er 1786 in einem Vortrag eine gemeinsame Ursprungssprache für [[Sanskrit]], [[Griechisch]] und [[Latein]], von welcher darüber hinaus [[Gotisch]], die keltischen Sprachen und Alt-Persisch abstammen sollten (Jones 1807: 34-35). Die so erstmals beschriebene Sprachfamilie erhielt später den Namen [[Indogermanisch|''Indo-Europäisch'']] bzw. ''Indo-Germanisch'', ihre Ursprache wird als [[Urindogermanisch|''Urindogermanisch'']] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie alle Sprachen unterliegen auch Ursprachen, soweit sie tatsächlich gesprochen wurden, Sprachwandelprozessen und somit der Herausbildung von Dialekten, was sich im Rahmen der [[Rekonstruktion]] jedoch nicht darstellen lässt. Bei weiterer Differenzierung entwickeln sich diese zu unterschiedliche Sprachen. Die Beziehung zwischen einer Ursprache und den aus ihr hervorgegangenen Sprachen wird häufig durch Verwandtschaftsbeziehungen ausgedrückt, indem die Ursprache als ''Elternsprache'' (engl. ''mother language'', die deutsche Übersetzung ''Muttersprache'' ist unüblich, da so i.d.R. die L1-Sprache bezeichnet wird) dient, die aus ihr hervorgegangenen Sprachen als ''Tochtersprachen'' (engl. ''daughter language'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an die Evolutionsbiologie bildet eine Ursprache mit den aus ihr hervorgegangenen Sprachen eine [[Sprachfamilie]] (auch ''genetische Einheit''), wobei die Tochtersprachen ihrerseits Elternsprache für einen Zweig innerhalb der Sprachfamilie werden können. Dies wird etwa am Beispiel des [[Germanisch|Germanischen]] deutlich: Als Tochtersprache des Urindogermanischen entwickelten sich daraus die Tochtersprachen [[Westgermanisch|West-]], [[Nordgermanisch|Nord-]] und [[Ostgermanisch]] als Vorläufer moderner Sprachen wie [[Deutsch]], [[Schwedisch]] oder des ausgestorbenen Gotisch. Germanisch sowie West-, Nord- und Ostgermanisch sind demzufolge jeweils sowohl Eltern- als auch Tochtersprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Stammbaum germanische Sprachen.png|thumb|Vereinfachte Darstellung des Stammbaums der germanischen Sprachen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die sprachgeschichtlich spät einsetzende Schriftlichkeit sind Ursprachen regelmäßig nicht bezeugt. Mittels vergleichender Methode konnten Aspekte verschiedener Ursprachen jedoch rekonstruiert werden. Neben dem Urindogermanischen sind etwa das mittelamerikanische [[Ur-Maya]], [[Ur-Austronesisch]] (Ursprache etwa der Sprachen Polynesiens) oder [[Uralisch]] (Ursprache u.a. des Finnischen und Ungarischen) zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
[[Sprachfamilie]], [[Sprachwandel]], [[Lautwandel]], [[Rekonstruktion]], [[Urindogermanisch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Andere Sprachen==&lt;br /&gt;
engl. [[Proto-language]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle. 2013. ''Historical Linguistics: An Introduction''. 3. Auflage. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Campbell, Lyle &amp;amp; Mauricio J. Mixco. 2007. ''A Glossary of Historical Linguistics''. Edinburgh: Edinburgh University Press.&lt;br /&gt;
* Carling, Gerd. 2019. ''Mouton Atlas of Languages and Culture: Vol. 1 Europe and West, Central, and South Asia''. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Crowley, Terry. 1992. ''An Introduction to Historical Linguistics''. 2. Auflage. Auckland, New York: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
* Hock, Hans Heinrich &amp;amp; Brian D. Joseph. 2019. ''Language History, Language Change and Language Relationship: An Introduction to Historical and Comparative Linguistics''. 3. Auflage. Berlin, Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Jones, Sir William. 1807 . The third anniversary discourse, on the Hindus. In: Teignmouth, Lord (ed.). ''The works of Sir William Jones with the Life of the Author. Bd. 3''. London: John Stockdale/John Walker, 24-46.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Kreolsprache&amp;diff=17935</id>
		<title>Kreolsprache</title>
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		<updated>2023-03-22T13:45:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: minor changes&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Synonyme und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreol, Kreolsprache, engl. ''creole'', frz. ''créole''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreolsprachen sind im Zuge der Kolonialexpansion aus verschiedenen Sprachen entstandene Kontaktsprachen, die häufig bestimmte grammatische Merkmale (insbesondere auf der Ebene [[Morphosyntax]]) gemeinsam haben, während ihr Wortschatz größtenteils auf die Sprache der Kolonisatoren (Lexifier-Sprache) zurückzuführen ist (vgl. Patzelt 2014: 677).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige spanisch-basierte Kreolsprachen (d.h. mit Spanisch als Lexifier-Sprache) sind das [[Chabacano]] auf den Philippinen, das [[Palenquero]] in Teilen Kolumbiens und das iberoromanisch-basierte [[Papiamentu]] auf den niederländischen Antillen (vgl. Eckkramer 2013: 51). Bei den französisch-basierten Kreolsprachen lassen sich zwei große Gebiete unterscheiden: die Karibik mit den Kreolsprachen auf Haiti, den Kleinen Antillen und in Louisiana (USA) sowie der indische Ozean mit den Kreolsprachen auf den Seychellen, Réunion und Mauritius. Das [[Haitianisch]]e bildet mit 7 Millionen Sprecher:innen die größte Kreolsprecher:innengemeinschaft weltweit (vgl. Bollée 2002: 130). Ebenso sind Englisch, Portugiesisch und Niederländisch häufige Lexifier, aus denen sich Kreolsprachen entwickelt haben. Einen Überblick über die verschiedenen Kreolsprachen der Welt sowie ihre grammatischen Merkmale bietet der ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures'' ([https://apics-online.info APiCS]) (vgl. Haspelmath u.a. 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grammatische Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für zahlreiche Kreolsprachen (unabhängig vom Lexifier) ist das Vorhandensein bestimmter grammatischer Merkmale. Dazu gehören der Ausdruck der Kategorien [[Tempus]], [[Modus]] und [[Aspekt]] durch (oft präverbale) Partikeln (sog. TAM-Marker), die kaum vorhandene flexionale Affigierung sowie die Satzgliedstellung Subjekt-Prädikat-Objekt (vgl. Mutz 2017: 40, Patzelt 2014: 677). Im nachfolgenden haitianischen Beispiel (1) (nach Fattier 2013) wird der imperfektive Aspekt durch den Marker ''ap'' und das Tempus Futur durch den Marker ''va'' angezeigt. Die Verben ''manje'', ''fini'' und ''ale'' tragen keine Flexionsaffixe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 (1) M     ap   manje lè   m     fini    m     va   ale.&lt;br /&gt;
     1.SG  IPFV essen wenn 1.SG  beenden 1.SG  FUT  gehen&lt;br /&gt;
     ‘Ich esse gerade. Wenn ich fertig bin, werde ich gehen.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hypothesen zur Genese der Kreolsprachen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach der Entstehung der Kreolsprachen ist nicht eindeutig beantwortet. Traditionell wurden Kreolsprachen als grammatisch stark vereinfachte Formen des Lexifiers gesehen, die sich durch Nativisierung eines [[Pidgin]]s (Ein Pidgin ist eine für einen konkreten Zweck bestimmte Kontaktvarietät.) entwickelt haben. Ihre Abgrenzung von anderen Kontaktvarietäten anhand sprachinterner Kriterien ist schwierig, weshalb vor allem der besondere Entstehungskontext der Kolonialisierung und des starken sozialen Gefälles zwischen der dominierenden und der dominierten Gruppe als sprachexternes Kriterium herangezogen wird. Auch ihre typologische Einordnung als Sprache aus der Familie des Lexifiers oder eigener Sprachtyp ist umstritten (vgl. Ludwig 2003: 298). Zur Kreolgenese werden im Wesentlichen die nachfolgenden Ansätze diskutiert, zu denen Mutz (2017) einen Überblick in Bezug auf die französisch-basierten Kreolsprachen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monogenetische Theorien ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den monogenetischen Ansätzen wird davon ausgegangen, dass die Kreolsprachen unterschiedlicher Lexifier aufgrund der strukturellen Ähnlichkeiten auf eine gemeinsame Ursprungssprache zurückgehen. Hierfür käme nach Whinnom ein portugiesisch-basiertes ''Protokreol'' in Frage (vgl. Whinnom 1956). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Substrattheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Substrattheorie nimmt an, dass Kreolsprachen durch [[Relexification|Relexifizierung]] (mit dem Vokabular des Lexifiers) einer (westafrikanischen) [[Substratum|Substratsprache]] entstanden sind. Die grammatischen Strukturen würden größtenteils auf dem Substrat basieren (vgl. Sylvain 1979, Lefebvre 2011: 127). Sylvain beschreibt die Entstehung des Haitianischen durch französische Relexifizierung eines afrikanischen Substrats folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;q&amp;gt;Nous sommes en présence d’un français coulé dans le moule de la syntaxe africaine ou, comme on classe généralement les langues d’après leur parenté syntaxique, d’une langue éwé à vocabulaire français&amp;lt;/q&amp;gt; (Sylvain 1979: 178). (Eigene Übersetzung: &amp;lt;q&amp;gt;Wir haben es hier mit einem in die Form der afrikanischen Syntax gegossenen Französisch zu tun, oder, da man Sprachen allgemein nach ihrer syntaktischen Verwandtschaft klassifiziert, mit einer Ewe-Sprache mit französischem Vokabular.&amp;lt;/q&amp;gt;)&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polygenetische Theorien / Superstrattheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die polygenetischen Ansätze nehmen an, dass Kreolsprachen nicht nur im Wortschatz, sondern auch in der Grammatik zu großen Teilen auf die Sprache der dominierenden Gruppe (= [[Superstratum|Superstratsprache]]) zurückzuführen sind. Chaudenson unterscheidet dabei zwei Phasen der Kreolisierung (in Bezug auf französisch-basierte Kreolsprachen im indischen Ozean): In der ersten Phase (''société d’habitation''/Wohngemeinschaft) ist die Zahl der Arbeiter (zumeist Sklaven) und Kolonisatoren ausgeglichen, sodass die Sklaven direkten Zugang zur dominierenden Sprache erhalten. In der zweiten Phase (''société de plantation''/Plantagengesellschaft) kommen viel mehr neue Sklaven für die Arbeit auf den Plantagen an, sodass sie den Kolonisatoren zahlenmäßig überlegen sind. Das hat zur Folge, dass die neu Ankommenden keinen direkten Zugang zur dominierenden Sprache haben, sondern v.a. zu den Lernervarietäten der Sklaven aus Phase 1. Sie bilden neue Approximationen des Lexifiers, welche ihre in den Kolonien geborenen Kinder als Muttersprache erwerben. Ein zentraler Punkt von Chaudensons Theorie ist, dass es somit keinen Bruch in der Weitergabe des Lexifiers und kein Pidgin-Stadium gibt (vgl. Chaudenson 1992).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Universalientheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Universalien-Theorie geht davon aus, dass universelle Mechanismen des Zweitspracherwerbs bei der Kreolgenese wirken und erklärt dadurch die strukturellen Ähnlichkeiten von Kreolsprachen unterschiedlicher Lexifier. Bickerton stellt auf Grundlage des Hawaiianischen die Theorie eines angeborenen ''Language Bioprogram'' auf, mit dem die Kinder der Sklaven das ihnen dargebotene Pidgin beim Erstspracherwerb zu einer komplexen Muttersprache umgebaut haben sollen (vgl. Bickerton 2016).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Atlas of Pidgin and Creole Language Structures (APiCS): https://apics-online.info (vgl. Haspelmath u.a. 2013)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bickerton, Derek. 2016. ''Roots of Language''. Berlin: Language Science Press. https://doi.org/10.26530/OAPEN_603354.&lt;br /&gt;
* Bollée, Annegret. 2002. Pidgin- und Kreolsprachen auf französischer Basis. In Ingo Kolboom, Thomas Kotschi &amp;amp; Edward Reichel (Hrsg.), ''Handbuch Französisch. Sprache, Literatur, Kultur, Gesellschaft. Für Studium, Lehre, Praxis'', 121–127. Berlin: Erich Schmidt Verlag.&lt;br /&gt;
* Chaudenson, Robert. 1992. ''Des îles, des hommes, des langues. Essais sur la créolisation linguistique et culturelle''. Paris: L’Harmattan.&lt;br /&gt;
* Eckkramer, Eva. 2013. Kreolsprache. In Sandra Herling &amp;amp; Carolin Patzelt (Hrsg.), ''Weltsprache Spanisch. Variation, Soziolinguistik und geographische Verbreitung. Handbuch für das Studium der Hispanistik'', 43–56. Stuttgart: ibidem-Verlag.&lt;br /&gt;
* Fattier, Dominique. 2013. Haitian Creole structure dataset. In Martin Haspelmath, Magnus Huber, Philippe Maurer &amp;amp; Susanne Michaelis (Hrsg.), ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures Online''. https://apics-online.info/contributions/49 (Zugriff: 27.12.2022). Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology.&lt;br /&gt;
* Haspelmath, Martin, Magnus Huber, Philippe Maurer &amp;amp; Susanne Michaelis. 2013. ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures Online''. https://apics-online.info (Zugriff: 27.12.2022). Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology.&lt;br /&gt;
* Lefèbvre, Claire. 2011. ''Creoles, their substrates and language typology''. Amsterdam: Benjamin.&lt;br /&gt;
* Ludwig, Ralph. 2003. Geschichte der Reflexion über die romanischen Sprachen: Kreolsprachen. In Gerhard Ernst, Martin-Dietriich Gleßgen, Ralph Ludwig, Christian Schmitt &amp;amp; Wolfgang Schweickard (Hrsg.), ''Romanische Sprachgeschichte'', 297–309. Berlin/NewYork: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Mutz, Katrin. 2017. Aktuelle Forschungsfragen der Kreolistik. In Peter Stein (Hrsg.), ''Kreolisch und Französisch'', 26–53. Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Patzelt, Carolin. 2014. Les langues creoles à base française. In Johannes Kramer, Andre Klump &amp;amp; Aline Willems (Hrsg.), ''Manuel des langues romanes'', 677–700. Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Sylvain, Suzanne. 1979. ''Le créole haïtien. Morphologie et syntaxe''. Genf: Slatkine Reprints.&lt;br /&gt;
* Whinnom, Keith. 1956. ''Spanish Contact Vernaculars in the Philippine Islands''. Hong Kong: Hong Kong University Press.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Kreolsprache&amp;diff=17934</id>
		<title>Kreolsprache</title>
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		<updated>2023-03-22T13:38:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: einige Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Synonyme und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreol, Kreolsprache, engl. ''creole'', frz. ''créole''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreolsprachen sind im Zuge der Kolonialexpansion aus verschiedenen Sprachen entstandene Kontaktsprachen, die häufig bestimmte grammatische Merkmale (insbesondere auf der Ebene [[Morphosyntax]]) gemeinsam haben, während ihr Wortschatz größtenteils auf die Sprache der Kolonisatoren (Lexifier-Sprache) zurückzuführen ist (vgl. Patzelt 2014: 677).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige spanisch-basierte Kreolsprachen (d.h. mit Spanisch als Lexifier-Sprache) sind das [[Chabacano]] auf den Philippinen, das [[Palenquero]] in Teilen Kolumbiens und das iberoromanisch-basierte [[Papiamentu]] auf den niederländischen Antillen (vgl. Eckkramer 2013: 51). Bei den französisch-basierten Kreolsprachen lassen sich zwei große Gebiete unterscheiden: die Karibik mit den Kreolsprachen auf Haiti, den Kleinen Antillen und in Louisiana (USA) sowie der indische Ozean mit den Kreolsprachen auf den Seychellen, Réunion und Mauritius. Das [[Haitianisch]]e bildet mit 7 Millionen Sprecher:innen die größte Kreolsprecher:innengemeinschaft weltweit (vgl. Bollée 2002: 130). Ebenso sind Englisch, Portugiesisch und Niederländisch häufige Lexifier, aus denen sich Kreolsprachen entwickelt haben. Einen Überblick über die verschiedenen Kreolsprachen der Welt sowie ihre grammatischen Merkmale bietet der ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures'' ([https://apics-online.info APiCS]) (vgl. Haspelmath u.a. 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grammatische Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für zahlreiche Kreolsprachen (unabhängig vom Lexifier) ist das Vorhandensein bestimmter grammatischer Merkmale. Dazu gehören der Ausdruck der Kategorien [[Tempus]], [[Modus]] und [[Aspekt]] durch (oft präverbale) Partikeln (sog. TAM-Marker), die kaum vorhandene flexionale Affigierung sowie die Satzgliedstellung Subjekt-Prädikat-Objekt (vgl. Mutz 2017: 40, Patzelt 2014: 677). Im nachfolgenden haitianischen Beispiel (1) (nach Fattier 2013) wird der imperfektive Aspekt durch den Marker ''ap'' und das Tempus Futur durch den Marker ''va'' angezeigt. Die Verben ''manje'', ''fini'' und ''ale'' tragen keine Flexionsaffixe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 (1) M     ap   manje lè   m     fini    m     va   ale.&lt;br /&gt;
     1.SG IPFV essen wenn 1.SG beenden 1.SG FUT  gehen&lt;br /&gt;
     ‘Ich esse gerade. Wenn ich fertig bin, werde ich gehen.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hypothesen zur Genese der Kreolsprachen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach der Entstehung der Kreolsprachen ist nicht eindeutig beantwortet. Traditionell wurden Kreolsprachen als grammatisch stark vereinfachte Formen des Lexifiers gesehen, die sich durch Nativisierung eines [[Pidgin]]s (Ein Pidgin ist eine für einen konkreten Zweck bestimmte Kontaktvarietät.) entwickelt haben. Ihre Abgrenzung von anderen Kontaktvarietäten anhand sprachinterner Kriterien ist schwierig, weshalb vor allem der besondere Entstehungskontext der Kolonialisierung und des starken sozialen Gefälles zwischen der dominierenden und der dominierten Gruppe als sprachexternes Kriterium herangezogen wird. Auch ihre typologische Einordnung als Sprache aus der Familie des Lexifiers oder eigener Sprachtyp ist umstritten (vgl. Ludwig 2003: 298). Zur Kreolgenese werden im Wesentlichen die nachfolgenden Ansätze diskutiert, zu denen Mutz (2017) einen Überblick in Bezug auf die französisch-basierten Kreolsprachen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monogenetische Theorien ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den monogenetischen Ansätzen wird davon ausgegangen, dass die Kreolsprachen unterschiedlicher Lexifier aufgrund der strukturellen Ähnlichkeiten auf eine gemeinsame Ursprungssprache zurückgehen. Hierfür käme nach Whinnom ein portugiesisch-basiertes ''Protokreol'' in Frage (vgl. Whinnom 1956). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Substrattheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Substrattheorie nimmt an, dass Kreolsprachen durch [[Relexification|Relexifizierung]] (mit dem Vokabular des Lexifiers) einer (westafrikanischen) [[Substratum|Substratsprache]] entstanden sind. Die grammatischen Strukturen würden größtenteils auf dem Substrat basieren (vgl. Sylvain 1979, Lefebvre 2011: 127). Sylvain beschreibt die Entstehung des Haitianischen durch französische Relexifizierung eines afrikanischen Substrats folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;q&amp;gt;Nous sommes en présence d’un français coulé dans le moule de la syntaxe africaine ou, comme on classe généralement les langues d’après leur parenté syntaxique, d’une langue éwé à vocabulaire français&amp;lt;/q&amp;gt; (Sylvain 1979: 178).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;q&amp;gt;Wir haben es hier mit einem in die Form der afrikanischen Syntax gegossenen Französisch zu tun, oder, da man Sprachen allgemein nach ihrer syntaktischen Verwandtschaft klassifiziert, mit einer Ewe-Sprache mit franzöisischem Vokabular&amp;lt;/q&amp;gt; (eigene Übersetzung).&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polygenetische Theorien/Superstrattheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die polygenetischen Ansätze nehmen an, dass Kreolsprachen nicht nur im Wortschatz, sondern auch in der Grammatik zu großen Teilen auf die Sprache der dominierenden Gruppe/[[Superstratum|Superstratsprache]] zurückzuführen sind. Chaudenson unterscheidet dabei zwei Phasen der Kreolisierung (in Bezug auf französisch-basierte Kreolsprachen im indischen Ozean): In der ersten Phase (''société d’habitation''/Wohngemeinschaft) ist die Zahl der Arbeiter (zumeist Sklaven) und Kolonisatoren ausgeglichen, sodass die Sklaven direkten Zugang zur dominierenden Sprache erhalten. In der zweiten Phase (''société de plantation''/Plantagengesellschaft) kommen viel mehr neue Sklaven für die Arbeit auf den Plantagen an, sodass sie den Kolonisatoren zahlenmäßig überlegen sind. Das hat zur Folge, dass die neu Ankommenden keinen direkten Zugang zur dominierenden Sprache haben, sondern v.a. zu den Lernervarietäten der Sklaven aus Phase 1. Sie bilden neue Approximationen des Lexifiers, welche ihre in den Kolonien geborenen Kinder als Muttersprache erwerben. Ein zentraler Punkt von Chaudensons Theorie ist, dass es somit keinen Bruch in der Weitergabe des Lexifiers und kein Pidgin-Stadium gibt (vgl. Chaudenson 1992).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Universalientheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Universalien-Theorie geht davon aus, dass universelle Mechanismen des Zweitspracherwerbs bei der Kreolgenese wirken und erklärt dadurch die strukturellen Ähnlichkeiten von Kreolsprachen unterschiedlicher Lexifier. Bickerton stellt auf Grundlage des Hawaiianischen die Theorie eines angeborenen ''Language Bioprogram'' auf, mit dem die Kinder der Sklaven das ihnen dargebotene Pidgin beim Erstspracherwerb zu einer komplexen Muttersprache umgebaut haben sollen (vgl. Bickerton 2016).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Atlas of Pidgin and Creole Language Structures (APiCS): https://apics-online.info (vgl. Haspelmath u.a. 2013)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bickerton, Derek. 2016. ''Roots of Language''. Berlin: Language Science Press. https://doi.org/10.26530/OAPEN_603354.&lt;br /&gt;
* Bollée, Annegret. 2002. Pidgin- und Kreolsprachen auf französischer Basis. In Ingo Kolboom, Thomas Kotschi &amp;amp; Edward Reichel (Hrsg.), ''Handbuch Französisch. Sprache, Literatur, Kultur, Gesellschaft. Für Studium, Lehre, Praxis'', 121–127. Berlin: Erich Schmidt Verlag.&lt;br /&gt;
* Chaudenson, Robert. 1992. ''Des îles, des hommes, des langues. Essais sur la créolisation linguistique et culturelle''. Paris: L’Harmattan.&lt;br /&gt;
* Eckkramer, Eva. 2013. Kreolsprache. In Sandra Herling &amp;amp; Carolin Patzelt (Hrsg.), ''Weltsprache Spanisch. Variation, Soziolinguistik und geographische Verbreitung. Handbuch für das Studium der Hispanistik'', 43–56. Stuttgart: ibidem-Verlag.&lt;br /&gt;
* Fattier, Dominique. 2013. Haitian Creole structure dataset. In Martin Haspelmath, Magnus Huber, Philippe Maurer &amp;amp; Susanne Michaelis (Hrsg.), ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures Online''. https://apics-online.info/contributions/49 (Zugriff: 27.12.2022). Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology.&lt;br /&gt;
* Haspelmath, Martin, Magnus Huber, Philippe Maurer &amp;amp; Susanne Michaelis. 2013. ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures Online''. https://apics-online.info (Zugriff: 27.12.2022). Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology.&lt;br /&gt;
* Lefèbvre, Claire. 2011. ''Creoles, their substrates and language typology''. Amsterdam: Benjamin.&lt;br /&gt;
* Ludwig, Ralph. 2003. Geschichte der Reflexion über die romanischen Sprachen: Kreolsprachen. In Gerhard Ernst, Martin-Dietriich Gleßgen, Ralph Ludwig, Christian Schmitt &amp;amp; Wolfgang Schweickard (Hrsg.), ''Romanische Sprachgeschichte'', 297–309. Berlin/NewYork: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Mutz, Katrin. 2017. Aktuelle Forschungsfragen der Kreolistik. In Peter Stein (Hrsg.), ''Kreolisch und Französisch'', 26–53. Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Patzelt, Carolin. 2014. Les langues creoles à base française. In Johannes Kramer, Andre Klump &amp;amp; Aline Willems (Hrsg.), ''Manuel des langues romanes'', 677–700. Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Sylvain, Suzanne. 1979. ''Le créole haïtien. Morphologie et syntaxe''. Genf: Slatkine Reprints.&lt;br /&gt;
* Whinnom, Keith. 1956. ''Spanish Contact Vernaculars in the Philippine Islands''. Hong Kong: Hong Kong University Press.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Kreolsprache&amp;diff=17933</id>
		<title>Kreolsprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Kreolsprache&amp;diff=17933"/>
		<updated>2023-03-22T13:19:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: small changes&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Synonyme und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreol, Kreolsprache, engl. ''creole'', frz. ''créole''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreolsprachen sind im Zuge der Kolonialexpansion aus verschiedenen Sprachen entstandene Kontaktsprachen, die häufig bestimmte grammatische Merkmale (insbesondere auf der Ebene [[Morphosyntax]]) gemeinsam haben, während ihr Wortschatz größtenteils auf die Sprache der Kolonisatoren (Lexifier-Sprache) zurückzuführen ist (vgl. Patzelt 2014: 677).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige spanisch-basierte Kreolsprachen sind das [[Chabacano]] auf den Philippinen, das [[Palenquero]] in Teilen Kolumbiens und das iberoromanisch-basierte [[Papiamentu]] auf den niederländischen Antillen (vgl. Eckkramer 2013: 51). Bei den französisch-basierten Kreolsprachen lassen sich zwei große Gebiete unterscheiden: die Karibik mit den Kreolsprachen auf Haiti, den Kleinen Antillen und in Louisiana (USA) sowie der indische Ozean mit den Kreolsprachen auf den Seychellen, Réunion und Mauritius. Das [[Haitianisch]]e bildet mit 7 Millionen Sprecher*innen die größte Kreolsprecher*innengemeinschaft weltweit (vgl. Bollée 2002: 130). Ebenso sind Englisch, Portugiesisch und Niederländisch häufige Lexifier, aus denen sich Kreolsprachen entwickelt haben. Einen Überblick über die verschiedenen Kreolsprachen der Welt sowie ihre grammatischen Merkmale bietet der ''Atlas of Pidgin and Creole Language Structures'' ([https://apics-online.info APiCS]) (vgl. Haspelmath u.a. 2013).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grammatische Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für zahlreiche Kreolsprachen (unabhängig vom Lexifier) ist das Vorhandensein bestimmter grammatischer Merkmale. Dazu gehören der Ausdruck der Kategorien [[Tempus]], [[Modus]] und [[Aspekt]] durch (oft präverbale) Partikeln (sog. TAM-Marker), die kaum vorhandene flexionale Affigierung sowie die Satzgliedstellung Subjekt-Prädikat-Objekt (vgl. Mutz 2017: 40, Patzelt 2014: 677). Im nachfolgenden haitianischen Beispiel 1 (nach Fattier 2013) wird der imperfektive Aspekt durch den Marker ''ap'' und das Tempus Futur durch den Marker ''va'' angezeigt. Die Verben ''manje'', ''fini'' und ''ale'' tragen keine Flexionsaffixe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 (1) M     ap   manje lè   m     fini    m     va   ale.&lt;br /&gt;
     1.Sg. IPFV essen wenn 1.Sg. beenden 1.Sg. FUT  gehen&lt;br /&gt;
     ‘Ich esse gerade. Wenn ich fertig bin, werde ich gehen.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hypothesen zur Genese der Kreolsprachen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach der Entstehung der Kreolsprachen ist nicht eindeutig beantwortet. Traditionell wurden Kreolsprachen als grammatisch stark vereinfachte Formen des Lexifiers gesehen, die sich durch Nativisierung eines [[Pidgin]]s (Ein Pidgin ist eine für einen konkreten Zweck bestimmte Kontaktvarietät.) entwickelt haben. Ihre Abgrenzung von anderen Kontaktvarietäten anhand sprachinterner Kriterien ist schwierig, weshalb vor allem der besondere Entstehungskontext der Kolonialisierung und des starken sozialen Gefälles zwischen der dominierenden und der dominierten Gruppe als sprachexternes Kriterium herangezogen wird. Auch ihre typologische Einordnung als Sprache aus der Familie des Lexifiers oder eigener Sprachtyp ist umstritten (vgl. Ludwig 2003: 298). Zur Kreolgenese werden im Wesentlichen die nachfolgenden Ansätze diskutiert, zu denen Mutz (2017) einen Überblick in Bezug auf die französisch-basierten Kreolsprachen gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monogenetische Theorien ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den monogenetischen Ansätzen wird davon ausgegangen, dass die Kreolsprachen unterschiedlicher Lexifier aufgrund der strukturellen Ähnlichkeiten auf eine gemeinsame Ursprungssprache zurückgehen. Hierfür käme nach Whinnom ein portugiesisch-basiertes Protokreol in Frage (vgl. Whinnom 1956). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Substrattheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Substrattheorie nimmt an, dass Kreolsprachen durch [[Relexification|Relexifizierung]] (mit dem Vokabular des Lexifiers) einer (westafrikanischen) [[Substratum|Substratsprache]] entstanden sind. Die grammatischen Strukturen würden größtenteils auf dem Substrat basieren (vgl. Sylvain 1979, Lefebvre 2011: 127). Sylvain beschreibt die Entstehung des Haitianischen durch französische Relexifizierung eines afrikanischen Substrats folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;q&amp;gt;Nous sommes en présence d’un français coulé dans le moule de la syntaxe africaine ou, comme on classe généralement les langues d’après leur parenté syntaxique, d’une langue éwé à vocabulaire français&amp;lt;/q&amp;gt; (Sylvain 1979: 178)./ &amp;lt;q&amp;gt;Wir haben es hier mit einem in die Form der afrikanischen Syntax gegossenen Französisch zu tun, oder, da man Sprachen allgemein nach ihrer syntaktischen Verwandtschaft klassifiziert, mit einer Ewe-Sprache mit franzöisischem Vokabular&amp;lt;/q&amp;gt; (eigene Übersetzung).&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polygenetische Theorien/Superstrattheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die polygenetischen Ansätze nehmen an, dass Kreolsprachen nicht nur im Wortschatz, sondern auch in der Grammatik zu großen Teilen auf die Sprache der dominierenden Gruppe/[[Superstratum|Superstratsprache]] zurückzuführen sind. Chaudenson unterscheidet dabei zwei Phasen der Kreolisierung (in Bezug auf französisch-basierte Kreolsprachen im indischen Ozean): In der ersten Phase (''société d’habitation''/Wohngemeinschaft) ist die Zahl der Arbeiter (zumeist Sklaven) und Kolonisatoren ausgeglichen, sodass die Sklaven direkten Zugang zur dominierenden Sprache erhalten. In der zweiten Phase (''société de plantation''/Plantagengesellschaft) kommen viel mehr neue Sklaven für die Arbeit auf den Plantagen an, sodass sie den Kolonisatoren zahlenmäßig überlegen sind. Das hat zur Folge, dass die neu Ankommenden keinen direkten Zugang zur dominierenden Sprache haben, sondern v.a. zu den Lernervarietäten der Sklaven aus Phase 1. Sie bilden neue Approximationen des Lexifiers, welche ihre in den Kolonien geborenen Kinder als Muttersprache erwerben. Ein zentraler Punkt von Chaudensons Theorie ist, dass es somit keinen Bruch in der Weitergabe des Lexifiers und kein Pidgin-Stadium gibt (vgl. Chaudenson 1992).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Universalientheorie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Universalien-Theorie geht davon aus, dass universelle Mechanismen des Zweitspracherwerbs bei der Kreolgenese wirken und erklärt dadurch die strukturellen Ähnlichkeiten von Kreolsprachen unterschiedlicher Lexifier. Bickerton stellt auf Grundlage des Hawaiianischen die Theorie eines angeborenen ''Language Bioprogram'' auf, mit dem die Kinder der Sklaven das ihnen dargebotene Pidgin beim Erstspracherwerb zu einer komplexen Muttersprache umgebaut haben sollen (vgl. Bickerton 2016).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bickerton, Derek. 2016. Roots of Language. Berlin: Language Science Press. https://doi.org/10.26530/OAPEN_603354.&lt;br /&gt;
* Bollée, Annegret. 2002. Pidgin- und Kreolsprachen auf französischer Basis. In Ingo Kolboom, Thomas Kotschi &amp;amp; Edward Reichel (Hrsg.), Handbuch Französisch. Sprache, Literatur, Kultur, Gesellschaft. Für Studium, Lehre, Praxis, 121–127. Berlin: Erich Schmidt Verlag.&lt;br /&gt;
* Chaudenson, Robert. 1992. Des îles, des hommes, des langues. Essais sur la créolisation linguistique et culturelle. Paris: L’Harmattan.&lt;br /&gt;
* Eckkramer, Eva. 2013. Kreolsprache. In Sandra Herling &amp;amp; Carolin Patzelt (Hrsg.), Weltsprache Spanisch. Variation, Soziolinguistik und geographische Verbreitung. Handbuch für das Studium der Hispanistik, 43–56. Stuttgart: ibidem-Verlag.&lt;br /&gt;
* Fattier, Dominique. 2013. Haitian Creole structure dataset. In Martin Haspelmath, Magnus Huber, Philippe Maurer &amp;amp; Susanne Michaelis (Hrsg.), Atlas of Pidgin and Creole Language Structures Online. https://apics-online.info/contributions/49 (Zugriff: 27.12.2022). Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology.&lt;br /&gt;
* Haspelmath, Martin, Magnus Huber, Philippe Maurer &amp;amp; Susanne Michaelis. 2013. Atlas of Pidgin and Creole Language Structures Online. https://apics-online.info (Zugriff: 27.12.2022). Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology.&lt;br /&gt;
* Lefèbvre, Claire. 2011. Creoles, their substrates and language typology. Amsterdam: Benjamin.&lt;br /&gt;
* Ludwig, Ralph. 2003. Geschichte der Reflexion über die romanischen Sprachen: Kreolsprachen. In Gerhard Ernst, Martin-Dietriich Gleßgen, Ralph Ludwig, Christian Schmitt &amp;amp; Wolfgang Schweickard (Hrsg.), Romanische Sprachgeschichte, 297–309. Berlin/NewYork: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Mutz, Katrin. 2017. Aktuelle Forschungsfragen der Kreolistik. In Peter Stein (Hrsg.), Kreolisch und Französisch, 26–53. Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Patzelt, Carolin. 2014. Les langues creoles à base française. In Johannes Kramer, Andre Klump &amp;amp; Aline Willems (Hrsg.), Manuel des langues romanes, 677–700. Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
* Sylvain, Suzanne. 1979. Le créole haïtien. Morphologie et syntaxe. Genf: Slatkine Reprints.&lt;br /&gt;
* Whinnom, Keith. 1956. Spanish Contact Vernaculars in the Philippine Islands. Hong Kong: Hong Kong University Press.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=User:NeleArnold&amp;diff=17913</id>
		<title>User:NeleArnold</title>
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		<updated>2023-03-04T21:37:13Z</updated>

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		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>User talk:FrederikSkidzun</title>
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		<updated>2023-03-04T21:17:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Created page with &amp;quot;{{subst:hello}}&amp;quot;&lt;/p&gt;
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		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>User:NiklasHartmann</title>
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		<updated>2022-03-09T14:27:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Created page with &amp;quot;{{subst:hello}}&amp;quot;&lt;/p&gt;
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		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Glottopedia:W%C3%B6rterbuchartikel/Definition&amp;diff=17861</id>
		<title>Glottopedia:Wörterbuchartikel/Definition</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Glottopedia:W%C3%B6rterbuchartikel/Definition&amp;diff=17861"/>
		<updated>2022-01-25T14:13:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die '''Definition''' sollte höchstens aus zwei Absätzen bestehen. Der erste Satz des ersten Absatzes sollte das Stichwort '''fettgedruckt''' enthalten (wie bei Wikipedia). Der erste Absatz sollte im wesentlichen die Definition des Terminus enthalten. In einem weiteren Absatz kann diese Definition dann eventuell noch weiter erklärt und kontextualisiert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ein Terminus nur in einem bestimmten Bereich der Linguistik verwendet wird, gibt man das am besten durch einen einleitenden adverbialen Ausdruck an, z.B.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;In der altgriechischen Grammatik ist das '''Augment''' ein Präfix (oder manchmal eine Stammveränderung), das zur Markierung eines Vergangenheitstempus dient.&amp;quot;&lt;br /&gt;
*&amp;quot;In der [[Funktionale Grammatik|Funktionalen Grammatik]] ist ein '''Satellit''' ein nicht vom Prädikat geforderter Ausdruck, der zusätzliche fakultative Information über einen [[Sachverhalt]] gibt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Terminus nicht für den besten verfügbaren Terminus für das von ihm bezeichnete Konzept gehalten wird, sollte der erste Satz statt einer Definition einen Verweis auf das geeignetste Synonym enthalten, z.B.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;quot;In der Grammatik der [[indoarische Sprachen|indoarischen Sprachen]] wird der Terminus '''Absolutiv''' manchmal im Sinne von [[Konverb]] verwendet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Andere Sprachen===&lt;br /&gt;
englisch [[Glottopedia:Dictionary articles/Definition]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Glottopedia]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Grammatisches_Morphem&amp;diff=17860</id>
		<title>Grammatisches Morphem</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Grammatisches_Morphem&amp;diff=17860"/>
		<updated>2022-01-13T11:39:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: add Link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grammatische [[Morphem|Morpheme]] (z.B. ''-es'', ''-ung'', ''dass'') sind eine Unterklasse von Morphemen, die [[morphosyntaktisch]]e Eigenschaften ausdrücken und für eine grammatikalische Kategorie stehen (z.B. [[Kasus]], [[Numerus]], [[Tempus]]). Sie unterscheiden sich von den [[lexikalisches Morphem|lexikalischen Morphemen]] insofern, dass sie [[synsemantisch]] und nicht [[autosemantisch]] sind (vgl. Marty 1908: 205f.).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme werden, im Gegensatz zu den lexikalischen Morphemen, als eine geschlossene [[Klasse]] behandelt. In Einzelfällen ist es nicht immer eindeutig, ob ein Morphem der Klasse der grammatischen oder der lexikalischen Morpheme angehört (vgl. Elsen 2016), denn eine universale, rein [[semantisch]]e Abgrenzung grammatischer/funktionaler Bedeutungen von lexikalischen ist kaum möglich. Daher muss die geschlossene Klasse der grammatischen Morpheme in jeder Sprache durch Aufzählung definiert werden (vgl. Croft 2000: 260-262).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Per Definition haben [[Affix|Affixe]] eine grammatische Bedeutung, doch nicht alle grammatischen Morpheme sind Affixe, da es neben den gebundenen grammatischen Morphemen (z.B. ''-en'', ''be-'') noch frei grammatische Morpheme (z.B. Hilfsverben, Partikeln) gibt (vgl. Croft 2020: 258). Unter anderem können die grammatischen Morpheme zu den folgenden Kategorien gehören: [[Flexionsmorphem|Flexionsmorphemen]] (''-en'' in ''Helden'', ''Bären''), [[Derivationsmorphem|Derivationsmorphemen]] (''-er'' in ''Lehrer'', ''Fahrer''), [[Präposition|Präpositionen]] (''zu'', ''ab''), [[Konjunktion|Konjunktionen]] (''ob''), [[Artikeln]] (''dem'', ''ein'') und [[Partikeln|Partikeln]] (''schon'', ''doch'') (vgl. Elsen 2016).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme ändern, im Unterschied zu den [[Konstituente|Kompositionskonstituenten]], nichts an der lexikalischen Bedeutung der [[Stamm]]morpheme. Sie signalisieren syntaktische Relationen, wie die Präsensflexion des Verbs oder verleihen den [[Stamm]]morphemen eine additive, generelle Bedeutung, wie die Plural-, Tempus- und Komparationsmorpheme (Forsgren 2013).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Croft, William. 2000. Lexical and grammatical meaning. In: Booji, Geert, Lehmann, Christian &amp;amp; Mugdan, Joachim (eds.). 2000. ''Morphologie. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung'' (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 17.1.). Berlin: De Gruyter. 257-263.&lt;br /&gt;
* Elsen, Heike. 2016. Grammatisches Morphem. In: Schierholz, Stefan &amp;amp; Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: De Gruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html.&lt;br /&gt;
* Fosgren, Kjell-Åke. 2013. Morphologische Funktion. In: Schierholz, Stefan &amp;amp; Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: DeGruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html. &lt;br /&gt;
* Marty, Anton. 1908. ''Untersuchungen zur Grundlegung der allgemeinen Grammatik und Sprachphilosophie''. Halle: Niemeyer.&lt;br /&gt;
* Mugdan, Joachim. 2013. Grammatisches Morphem. In: Olsen, Susan &amp;amp; Müller, Peter O. (eds.). 2013. ''Wortbildung, Vol. 2''. Berlin: De Gruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110708998/html.&lt;br /&gt;
* Wurzel, Wolfgan Ullrich. 2001. ''Flexionsmorphologie und Natürlichkeit: Ein Beitrag zur morphologischen Theoriebildung''. Berlin: De Gruyter. Erstausgabe, 1984.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Westgermanisch&amp;diff=17824</id>
		<title>Westgermanisch</title>
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		<updated>2021-06-22T10:46:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Adding Graphic&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Westgermanisch gehört neben [[Nordgermanisch|Nord]]- und [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] zum [[Indoeuropäisch|indoeuropäischen]] Sprachzweig [[Germanisch|Germanisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Überblick==&lt;br /&gt;
Erste schriftliche Zeugnisse einer westgermanischen Sprache stammen aus dem 7. Jh. n. Chr., angesiedelt waren die Sprachen in Mittel- und Nordeuropa. Heute werden weltweit acht Sprachen westgermanischen Ursprungs gesprochen ([[Englisch|Englisch]], [[Friesisch|Friesisch]], [[Flämisch|Flämisch]], [[Niederländisch|Niederländisch]], [[Afrikaans|Afrikaans]], [[Neuhochdeutsch|Neuhochdeutsch]], [[Niederdeutsch|Niederdeutsch]] -auch [[Plattdeutsch| Plattdeutsch]] genannt, [[Jiddisch|Jiddisch]]). Mindestens neun westgermanische Sprachen und [[Dialekt|Dialekte]] sind ausgestorben bzw. haben sich zu modernen Sprachen entwickelt. (z.B. [[Altenglisch|Altenglisch]], [[Mittelenglisch|Mittelenglisch]], [[Frühneuenglisch|Frühenglisch]], [[Altfriesisch|Altfriesisch]], [[Mittelfriesisch|Mittelfriesisch]], [[Altniederfränkisch|Altniederfränkisch]], [[Altniederdeutsch|Altniederdeutsch]], [[Althochdeutsch|Althochdeutsch]], [[Frühneuhochdeutsch|Frühneuhochdeutsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsprache Germanisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeingermanische (auch [[Urgermanisch|Urgermanisch]] genannt) wird erstmals schriftlich um Christi Geburt belegt (vgl. König et al. 2019: 43). Die Abspaltung dieses Germanischen aus dem Indoeuropäischen fand demnach bereits im 1. Jt. v. Chr. statt (vgl. Brogyanyi 1986) und ist damit nur eine [[rekonstruierte Sprache|rekonstruierte Sprache]]. Die strukturellen Veränderungen vom Indoeuropäischen zum Germanischen werden als [[Erste Lautverschiebung|Erste (oder Germanische) Lautverschiebung]] zusammengefasst (u.a. Vokalzusammenfall, Wortakzentwechsel, Ablaute, Kasusreduktion, Dualverlust, verbmorphologische Vereinfachungen). &lt;br /&gt;
In der Literatur sind verschiedene interne Systematisierungsvorschläge der germanischen Sprachen zu finden, die Differenzierung ist wegen Dialektbildung und anfänglich wenigen Schriftbelegen umstritten. Archäologischen Befunden zufolge sind fünf  germanische Volksstämme klassifizierbar: Nordgermanen, Ostgermanen, Elbgermanen, Weser-Rheingermanen und Nordseegermanen. Für die Sprachen wird jedoch die klassische Dreiteilung [[Nordgermanisch|Nordgermanisch]], [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] und [[Westgermanisch|Westgermanisch]] (auch [[Südgermanisch|Südgermanisch]]) genannt, wobei jedem der Zweige wiederum kleinere Zweige entspringen, siehe unten. (vgl. König et al. 2019: 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Westgermanische Sprachen==&lt;br /&gt;
Der unsicheren Existenz eines rekonstruierten Urwestgermanischen kann eine Einteilung in drei Kulturbünde vorgezogen werden: Ingväonen, Istväonen und Hermionen. Modern und geographisch eindeutiger ist die Klassifikation in Nordseegermanen (Ingväonen), Weser-Rhein-Germanen (Istväonen) und Elbgermanen (Hermionen) (vgl. Brogyanyi 1986). Strukturell gemeinsam und unterscheidend von Nord- und Ostgermanisch haben die westgermanischen Sprachen unter anderem (i) die [[Gemination|Konsonantengemination]] nach /j/ und (ii) den Auslautverlust /-s/ (vgl. König et al 2019: 63). Das Althochdeutsche unterliegt zusätzlich der  [[Zweiten Lautverschiebung|Zweiten (oder Deutschen) Lautverschiebung]]  im 7./8. Jh. n. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:germanisch.png|1000px|thumb|center|Germanische Sprachen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung der westgermanischen Sprachen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altenglisch (700-1100 Jh. n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nordseegermanische Sprache ist geprägt durch angelsächsische und romanische Entlehnungen und Einflüsse. Durch die Eroberung Britanniens durch Angelsachsen im 4./5./6. Jh. entstand Altenglisch aus [[Keltisch]] und dem neuen [[Superstrat]] Angelsächsisch (vgl. König 2002). Durch die normannische Eroberung 1066 löste Mittelenglisch Altenglisch ab und wurde ab dem 14. Jh. wiederum von Frühneuenglisch abgelöst. Das moderne Englisch wird ab 1750 als dieses bezeichnet. Die drei alten Sprachstufen des Englischen beinhalteten jeweils Dialekte, die heute ausgestorben sind. Dies sind zum Beispiel die germanischen Dialekte der Angeln, Sachsen und Jüten. Im Zuge der Kolonialisierungen im 19. Jh. verbreitete sich Englisch und wird weltweit auch als eine Grundlage für [[Pidgin|Pidgin-]] und [[Kreolsprache|Kreolsprachen]] verwendet. &lt;br /&gt;
Heute nutzen ca. 340 Mio. Menschen Englisch als offizielle Landessprache in Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Irland sowie als Verkehrs- und Amtssprache in über 50 Ländern. Hinzu kommen ca. 6 Mio. Zweitsprachler. Zudem ist Englisch die meistgenutzte Sprache der internationalen Kommunikation, der Medien, der Wirtschaft und der politischen Zusammenarbeit (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altfriesisch (1300-1550 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstbelegt im 13. Jh. erwies sich die nordseegermanische Sprache zunächst als eng verwandt mit dem Altenglischen (vgl. Kufner 1972, S.89). Über Mittelfriesisch wurde das moderne Friesisch zur Sprache der Volksstämme der Friesen. Die heutigen Dialekte der Nord-, Ost- und Westfriesen unterscheiden sich stark voneinander. Nordfriesisch wird von ca. 10.000 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze und auf Sylt, Amrum, Helgoland und Föhr gesprochen. Ostfriesisch wird von ca. 1000 Menschen im Saterland (Nordrhein-Westfalen) gesprochen und ist nicht zu verwechseln mit dem niederdeutschen Ostfriesisch. Westfriesisch wird von ca. 400.000 Menschen im nordniederländischen Friesland gesprochen (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederfränkisch (1000-1200 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem weser-rhein-germanischen Altniederfränkisch ist im 12. Jh. das Mittelniederländische hervorgegangen, dieses dauerte bis in das 16. Jh. an und unterlag nicht der Zweiten Lautverschiebung. Aus dem Mittelniederländischen ist das heute gesprochene Niederländisch hervorgegangen. Niederländisch wird heute vor allem in den Niederlanden, Belgien und Suriname gesprochen. Niederländisch hat ca. 23 Mio. Muttersprachler und ca. 3-4 Mio. Zweitsprachler (vgl. Kausen 2002: 670). Das oft synonym verwendete Holländische ist nur ein Dialekt des Niederländischen und wird im gleichnamigen Gebiet in den Niederlanden gesprochen wird. Flämisch ist ein weiterer Dialekt in Belgien. Afrikaans ist als einzelne Sprache anerkannt und ist eine südafrikanische Tochtersprache des Niederländischen ist. Sie wurde durch Kolonisation eingeführt und hat heute ca. 6 Mio. Sprecher (vgl. Kausen 2002: 670).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Althochdeutsch (850-1050 n. Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Althochdeutsche wandelte sich von ca. 1050-1350 n. Chr. zum Mittelhochdeutschen, dieses wiederum entwickelte sich von 1350-1650 n. Chr. zum Frühneuhochdeutschen und ab ca. 1650 n. Chr. schließlich zum Neuhochdeutschen. Das heute gesprochene Hochdeutsch wird oft noch differenziert in das Oberdeutsche, welches zum Elbgermanischen (Hermionisch) gezählt wird und das [[Mitteldeutsch|Mitteldeutsche]], welches dem Weser-Rhein-Germanischen (Istväonisch) zugehörig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochdeutsch und seine Dialekte werden heute von ca. 105 Mio. Muttersprachlern und ca. 80 Mio. Zweitsprachlern in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol, Elsass und Lothringen und Ostbelgien gesprochen (vgl. Kausen 2002, S.670). Außerdem gibt es Sprecher in Ungarn, Rumänien, Namibia, Togo und Kamerun. Jiddisch ist eine einzelne Sprache mit deutschen Wurzeln und wird mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben und ist syntaktisch stark von slawischen Sprachen beeinflusst. Es hat bis zu 1 Mio. Sprecher, die es aber vor allem als Zweitsprache sprechen (vgl. Uni Trier). [[Luxemburgisch]], [[Pennsylvanisch]], [[Zimbrisch]] und [[Bairisch]] sind weitere hochdeutsche Dialekte. Für weitere Dialekte mit geringer Sprecherzahl vgl. Braune (2018).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederdeutsch (auch: Altsächsisch) (ca.850-1000 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altniederdeutsche ging aus dem Altsächsischen im (900 bis 1000 n. Chr.) hervor und entwickelte sich bis zum 14. und 15. Jh. zunächst zum Mittelniederdeutschen und schließlich zu Niederdeutsch, welches meist als Plattdeutsch bezeichnet wird. Es unterlag wie Altniederfränkisch nicht der Zweiten Lautverschiebung und wird zu den nordseegermanischen Sprachen gezählt. Das Niederdeutsche ist vor allem im Norden Deutschlands und seinen grenznahen Regionen verbreitet und wird von 5-8 Mio. Menschen gesprochen, vorrangig als Zweitsprache. Zudem finden sich auch in den Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien, Paraguay, Russland, Kasachstan und in anderen Ländern niederdeutsche Sprachinseln (vgl. Adler et al. 2016: 6).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Westgermanisch</title>
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		<updated>2021-06-22T10:45:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Westgermanisch gehört neben [[Nordgermanisch|Nord]]- und [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] zum [[Indoeuropäisch|indoeuropäischen]] Sprachzweig [[Germanisch|Germanisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Überblick==&lt;br /&gt;
Erste schriftliche Zeugnisse einer westgermanischen Sprache stammen aus dem 7. Jh. n. Chr., angesiedelt waren die Sprachen in Mittel- und Nordeuropa. Heute werden weltweit acht Sprachen westgermanischen Ursprungs gesprochen ([[Englisch|Englisch]], [[Friesisch|Friesisch]], [[Flämisch|Flämisch]], [[Niederländisch|Niederländisch]], [[Afrikaans|Afrikaans]], [[Neuhochdeutsch|Neuhochdeutsch]], [[Niederdeutsch|Niederdeutsch]] -auch [[Plattdeutsch| Plattdeutsch]] genannt, [[Jiddisch|Jiddisch]]). Mindestens neun westgermanische Sprachen und [[Dialekt|Dialekte]] sind ausgestorben bzw. haben sich zu modernen Sprachen entwickelt. (z.B. [[Altenglisch|Altenglisch]], [[Mittelenglisch|Mittelenglisch]], [[Frühneuenglisch|Frühenglisch]], [[Altfriesisch|Altfriesisch]], [[Mittelfriesisch|Mittelfriesisch]], [[Altniederfränkisch|Altniederfränkisch]], [[Altniederdeutsch|Altniederdeutsch]], [[Althochdeutsch|Althochdeutsch]], [[Frühneuhochdeutsch|Frühneuhochdeutsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsprache Germanisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeingermanische (auch [[Urgermanisch|Urgermanisch]] genannt) wird erstmals schriftlich um Christi Geburt belegt (vgl. König et al. 2019: 43). Die Abspaltung dieses Germanischen aus dem Indoeuropäischen fand demnach bereits im 1. Jt. v. Chr. statt (vgl. Brogyanyi 1986) und ist damit nur eine [[rekonstruierte Sprache|rekonstruierte Sprache]]. Die strukturellen Veränderungen vom Indoeuropäischen zum Germanischen werden als [[Erste Lautverschiebung|Erste (oder Germanische) Lautverschiebung]] zusammengefasst (u.a. Vokalzusammenfall, Wortakzentwechsel, Ablaute, Kasusreduktion, Dualverlust, verbmorphologische Vereinfachungen). &lt;br /&gt;
In der Literatur sind verschiedene interne Systematisierungsvorschläge der germanischen Sprachen zu finden, die Differenzierung ist wegen Dialektbildung und anfänglich wenigen Schriftbelegen umstritten. Archäologischen Befunden zufolge sind fünf  germanische Volksstämme klassifizierbar: Nordgermanen, Ostgermanen, Elbgermanen, Weser-Rheingermanen und Nordseegermanen. Für die Sprachen wird jedoch die klassische Dreiteilung [[Nordgermanisch|Nordgermanisch]], [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] und [[Westgermanisch|Westgermanisch]] (auch [[Südgermanisch|Südgermanisch]]) genannt, wobei jedem der Zweige wiederum kleinere Zweige entspringen, siehe unten. (vgl. König et al. 2019: 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Westgermanische Sprachen==&lt;br /&gt;
Der unsicheren Existenz eines rekonstruierten Urwestgermanischen kann eine Einteilung in drei Kulturbünde vorgezogen werden: Ingväonen, Istväonen und Hermionen. Modern und geographisch eindeutiger ist die Klassifikation in Nordseegermanen (Ingväonen), Weser-Rhein-Germanen (Istväonen) und Elbgermanen (Hermionen) (vgl. Brogyanyi 1986). Strukturell gemeinsam und unterscheidend von Nord- und Ostgermanisch haben die westgermanischen Sprachen unter anderem (i) die [[Gemination|Konsonantengemination]] nach /j/ und (ii) den Auslautverlust /-s/ (vgl. König et al 2019: 63). Das Althochdeutsche unterliegt zusätzlich der  [[Zweiten Lautverschiebung|Zweiten (oder Deutschen) Lautverschiebung]]  im 7./8. Jh. n. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:germanisch.png|1000px|thumb|Germanische Sprachen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung der westgermanischen Sprachen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altenglisch (700-1100 Jh. n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nordseegermanische Sprache ist geprägt durch angelsächsische und romanische Entlehnungen und Einflüsse. Durch die Eroberung Britanniens durch Angelsachsen im 4./5./6. Jh. entstand Altenglisch aus [[Keltisch]] und dem neuen [[Superstrat]] Angelsächsisch (vgl. König 2002). Durch die normannische Eroberung 1066 löste Mittelenglisch Altenglisch ab und wurde ab dem 14. Jh. wiederum von Frühneuenglisch abgelöst. Das moderne Englisch wird ab 1750 als dieses bezeichnet. Die drei alten Sprachstufen des Englischen beinhalteten jeweils Dialekte, die heute ausgestorben sind. Dies sind zum Beispiel die germanischen Dialekte der Angeln, Sachsen und Jüten. Im Zuge der Kolonialisierungen im 19. Jh. verbreitete sich Englisch und wird weltweit auch als eine Grundlage für [[Pidgin|Pidgin-]] und [[Kreolsprache|Kreolsprachen]] verwendet. &lt;br /&gt;
Heute nutzen ca. 340 Mio. Menschen Englisch als offizielle Landessprache in Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Irland sowie als Verkehrs- und Amtssprache in über 50 Ländern. Hinzu kommen ca. 6 Mio. Zweitsprachler. Zudem ist Englisch die meistgenutzte Sprache der internationalen Kommunikation, der Medien, der Wirtschaft und der politischen Zusammenarbeit (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altfriesisch (1300-1550 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstbelegt im 13. Jh. erwies sich die nordseegermanische Sprache zunächst als eng verwandt mit dem Altenglischen (vgl. Kufner 1972, S.89). Über Mittelfriesisch wurde das moderne Friesisch zur Sprache der Volksstämme der Friesen. Die heutigen Dialekte der Nord-, Ost- und Westfriesen unterscheiden sich stark voneinander. Nordfriesisch wird von ca. 10.000 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze und auf Sylt, Amrum, Helgoland und Föhr gesprochen. Ostfriesisch wird von ca. 1000 Menschen im Saterland (Nordrhein-Westfalen) gesprochen und ist nicht zu verwechseln mit dem niederdeutschen Ostfriesisch. Westfriesisch wird von ca. 400.000 Menschen im nordniederländischen Friesland gesprochen (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederfränkisch (1000-1200 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem weser-rhein-germanischen Altniederfränkisch ist im 12. Jh. das Mittelniederländische hervorgegangen, dieses dauerte bis in das 16. Jh. an und unterlag nicht der Zweiten Lautverschiebung. Aus dem Mittelniederländischen ist das heute gesprochene Niederländisch hervorgegangen. Niederländisch wird heute vor allem in den Niederlanden, Belgien und Suriname gesprochen. Niederländisch hat ca. 23 Mio. Muttersprachler und ca. 3-4 Mio. Zweitsprachler (vgl. Kausen 2002: 670). Das oft synonym verwendete Holländische ist nur ein Dialekt des Niederländischen und wird im gleichnamigen Gebiet in den Niederlanden gesprochen wird. Flämisch ist ein weiterer Dialekt in Belgien. Afrikaans ist als einzelne Sprache anerkannt und ist eine südafrikanische Tochtersprache des Niederländischen ist. Sie wurde durch Kolonisation eingeführt und hat heute ca. 6 Mio. Sprecher (vgl. Kausen 2002: 670).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Althochdeutsch (850-1050 n. Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Althochdeutsche wandelte sich von ca. 1050-1350 n. Chr. zum Mittelhochdeutschen, dieses wiederum entwickelte sich von 1350-1650 n. Chr. zum Frühneuhochdeutschen und ab ca. 1650 n. Chr. schließlich zum Neuhochdeutschen. Das heute gesprochene Hochdeutsch wird oft noch differenziert in das Oberdeutsche, welches zum Elbgermanischen (Hermionisch) gezählt wird und das [[Mitteldeutsch|Mitteldeutsche]], welches dem Weser-Rhein-Germanischen (Istväonisch) zugehörig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochdeutsch und seine Dialekte werden heute von ca. 105 Mio. Muttersprachlern und ca. 80 Mio. Zweitsprachlern in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol, Elsass und Lothringen und Ostbelgien gesprochen (vgl. Kausen 2002, S.670). Außerdem gibt es Sprecher in Ungarn, Rumänien, Namibia, Togo und Kamerun. Jiddisch ist eine einzelne Sprache mit deutschen Wurzeln und wird mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben und ist syntaktisch stark von slawischen Sprachen beeinflusst. Es hat bis zu 1 Mio. Sprecher, die es aber vor allem als Zweitsprache sprechen (vgl. Uni Trier). [[Luxemburgisch]], [[Pennsylvanisch]], [[Zimbrisch]] und [[Bairisch]] sind weitere hochdeutsche Dialekte. Für weitere Dialekte mit geringer Sprecherzahl vgl. Braune (2018).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederdeutsch (auch: Altsächsisch) (ca.850-1000 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altniederdeutsche ging aus dem Altsächsischen im (900 bis 1000 n. Chr.) hervor und entwickelte sich bis zum 14. und 15. Jh. zunächst zum Mittelniederdeutschen und schließlich zu Niederdeutsch, welches meist als Plattdeutsch bezeichnet wird. Es unterlag wie Altniederfränkisch nicht der Zweiten Lautverschiebung und wird zu den nordseegermanischen Sprachen gezählt. Das Niederdeutsche ist vor allem im Norden Deutschlands und seinen grenznahen Regionen verbreitet und wird von 5-8 Mio. Menschen gesprochen, vorrangig als Zweitsprache. Zudem finden sich auch in den Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien, Paraguay, Russland, Kasachstan und in anderen Ländern niederdeutsche Sprachinseln (vgl. Adler et al. 2016: 6).&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Westgermanisch gehört neben [[Nordgermanisch|Nord]]- und [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] zum [[Indoeuropäisch|indoeuropäischen]] Sprachzweig [[Germanisch|Germanisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Überblick==&lt;br /&gt;
Erste schriftliche Zeugnisse einer westgermanischen Sprache stammen aus dem 7. Jh. n. Chr., angesiedelt waren die Sprachen in Mittel- und Nordeuropa. Heute werden weltweit acht Sprachen westgermanischen Ursprungs gesprochen ([[Englisch|Englisch]], [[Friesisch|Friesisch]], [[Flämisch|Flämisch]], [[Niederländisch|Niederländisch]], [[Afrikaans|Afrikaans]], [[Neuhochdeutsch|Neuhochdeutsch]], [[Niederdeutsch|Niederdeutsch]] -auch [[Plattdeutsch| Plattdeutsch]] genannt, [[Jiddisch|Jiddisch]]). Mindestens neun westgermanische Sprachen und [[Dialekt|Dialekte]] sind ausgestorben bzw. haben sich zu modernen Sprachen entwickelt. (z.B. [[Altenglisch|Altenglisch]], [[Mittelenglisch|Mittelenglisch]], [[Frühneuenglisch|Frühenglisch]], [[Altfriesisch|Altfriesisch]], [[Mittelfriesisch|Mittelfriesisch]], [[Altniederfränkisch|Altniederfränkisch]], [[Altniederdeutsch|Altniederdeutsch]], [[Althochdeutsch|Althochdeutsch]], [[Frühneuhochdeutsch|Frühneuhochdeutsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsprache Germanisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeingermanische (auch [[Urgermanisch|Urgermanisch]] genannt) wird erstmals schriftlich um Christi Geburt belegt (vgl. König et al. 2019: 43). Die Abspaltung dieses Germanischen aus dem Indoeuropäischen fand demnach bereits im 1. Jt. v. Chr. statt (vgl. Brogyanyi 1986) und ist damit nur eine [[rekonstruierte Sprache|rekonstruierte Sprache]]. Die strukturellen Veränderungen vom Indoeuropäischen zum Germanischen werden als [[Erste Lautverschiebung|Erste (oder Germanische) Lautverschiebung]] zusammengefasst (u.a. Vokalzusammenfall, Wortakzentwechsel, Ablaute, Kasusreduktion, Dualverlust, verbmorphologische Vereinfachungen). &lt;br /&gt;
In der Literatur sind verschiedene interne Systematisierungsvorschläge der germanischen Sprachen zu finden, die Differenzierung ist wegen Dialektbildung und anfänglich wenigen Schriftbelegen umstritten. Archäologischen Befunden zufolge sind fünf  germanische Volksstämme klassifizierbar: Nordgermanen, Ostgermanen, Elbgermanen, Weser-Rheingermanen und Nordseegermanen. Für die Sprachen wird jedoch die klassische Dreiteilung [[Nordgermanisch|Nordgermanisch]], [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] und [[Westgermanisch|Westgermanisch]] (auch [[Südgermanisch|Südgermanisch]]) genannt, wobei jedem der Zweige wiederum kleinere Zweige entspringen, siehe unten. (vgl. König et al. 2019: 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Westgermanische Sprachen==&lt;br /&gt;
Der unsicheren Existenz eines rekonstruierten Urwestgermanischen kann eine Einteilung in drei Kulturbünde vorgezogen werden: Ingväonen, Istväonen und Hermionen. Modern und geographisch eindeutiger ist die Klassifikation in Nordseegermanen (Ingväonen), Weser-Rhein-Germanen (Istväonen) und Elbgermanen (Hermionen) (vgl. Brogyanyi 1986). Strukturell gemeinsam und unterscheidend von Nord- und Ostgermanisch haben die westgermanischen Sprachen unter anderem (i) die [[Gemination|Konsonantengemination]] nach /j/ und (ii) den Auslautverlust /-s/ (vgl. König et al 2019: 63). Das Althochdeutsche unterliegt zusätzlich der  [[Zweiten Lautverschiebung|Zweiten (oder Deutschen) Lautverschiebung]]  im 7./8. Jh. n. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:germanisch.png]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung der westgermanischen Sprachen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altenglisch (700-1100 Jh. n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nordseegermanische Sprache ist geprägt durch angelsächsische und romanische Entlehnungen und Einflüsse. Durch die Eroberung Britanniens durch Angelsachsen im 4./5./6. Jh. entstand Altenglisch aus [[Keltisch]] und dem neuen [[Superstrat]] Angelsächsisch (vgl. König 2002). Durch die normannische Eroberung 1066 löste Mittelenglisch Altenglisch ab und wurde ab dem 14. Jh. wiederum von Frühneuenglisch abgelöst. Das moderne Englisch wird ab 1750 als dieses bezeichnet. Die drei alten Sprachstufen des Englischen beinhalteten jeweils Dialekte, die heute ausgestorben sind. Dies sind zum Beispiel die germanischen Dialekte der Angeln, Sachsen und Jüten. Im Zuge der Kolonialisierungen im 19. Jh. verbreitete sich Englisch und wird weltweit auch als eine Grundlage für [[Pidgin|Pidgin-]] und [[Kreolsprache|Kreolsprachen]] verwendet. &lt;br /&gt;
Heute nutzen ca. 340 Mio. Menschen Englisch als offizielle Landessprache in Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Irland sowie als Verkehrs- und Amtssprache in über 50 Ländern. Hinzu kommen ca. 6 Mio. Zweitsprachler. Zudem ist Englisch die meistgenutzte Sprache der internationalen Kommunikation, der Medien, der Wirtschaft und der politischen Zusammenarbeit (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altfriesisch (1300-1550 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstbelegt im 13. Jh. erwies sich die nordseegermanische Sprache zunächst als eng verwandt mit dem Altenglischen (vgl. Kufner 1972, S.89). Über Mittelfriesisch wurde das moderne Friesisch zur Sprache der Volksstämme der Friesen. Die heutigen Dialekte der Nord-, Ost- und Westfriesen unterscheiden sich stark voneinander. Nordfriesisch wird von ca. 10.000 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze und auf Sylt, Amrum, Helgoland und Föhr gesprochen. Ostfriesisch wird von ca. 1000 Menschen im Saterland (Nordrhein-Westfalen) gesprochen und ist nicht zu verwechseln mit dem niederdeutschen Ostfriesisch. Westfriesisch wird von ca. 400.000 Menschen im nordniederländischen Friesland gesprochen (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederfränkisch (1000-1200 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem weser-rhein-germanischen Altniederfränkisch ist im 12. Jh. das Mittelniederländische hervorgegangen, dieses dauerte bis in das 16. Jh. an und unterlag nicht der Zweiten Lautverschiebung. Aus dem Mittelniederländischen ist das heute gesprochene Niederländisch hervorgegangen. Niederländisch wird heute vor allem in den Niederlanden, Belgien und Suriname gesprochen. Niederländisch hat ca. 23 Mio. Muttersprachler und ca. 3-4 Mio. Zweitsprachler (vgl. Kausen 2002: 670). Das oft synonym verwendete Holländische ist nur ein Dialekt des Niederländischen und wird im gleichnamigen Gebiet in den Niederlanden gesprochen wird. Flämisch ist ein weiterer Dialekt in Belgien. Afrikaans ist als einzelne Sprache anerkannt und ist eine südafrikanische Tochtersprache des Niederländischen ist. Sie wurde durch Kolonisation eingeführt und hat heute ca. 6 Mio. Sprecher (vgl. Kausen 2002: 670).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Althochdeutsch (850-1050 n. Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Althochdeutsche wandelte sich von ca. 1050-1350 n. Chr. zum Mittelhochdeutschen, dieses wiederum entwickelte sich von 1350-1650 n. Chr. zum Frühneuhochdeutschen und ab ca. 1650 n. Chr. schließlich zum Neuhochdeutschen. Das heute gesprochene Hochdeutsch wird oft noch differenziert in das Oberdeutsche, welches zum Elbgermanischen (Hermionisch) gezählt wird und das [[Mitteldeutsch|Mitteldeutsche]], welches dem Weser-Rhein-Germanischen (Istväonisch) zugehörig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochdeutsch und seine Dialekte werden heute von ca. 105 Mio. Muttersprachlern und ca. 80 Mio. Zweitsprachlern in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol, Elsass und Lothringen und Ostbelgien gesprochen (vgl. Kausen 2002, S.670). Außerdem gibt es Sprecher in Ungarn, Rumänien, Namibia, Togo und Kamerun. Jiddisch ist eine einzelne Sprache mit deutschen Wurzeln und wird mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben und ist syntaktisch stark von slawischen Sprachen beeinflusst. Es hat bis zu 1 Mio. Sprecher, die es aber vor allem als Zweitsprache sprechen (vgl. Uni Trier). [[Luxemburgisch]], [[Pennsylvanisch]], [[Zimbrisch]] und [[Bairisch]] sind weitere hochdeutsche Dialekte. Für weitere Dialekte mit geringer Sprecherzahl vgl. Braune (2018).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederdeutsch (auch: Altsächsisch) (ca.850-1000 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altniederdeutsche ging aus dem Altsächsischen im (900 bis 1000 n. Chr.) hervor und entwickelte sich bis zum 14. und 15. Jh. zunächst zum Mittelniederdeutschen und schließlich zu Niederdeutsch, welches meist als Plattdeutsch bezeichnet wird. Es unterlag wie Altniederfränkisch nicht der Zweiten Lautverschiebung und wird zu den nordseegermanischen Sprachen gezählt. Das Niederdeutsche ist vor allem im Norden Deutschlands und seinen grenznahen Regionen verbreitet und wird von 5-8 Mio. Menschen gesprochen, vorrangig als Zweitsprache. Zudem finden sich auch in den Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien, Paraguay, Russland, Kasachstan und in anderen Ländern niederdeutsche Sprachinseln (vgl. Adler et al. 2016: 6).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Westgermanisch</title>
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		<updated>2021-05-17T14:14:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Abbildung hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Westgermanisch gehört neben [[Nordgermanisch|Nord]]- und [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] zum [[Indoeuropäisch|indoeuropäischen]] Sprachzweig [[Germanisch|Germanisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Überblick==&lt;br /&gt;
Erste schriftliche Zeugnisse einer westgermanischen Sprache stammen aus dem 7. Jh. n. Chr., angesiedelt waren die Sprachen in Mittel- und Nordeuropa. Heute werden weltweit acht Sprachen westgermanischen Ursprungs gesprochen ([[Englisch|Englisch]], [[Friesisch|Friesisch]], [[Flämisch|Flämisch]], [[Niederländisch|Niederländisch]], [[Afrikaans|Afrikaans]], [[Neuhochdeutsch|Neuhochdeutsch]], [[Niederdeutsch|Niederdeutsch]] -auch [[Plattdeutsch| Plattdeutsch]] genannt, [[Jiddisch|Jiddisch]]). Mindestens neun westgermanische Sprachen und [[Dialekt|Dialekte]] sind ausgestorben bzw. haben sich zu modernen Sprachen entwickelt. (z.B. [[Altenglisch|Altenglisch]], [[Mittelenglisch|Mittelenglisch]], [[Frühneuenglisch|Frühenglisch]], [[Altfriesisch|Altfriesisch]], [[Mittelfriesisch|Mittelfriesisch]], [[Altniederfränkisch|Altniederfränkisch]], [[Altniederdeutsch|Altniederdeutsch]], [[Althochdeutsch|Althochdeutsch]], [[Frühneuhochdeutsch|Frühneuhochdeutsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsprache Germanisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeingermanische (auch [[Urgermanisch|Urgermanisch]] genannt) wird erstmals schriftlich um Christi Geburt belegt (vgl. König et al. 2019: 43). Die Abspaltung dieses Germanischen aus dem Indoeuropäischen fand demnach bereits im 1. Jt. v. Chr. statt (vgl. Brogyanyi 1986) und ist damit nur eine [[rekonstruierte Sprache|rekonstruierte Sprache]]. Die strukturellen Veränderungen vom Indoeuropäischen zum Germanischen werden als [[Erste Lautverschiebung|Erste (oder Germanische) Lautverschiebung]] zusammengefasst (u.a. Vokalzusammenfall, Wortakzentwechsel, Ablaute, Kasusreduktion, Dualverlust, verbmorphologische Vereinfachungen). &lt;br /&gt;
In der Literatur sind verschiedene interne Systematisierungsvorschläge der germanischen Sprachen zu finden, die Differenzierung ist wegen Dialektbildung und anfänglich wenigen Schriftbelegen umstritten. Archäologischen Befunden zufolge sind fünf  germanische Volksstämme klassifizierbar: Nordgermanen, Ostgermanen, Elbgermanen, Weser-Rheingermanen und Nordseegermanen. Für die Sprachen wird jedoch die klassische Dreiteilung [[Nordgermanisch|Nordgermanisch]], [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] und [[Westgermanisch|Westgermanisch]] (auch [[Südgermanisch|Südgermanisch]]) genannt, wobei jedem der Zweige wiederum kleinere Zweige entspringen, siehe unten. (vgl. König et al. 2019: 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Westgermanische Sprachen==&lt;br /&gt;
Der unsicheren Existenz eines rekonstruierten Urwestgermanischen kann eine Einteilung in drei Kulturbünde vorgezogen werden: Ingväonen, Istväonen und Hermionen. Modern und geographisch eindeutiger ist die Klassifikation in Nordseegermanen (Ingväonen), Weser-Rhein-Germanen (Istväonen) und Elbgermanen (Hermionen) (vgl. Brogyanyi 1986). Strukturell gemeinsam und unterscheidend von Nord- und Ostgermanisch haben die westgermanischen Sprachen unter anderem (i) die [[Gemination|Konsonantengemination]] nach /j/ und (ii) den Auslautverlust /-s/ (vgl. König et al 2019: 63). Das Althochdeutsche unterliegt zusätzlich der  [[Zweiten Lautverschiebung|Zweiten (oder Deutschen) Lautverschiebung]]  im 7./8. Jh. n. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[File:Abb-Germanisch.png]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung der westgermanischen Sprachen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altenglisch (700-1100 Jh. n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nordseegermanische Sprache ist geprägt durch angelsächsische und romanische Entlehnungen und Einflüsse. Durch die Eroberung Britanniens durch Angelsachsen im 4./5./6. Jh. entstand Altenglisch aus [[Keltisch]] und dem neuen [[Superstrat]] Angelsächsisch (vgl. König 2002). Durch die normannische Eroberung 1066 löste Mittelenglisch Altenglisch ab und wurde ab dem 14. Jh. wiederum von Frühneuenglisch abgelöst. Das moderne Englisch wird ab 1750 als dieses bezeichnet. Die drei alten Sprachstufen des Englischen beinhalteten jeweils Dialekte, die heute ausgestorben sind. Dies sind zum Beispiel die germanischen Dialekte der Angeln, Sachsen und Jüten. Im Zuge der Kolonialisierungen im 19. Jh. verbreitete sich Englisch und wird weltweit auch als eine Grundlage für [[Pidgin|Pidgin-]] und [[Kreolsprache|Kreolsprachen]] verwendet. &lt;br /&gt;
Heute nutzen ca. 340 Mio. Menschen Englisch als offizielle Landessprache in Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Irland sowie als Verkehrs- und Amtssprache in über 50 Ländern. Hinzu kommen ca. 6 Mio. Zweitsprachler. Zudem ist Englisch die meistgenutzte Sprache der internationalen Kommunikation, der Medien, der Wirtschaft und der politischen Zusammenarbeit (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altfriesisch (1300-1550 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstbelegt im 13. Jh. erwies sich die nordseegermanische Sprache zunächst als eng verwandt mit dem Altenglischen (vgl. Kufner 1972, S.89). Über Mittelfriesisch wurde das moderne Friesisch zur Sprache der Volksstämme der Friesen. Die heutigen Dialekte der Nord-, Ost- und Westfriesen unterscheiden sich stark voneinander. Nordfriesisch wird von ca. 10.000 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze und auf Sylt, Amrum, Helgoland und Föhr gesprochen. Ostfriesisch wird von ca. 1000 Menschen im Saterland (Nordrhein-Westfalen) gesprochen und ist nicht zu verwechseln mit dem niederdeutschen Ostfriesisch. Westfriesisch wird von ca. 400.000 Menschen im nordniederländischen Friesland gesprochen (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederfränkisch (1000-1200 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem weser-rhein-germanischen Altniederfränkisch ist im 12. Jh. das Mittelniederländische hervorgegangen, dieses dauerte bis in das 16. Jh. an und unterlag nicht der Zweiten Lautverschiebung. Aus dem Mittelniederländischen ist das heute gesprochene Niederländisch hervorgegangen. Niederländisch wird heute vor allem in den Niederlanden, Belgien und Suriname gesprochen. Niederländisch hat ca. 23 Mio. Muttersprachler und ca. 3-4 Mio. Zweitsprachler (vgl. Kausen 2002: 670). Das oft synonym verwendete Holländische ist nur ein Dialekt des Niederländischen und wird im gleichnamigen Gebiet in den Niederlanden gesprochen wird. Flämisch ist ein weiterer Dialekt in Belgien. Afrikaans ist als einzelne Sprache anerkannt und ist eine südafrikanische Tochtersprache des Niederländischen ist. Sie wurde durch Kolonisation eingeführt und hat heute ca. 6 Mio. Sprecher (vgl. Kausen 2002: 670).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Althochdeutsch (850-1050 n. Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Althochdeutsche wandelte sich von ca. 1050-1350 n. Chr. zum Mittelhochdeutschen, dieses wiederum entwickelte sich von 1350-1650 n. Chr. zum Frühneuhochdeutschen und ab ca. 1650 n. Chr. schließlich zum Neuhochdeutschen. Das heute gesprochene Hochdeutsch wird oft noch differenziert in das Oberdeutsche, welches zum Elbgermanischen (Hermionisch) gezählt wird und das [[Mitteldeutsch|Mitteldeutsche]], welches dem Weser-Rhein-Germanischen (Istväonisch) zugehörig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochdeutsch und seine Dialekte werden heute von ca. 105 Mio. Muttersprachlern und ca. 80 Mio. Zweitsprachlern in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol, Elsass und Lothringen und Ostbelgien gesprochen (vgl. Kausen 2002, S.670). Außerdem gibt es Sprecher in Ungarn, Rumänien, Namibia, Togo und Kamerun. Jiddisch ist eine einzelne Sprache mit deutschen Wurzeln und wird mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben und ist syntaktisch stark von slawischen Sprachen beeinflusst. Es hat bis zu 1 Mio. Sprecher, die es aber vor allem als Zweitsprache sprechen (vgl. Uni Trier). [[Luxemburgisch]], [[Pennsylvanisch]], [[Zimbrisch]] und [[Bairisch]] sind weitere hochdeutsche Dialekte. Für weitere Dialekte mit geringer Sprecherzahl vgl. Braune (2018).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederdeutsch (auch: Altsächsisch) (ca.850-1000 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altniederdeutsche ging aus dem Altsächsischen im (900 bis 1000 n. Chr.) hervor und entwickelte sich bis zum 14. und 15. Jh. zunächst zum Mittelniederdeutschen und schließlich zu Niederdeutsch, welches meist als Plattdeutsch bezeichnet wird. Es unterlag wie Altniederfränkisch nicht der Zweiten Lautverschiebung und wird zu den nordseegermanischen Sprachen gezählt. Das Niederdeutsche ist vor allem im Norden Deutschlands und seinen grenznahen Regionen verbreitet und wird von 5-8 Mio. Menschen gesprochen, vorrangig als Zweitsprache. Zudem finden sich auch in den Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien, Paraguay, Russland, Kasachstan und in anderen Ländern niederdeutsche Sprachinseln (vgl. Adler et al. 2016: 6).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Westgermanisch</title>
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		<updated>2021-04-20T09:37:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Typos &amp;amp; Struktur&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Westgermanisch gehört neben [[Nordgermanisch|Nord]]- und [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] zum [[Indoeuropäisch|indoeuropäischen]] Sprachzweig [[Germanisch|Germanisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Überblick==&lt;br /&gt;
Erste schriftliche Zeugnisse einer westgermanischen Sprache stammen aus dem 7. Jh. n. Chr., angesiedelt waren die Sprachen in Mittel- und Nordeuropa. Heute werden weltweit acht Sprachen westgermanischen Ursprungs gesprochen ([[Englisch|Englisch]], [[Friesisch|Friesisch]], [[Flämisch|Flämisch]], [[Niederländisch|Niederländisch]], [[Afrikaans|Afrikaans]], [[Neuhochdeutsch|Neuhochdeutsch]], [[Niederdeutsch|Niederdeutsch]] -auch [[Plattdeutsch| Plattdeutsch]] genannt, [[Jiddisch|Jiddisch]]). Mindestens neun westgermanische Sprachen und [[Dialekt|Dialekte]] sind ausgestorben bzw. haben sich zu modernen Sprachen entwickelt. (z.B. [[Altenglisch|Altenglisch]], [[Mittelenglisch|Mittelenglisch]], [[Frühneuenglisch|Frühenglisch]], [[Altfriesisch|Altfriesisch]], [[Mittelfriesisch|Mittelfriesisch]], [[Altniederfränkisch|Altniederfränkisch]], [[Altniederdeutsch|Altniederdeutsch]], [[Althochdeutsch|Althochdeutsch]], [[Frühneuhochdeutsch|Frühneuhochdeutsch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsprache Germanisch==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gemeingermanische (auch [[Urgermanisch|Urgermanisch]] genannt) wird erstmals schriftlich um Christi Geburt belegt (vgl. König et al. 2019: 43). Die Abspaltung dieses Germanischen aus dem Indoeuropäischen fand demnach bereits im 1. Jt. v. Chr. statt (vgl. Brogyanyi 1986) und ist damit nur eine [[rekonstruierte Sprache|rekonstruierte Sprache]]. Die strukturellen Veränderungen vom Indoeuropäischen zum Germanischen werden als [[Erste Lautverschiebung|Erste (oder Germanische) Lautverschiebung]] zusammengefasst (u.a. Vokalzusammenfall, Wortakzentwechsel, Ablaute, Kasusreduktion, Dualverlust, verbmorphologische Vereinfachungen). &lt;br /&gt;
In der Literatur sind verschiedene interne Systematisierungsvorschläge der germanischen Sprachen zu finden, die Differenzierung ist wegen Dialektbildung und anfänglich wenigen Schriftbelegen umstritten. Archäologischen Befunden zufolge sind fünf  germanische Volksstämme klassifizierbar: Nordgermanen, Ostgermanen, Elbgermanen, Weser-Rheingermanen und Nordseegermanen. Für die Sprachen wird jedoch die klassische Dreiteilung [[Nordgermanisch|Nordgermanisch]], [[Ostgermanisch|Ostgermanisch]] und [[Westgermanisch|Westgermanisch]] (auch [[Südgermanisch|Südgermanisch]]) genannt, wobei jedem der Zweige wiederum kleinere Zweige entspringen, siehe unten. (vgl. König et al. 2019: 53)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Westgermanische Sprachen==&lt;br /&gt;
Der unsicheren Existenz eines rekonstruierten Urwestgermanischen kann eine Einteilung in drei Kulturbünde vorgezogen werden: Ingväonen, Istväonen und Hermionen. Modern und geographisch eindeutiger ist die Klassifikation in Nordseegermanen (Ingväonen), Weser-Rhein-Germanen (Istväonen) und Elbgermanen (Hermionen) (vgl. Brogyanyi 1986). Strukturell gemeinsam und unterscheidend von Nord- und Ostgermanisch haben die westgermanischen Sprachen unter anderem (i) die [[Gemination|Konsonantengemination]] nach /j/ und (ii) den Auslautverlust /-s/ (vgl. König et al 2019: 63). Das Althochdeutsche unterliegt zusätzlich der  [[Zweiten Lautverschiebung|Zweiten (oder Deutschen) Lautverschiebung]]  im 7./8. Jh. n. Chr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entwicklung der westgermanischen Sprachen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altenglisch (700-1100 Jh. n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nordseegermanische Sprache ist geprägt durch angelsächsische und romanische Entlehnungen und Einflüsse. Durch die Eroberung Britanniens durch Angelsachsen im 4./5./6. Jh. entstand Altenglisch aus [[Keltisch]] und dem neuen [[Superstrat]] Angelsächsisch (vgl. König 2002). Durch die normannische Eroberung 1066 löste Mittelenglisch Altenglisch ab und wurde ab dem 14. Jh. wiederum von Frühneuenglisch abgelöst. Das moderne Englisch wird ab 1750 als dieses bezeichnet. Die drei alten Sprachstufen des Englischen beinhalteten jeweils Dialekte, die heute ausgestorben sind. Dies sind zum Beispiel die germanischen Dialekte der Angeln, Sachsen und Jüten. Im Zuge der Kolonialisierungen im 19. Jh. verbreitete sich Englisch und wird weltweit auch als eine Grundlage für [[Pidgin|Pidgin-]] und [[Kreolsprache|Kreolsprachen]] verwendet. &lt;br /&gt;
Heute nutzen ca. 340 Mio. Menschen Englisch als offizielle Landessprache in Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Irland sowie als Verkehrs- und Amtssprache in über 50 Ländern. Hinzu kommen ca. 6 Mio. Zweitsprachler. Zudem ist Englisch die meistgenutzte Sprache der internationalen Kommunikation, der Medien, der Wirtschaft und der politischen Zusammenarbeit (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altfriesisch (1300-1550 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstbelegt im 13. Jh. erwies sich die nordseegermanische Sprache zunächst als eng verwandt mit dem Altenglischen (vgl. Kufner 1972, S.89). Über Mittelfriesisch wurde das moderne Friesisch zur Sprache der Volksstämme der Friesen. Die heutigen Dialekte der Nord-, Ost- und Westfriesen unterscheiden sich stark voneinander. Nordfriesisch wird von ca. 10.000 Menschen an der deutsch-dänischen Grenze und auf Sylt, Amrum, Helgoland und Föhr gesprochen. Ostfriesisch wird von ca. 1000 Menschen im Saterland (Nordrhein-Westfalen) gesprochen und ist nicht zu verwechseln mit dem niederdeutschen Ostfriesisch. Westfriesisch wird von ca. 400.000 Menschen im nordniederländischen Friesland gesprochen (vgl. König 2002). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederfränkisch (1000-1200 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem weser-rhein-germanischen Altniederfränkisch ist im 12. Jh. das Mittelniederländische hervorgegangen, dieses dauerte bis in das 16. Jh. an und unterlag nicht der Zweiten Lautverschiebung. Aus dem Mittelniederländischen ist das heute gesprochene Niederländisch hervorgegangen. Niederländisch wird heute vor allem in den Niederlanden, Belgien und Suriname gesprochen. Niederländisch hat ca. 23 Mio. Muttersprachler und ca. 3-4 Mio. Zweitsprachler (vgl. Kausen 2002: 670). Das oft synonym verwendete Holländische ist nur ein Dialekt des Niederländischen und wird im gleichnamigen Gebiet in den Niederlanden gesprochen wird. Flämisch ist ein weiterer Dialekt in Belgien. Afrikaans ist als einzelne Sprache anerkannt und ist eine südafrikanische Tochtersprache des Niederländischen ist. Sie wurde durch Kolonisation eingeführt und hat heute ca. 6 Mio. Sprecher (vgl. Kausen 2002: 670).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Althochdeutsch (850-1050 n. Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Althochdeutsche wandelte sich von ca. 1050-1350 n. Chr. zum Mittelhochdeutschen, dieses wiederum entwickelte sich von 1350-1650 n. Chr. zum Frühneuhochdeutschen und ab ca. 1650 n. Chr. schließlich zum Neuhochdeutschen. Das heute gesprochene Hochdeutsch wird oft noch differenziert in das Oberdeutsche, welches zum Elbgermanischen (Hermionisch) gezählt wird und das [[Mitteldeutsch|Mitteldeutsche]], welches dem Weser-Rhein-Germanischen (Istväonisch) zugehörig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hochdeutsch und seine Dialekte werden heute von ca. 105 Mio. Muttersprachlern und ca. 80 Mio. Zweitsprachlern in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Südtirol, Elsass und Lothringen und Ostbelgien gesprochen (vgl. Kausen 2002, S.670). Außerdem gibt es Sprecher in Ungarn, Rumänien, Namibia, Togo und Kamerun. Jiddisch ist eine einzelne Sprache mit deutschen Wurzeln und wird mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben und ist syntaktisch stark von slawischen Sprachen beeinflusst. Es hat bis zu 1 Mio. Sprecher, die es aber vor allem als Zweitsprache sprechen (vgl. Uni Trier). [[Luxemburgisch]], [[Pennsylvanisch]], [[Zimbrisch]] und [[Bairisch]] sind weitere hochdeutsche Dialekte. Für weitere Dialekte mit geringer Sprecherzahl vgl. Braune (2018).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Altniederdeutsch (auch: Altsächsisch) (ca.850-1000 n.Chr.) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altniederdeutsche ging aus dem Altsächsischen im (900 bis 1000 n. Chr.) hervor und entwickelte sich bis zum 14. und 15. Jh. zunächst zum Mittelniederdeutschen und schließlich zu Niederdeutsch, welches meist als Plattdeutsch bezeichnet wird. Es unterlag wie Altniederfränkisch nicht der Zweiten Lautverschiebung und wird zu den nordseegermanischen Sprachen gezählt. Das Niederdeutsche ist vor allem im Norden Deutschlands und seinen grenznahen Regionen verbreitet und wird von 5-8 Mio. Menschen gesprochen, vorrangig als Zweitsprache. Zudem finden sich auch in den Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien, Paraguay, Russland, Kasachstan und in anderen Ländern niederdeutsche Sprachinseln (vgl. Adler et al. 2016: 6).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=User_talk:L.Bensmann&amp;diff=17801</id>
		<title>User talk:L.Bensmann</title>
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		<updated>2021-04-01T10:47:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Created page with &amp;quot;{{subst:hello}}&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Hello, L.Bensmann ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== How to... ===&lt;br /&gt;
We hope you will enjoy working here. If you need help, just drop me (or another [[Special:ActiveUsers|active user]]) a message on the talk page. When you want to start a new article, please make sure that the topic is [[Glottopedia:About|suitable]] for Glottopedia. If you have no idea how to write an article you can test the Wiki markup in our [[Glottopedia:Sandbox|Sandbox]] or on a [[L.Bensmann/test|personal test page]]. Please read (at least) the first paragraph of our '''[[Help:Contents|handbook]]'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
When you once finished editing an article, please use the ''Show preview'' button at the bottom of the edit window so that you can make sure that your formatting and layout work as you want. Try to fill the ''Summary'' field whenever you edit a page. That will help others to understand what you have done.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Your Identity ===&lt;br /&gt;
'''As we do not allow anonymous contributions, we ask you to state on [[Glottopedia:User page|your personal user page]] at least your full (real) name and your linguistic affiliation''' (otherwise we may have to block or delete your account).&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Welcome again, and have a lot of fun, --[[User:AMyP|AMyP]] ([[User talk:AMyP|talk]]) 10:47, 1 April 2021 (UTC)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>User talk:A.Blietz</title>
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		<updated>2021-04-01T10:46:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Created page with &amp;quot;{{subst:hello}}&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Hello, A.Blietz ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
=== How to... ===&lt;br /&gt;
We hope you will enjoy working here. If you need help, just drop me (or another [[Special:ActiveUsers|active user]]) a message on the talk page. When you want to start a new article, please make sure that the topic is [[Glottopedia:About|suitable]] for Glottopedia. If you have no idea how to write an article you can test the Wiki markup in our [[Glottopedia:Sandbox|Sandbox]] or on a [[A.Blietz/test|personal test page]]. Please read (at least) the first paragraph of our '''[[Help:Contents|handbook]]'''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
When you once finished editing an article, please use the ''Show preview'' button at the bottom of the edit window so that you can make sure that your formatting and layout work as you want. Try to fill the ''Summary'' field whenever you edit a page. That will help others to understand what you have done.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Your Identity ===&lt;br /&gt;
'''As we do not allow anonymous contributions, we ask you to state on [[Glottopedia:User page|your personal user page]] at least your full (real) name and your linguistic affiliation''' (otherwise we may have to block or delete your account).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welcome again, and have a lot of fun, --[[User:AMyP|AMyP]] ([[User talk:AMyP|talk]]) 10:46, 1 April 2021 (UTC)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Auslautverh%C3%A4rtung&amp;diff=17799</id>
		<title>Auslautverhärtung</title>
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		<updated>2021-03-26T18:35:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: literature edited&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Synonym ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endrand-Desonorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Phonologische Regel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Hall (2011) kann die Auslautverhärtung im Deutschen, wie folgt, als Regel angegeben werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
/b d ɡ v z ʒ/  → [p t k f s ʃ] / ____ #&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung bezeichnet einen lautlichen Prozess, nach dem [[Obstruent|Obstruenten]], d.h. [[Frikativ|Frikative]], [[Plosiv|Plosive]] und [[Affrikate|Affrikaten]], in der [[Koda]] einer Silbe (auch Silbenendrand oder Endrand) stimmlos realisiert werden. Die Auslautverhärtung ist kein allgemeines Merkmal phonologischer Systeme. Sie tritt nur in einigen Sprachen bzw. Varietäten auf. Bspw. kommt sie im [[Niederländisch|Niederländischen]], [[Türkisch|Türkischen]] und im [[Deutsch|Deutschen]] vor, jedoch nicht im [[Spanisch|Spanischen]] oder [[Englisch|Englischen]]. Auch in einigen südlichen Varietäten des Deutschen kommt sie nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Onset]] der [[Silbe]] (Silbenanfang) herrscht ein [[phonologischer Kontrast]] zwischen [[stimmhaft|stimmhaften]] und [[stimmlos|stimmlosen]] Obstruenten (d.h. Frikativen, Plosiven und Affrikaten) vor, welche die gleiche [[Artikulationsart]] und den gleichen [[Artikulationsort]] haben, z.B. [g] vs [k], siehe Bsp. (1) – (5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) [b] – [p] in &amp;lt;backen&amp;gt; vs. &amp;lt;packen&amp;gt;: [ˈbak.ən] – [ˈpak.ən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) [d] – [t] in &amp;lt;danken&amp;gt; vs. &amp;lt;tanken&amp;gt;: [ˈdaŋ.kən] – [ˈtaŋ.kən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) [ɡ] – [k] in &amp;lt;Garten&amp;gt; vs. &amp;lt;Karten&amp;gt;: [ˈɡaʁ.tən] – [ˈkaʁ.tən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) [v] – [f] in &amp;lt;was&amp;gt; vs. &amp;lt;Fass&amp;gt;: [ˈvas] – [ˈfas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) [z] – [s] in &amp;lt;heiser&amp;gt; vs. &amp;lt;heißer&amp;gt;: [h͡aɪ.zɐ] – [h͡aɪ.sɐ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Koda der Silbe wird dieser Kontrast dagegen neutralisiert (→ [[Neutralisierung]]), sodass stimmhafte Obstruenten stimmlos realisiert werden, sie werden also auslautverhärtet (vgl. Hall 2011: 97; Trubetzkoy 1939), siehe Bsp. (a) in (6) – (10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6a) Tag [ˈtaːk] *['taːɡ] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6b) Tages [ˈtaː.ɡəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7a) Lob [ˈloːp] *['loːb] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7b) Lobes [ˈloː.bəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8a) Rad [ˈʁaːt] *['ʁaːd] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8b) Rades [ˈʁaː.dəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9a) kursiv [ˌkʊʁ.ˈziːf] *[ˌkʊʁ.ˈziːv] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9b) kursive [ˌkʊʁ.ˈziː.və]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10a) Gas [ˈɡaːs] *['ɡaːz] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10b) Gases [ˈɡaː.zəs] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Neutralisierungsprozesse ist der phonetisch-phonologische Kontext wichtig. Die Auslautverhärtung erfolgt nur, wenn sich das betroffene Segment (z.B. /g/ in 6a) in der Koda befindet. Wenn sich bspw. durch [[Flexion]] die [[Silbifizierung]] des Wortes ändert, und sich der betroffene Obstruent im Onset befindet, siehe Bsp. (b) in (6) – (10), erfolgt keine Auslautverhärtung, da die Bedingung nicht erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die betroffenen Segmente regelhaft nur in der Koda stimmlos realisiert werden, in anderen Positionen aber stimmhaft bleiben und bedeutungsunterscheidend sind (vgl. 11a vs. 12a), kann man von einer zugrundeliegenden phonologischen Form (d.h. [[Phonem]]) mit stimmhaftem Obstruenten ausgehen (vgl. 11a &amp;amp; 12a vs. 11B &amp;amp; 12b), die dann durch die phonetische Regel der Auslautverhärtung zu einem stimmlosen [[Phon]] verändert wird (vgl. Wiese, 2011: 102–103; Hall, 2011: 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11a) [bʊnt]&amp;lt;sub&amp;gt;NOM&amp;lt;/sub&amp;gt;, ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11b) [bʊnt], ⟨bunt⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12a) [bʊn.dəs]&amp;lt;sub&amp;gt;GEN&amp;lt;/sub&amp;gt;, daher /bʊnd/ ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12b) [bʊn.təs], daher /bʊnt/ ⟨bunt⟩&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen wird durch die Auslautverhärtung bspw. die Abgrenzung zu zweisilbigen Worten bzw. Wortformen gestärkt (Eisenberg 2006: 127). Die Auslautverhärtung wird im Deutschen nicht verschriftet, da die Verschriftung stärker von der Graphem-Phonem-Korrespondenz abhängig ist (vgl. Fuhrhop und Peters 2016: 243; Eisenberg 2017: 59), siehe Bsp. (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) /bʊnd/ aber [bʊnt], daher &amp;lt;Bund&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwierigkeiten der Definition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg (2006: 127) weist daraufhin, dass in manchen Varietäten des Deutschen das Wort ⟨Sieg⟩ nicht [ziːk], sondern [ziːç] ausgesprochen wird. Dies erklärt er damit, dass vor der Auslautverhärtung eine [[g-Spirantisierung]] von [ɡ] zu [ʝ] stattfindet und erst im zweiten Schritt eine Auslautverhärtung von [ʝ] zu [ç] (Bsp. (14)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14a) Variation von ⟨Sieg⟩: [ziːk] vs. [ziːç] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14b) /ziːɡ/ → [ziːʝ] →[ziːç]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern [dʒ] und [ʒ], z.B. in orange vs Orange (Farbe vs. Obst), zum deutschen Konsonanteninventar gehören und wie sie sich in Bezug zur Auslautverhärtung verhalten ist Gegenstand einer Diskussion (siehe dazu Brockhaus, 2012: 9 – 11). Allerdings lassen sich Beispiele finden, bei denen diese Fremdphoneme auch auslautverhärtet werden, bspw. bei dem Kontrast zwischen ''Orange'' (Obst) (15a) und ''orange'' (Farbe) (15b), bei denen das zugrundeliegende Phonem /ʒ/ in (15b) stimmlos realisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(15a) ⟨Orange⟩ (Obst): [ʔo.ˈʁaŋ.ʒə]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(15b) ⟨orange⟩ (Farbe): [ʔo.ˈʁaŋʃ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Diskussion darüber, ob im Deutschen wirklich eine vollständige Auslautverhärtung vorliegt, siehe exemplarisch Kahlen-Halstenbach (1990) und Mihm (2007).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenberg, Peter. 2006. ''Grundriss der deutschen Grammatik Band 1: Das Wort.'' 3., durchgesehene Auflage. Stuttgart: Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenberg, Peter. 2017. ''Deutsche Orthografie.'' Berlin: De Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fuhrhop, Nanna. 2009. ''Orthografie.'' Heidelberg: Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiese, Richard. 2011. ''Phonetik und Phonologie.'' Paderborn: Wilhelm Fink.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Brockhaus, Wiebke. 2012. ''Final Devoicing in the Phonology of German'' Reprint 2012 ed. (Linguistische Arbeiten 336). Berlin: De Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fuhrhop, Nanna &amp;amp; Peters, Jörg. 2016. ''Einführung in die Phonologie und Graphematik.'' Stuttgart: J.B. Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pompino-Marschall, Bernd. 1995. ''Einführung in die Phonetik.'' Berlin: Walter de Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hall, Tracy Alan. 2011. ''Phonologie: Eine Einführung.'' Berlin: Walter de Gruyter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trubetzkoy, Nikolai Sergejewitsch. 1989. ''Grundzüge der Phonologie'' 7. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht. [1. Aufl. 1939].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kahlen-Halstenbach, Birthe. 1990. Zur Psychologischen Realität Der Auslautverhärtung Im Deutschen. ''Sprachtypologie und Universalienforschung (STUF)'' 43(1): 645-55. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mihm, Arend. 2007. Theorien der Auslautverhärtung im Spannungsverhältnis zwischen Normsetzung und Sprachwirklichkeit. ''Deutsche Sprache'' 35(2): 95-118.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Auslautverh%C3%A4rtung&amp;diff=17798</id>
		<title>Auslautverhärtung</title>
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		<updated>2021-03-26T18:28:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Information added, some typos corrected&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Synonym ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endrand-Desonorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Phonologische Regel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Hall (2011) kann die Auslautverhärtung im Deutschen, wie folgt, als Regel angegeben werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
/b d ɡ v z ʒ/  → [p t k f s ʃ] / ____ #&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung bezeichnet einen lautlichen Prozess, nach dem [[Obstruent|Obstruenten]], d.h. [[Frikativ|Frikative]], [[Plosiv|Plosive]] und [[Affrikate|Affrikaten]], in der [[Koda]] einer Silbe (auch Silbenendrand oder Endrand) stimmlos realisiert werden. Die Auslautverhärtung ist kein allgemeines Merkmal phonologischer Systeme. Sie tritt nur in einigen Sprachen bzw. Varietäten auf. Bspw. kommt sie im [[Niederländisch|Niederländischen]], [[Türkisch|Türkischen]] und im [[Deutsch|Deutschen]] vor, jedoch nicht im [[Spanisch|Spanischen]] oder [[Englisch|Englischen]]. Auch in einigen südlichen Varietäten des Deutschen kommt sie nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Onset]] der [[Silbe]] (Silbenanfang) herrscht ein [[phonologischer Kontrast]] zwischen [[stimmhaft|stimmhaften]] und [[stimmlos|stimmlosen]] Obstruenten (d.h. Frikativen, Plosiven und Affrikaten) vor, welche die gleiche [[Artikulationsart]] und den gleichen [[Artikulationsort]] haben, z.B. [g] vs [k], siehe Bsp. (1) – (5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) [b] – [p] in &amp;lt;backen&amp;gt; vs. &amp;lt;packen&amp;gt;: [ˈbak.ən] – [ˈpak.ən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) [d] – [t] in &amp;lt;danken&amp;gt; vs. &amp;lt;tanken&amp;gt;: [ˈdaŋ.kən] – [ˈtaŋ.kən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) [ɡ] – [k] in &amp;lt;Garten&amp;gt; vs. &amp;lt;Karten&amp;gt;: [ˈɡaʁ.tən] – [ˈkaʁ.tən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) [v] – [f] in &amp;lt;was&amp;gt; vs. &amp;lt;Fass&amp;gt;: [ˈvas] – [ˈfas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) [z] – [s] in &amp;lt;heiser&amp;gt; vs. &amp;lt;heißer&amp;gt;: [h͡aɪ.zɐ] – [h͡aɪ.sɐ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Koda der Silbe wird dieser Kontrast dagegen neutralisiert (→ [[Neutralisierung]]), sodass stimmhafte Obstruenten stimmlos realisiert werden, sie werden also auslautverhärtet (vgl. Hall 2011: 97; Trubetzkoy 1939), siehe Bsp. (a) in (6) – (10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6a) Tag [ˈtaːk] *['taːɡ] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6b) Tages [ˈtaː.ɡəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7a) Lob [ˈloːp] *['loːb] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7b) Lobes [ˈloː.bəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8a) Rad [ˈʁaːt] *['ʁaːd] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8b) Rades [ˈʁaː.dəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9a) kursiv [ˌkʊʁ.ˈziːf] *[ˌkʊʁ.ˈziːv] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9b) kursive [ˌkʊʁ.ˈziː.və]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10a) Gas [ˈɡaːs] *['ɡaːz] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10b) Gases [ˈɡaː.zəs] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Neutralisierungsprozesse ist der phonetisch-phonologische Kontext wichtig. Die Auslautverhärtung erfolgt nur, wenn sich das betroffene Segment (z.B. /g/ in 6a) in der Koda befindet. Wenn sich bspw. durch [[Flexion]] die [[Silbifizierung]] des Wortes ändert, und sich der betroffene Obstruent im Onset befindet, siehe Bsp. (b) in (6) – (10), erfolgt keine Auslautverhärtung, da die Bedingung nicht erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die betroffenen Segmente regelhaft nur in der Koda stimmlos realisiert werden, in anderen Positionen aber stimmhaft bleiben und bedeutungsunterscheidend sind (vgl. 11a vs. 12a), kann man von einer zugrundeliegenden phonologischen Form (d.h. [[Phonem]]) mit stimmhaftem Obstruenten ausgehen (vgl. 11a &amp;amp; 12a vs. 11B &amp;amp; 12b), die dann durch die phonetische Regel der Auslautverhärtung zu einem stimmlosen [[Phon]] verändert wird (vgl. Wiese, 2011: 102–103; Hall, 2011: 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11a) [bʊnt]&amp;lt;sub&amp;gt;NOM&amp;lt;/sub&amp;gt;, ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11b) [bʊnt], ⟨bunt⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12a) [bʊn.dəs]&amp;lt;sub&amp;gt;GEN&amp;lt;/sub&amp;gt;, daher /bʊnd/ ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12b) [bʊn.təs], daher /bʊnt/ ⟨bunt⟩&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen wird durch die Auslautverhärtung bspw. die Abgrenzung zu zweisilbigen Worten bzw. Wortformen gestärkt (Eisenberg 2006: 127). Die Auslautverhärtung wird im Deutschen nicht verschriftet, da die Verschriftung stärker von der Graphem-Phonem-Korrespondenz abhängig ist (vgl. Fuhrhop und Peters 2016: 243; Eisenberg 2017: 59), siehe Bsp. (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) /bʊnd/ aber [bʊnt], daher &amp;lt;Bund&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwierigkeiten der Definition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg (2006: 127) weist daraufhin, dass in manchen Varietäten des Deutschen das Wort ⟨Sieg⟩ nicht [ziːk], sondern [ziːç] ausgesprochen wird. Dies erklärt er damit, dass vor der Auslautverhärtung eine [[g-Spirantisierung]] von [ɡ] zu [ʝ] stattfindet und erst im zweiten Schritt eine Auslautverhärtung von [ʝ] zu [ç] (Bsp. (14)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14a) Variation von ⟨Sieg⟩: [ziːk] vs. [ziːç] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14b) /ziːɡ/ → [ziːʝ] →[ziːç]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern [dʒ] und [ʒ], z.B. in orange vs Orange (Farbe vs. Obst), zum deutschen Konsonanteninventar gehören und wie sie sich in Bezug zur Auslautverhärtung verhalten ist Gegenstand einer Diskussion (siehe dazu Brockhaus, 2012: 9 – 11). Allerdings lassen sich Beispiele finden, bei denen diese Fremdphoneme auch auslautverhärtet werden, bspw. bei dem Kontrast zwischen ''Orange'' (Obst) (15a) und ''orange'' (Farbe) (15b), bei denen das zugrundeliegende Phonem /ʒ/ in (15b) stimmlos realisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(15a) ⟨Orange⟩ (Obst): [ʔo.ˈʁaŋ.ʒə]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(15b) ⟨orange⟩ (Farbe): [ʔo.ˈʁaŋʃ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Diskussion darüber, ob im Deutschen wirklich eine vollständige Auslautverhärtung vorliegt, siehe exemplarisch Kahlen-Halstenbach (1990) und Mihm (2007).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenberg, Peter. 2006. Grundriss der deutschen Grammatik Band 1: Das Wort. 3., durchgesehene Auflage. Stuttgart: Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eisenberg, Peter. 2017. Deutsche Orthografie. Berlin/Boston: De Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fuhrhop, Nanna. 2009. Orthografie. Heidelberg: Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Wiese, Richard. 2011. Phonetik und Phonologie. Paderborn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Brockhaus, Wiebke. 2012. Final Devoicing in the Phonology of German. Reprint 2012 ed. Linguistische Arbeiten; 336. Tübingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Fuhrhop, Nanna, and Peters, Jörg. 2016. Einführung in Die Phonologie Und Graphematik. Stuttgart: J.B. Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Pompino-Marschall, Bernd. 1995. Einführung in die Phonetik. Berlin: Walter de Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hall, Tracy Alan. 2011. Phonologie: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trubetzkoy, Nikolai Sergejewitsch. 1989. Grundzüge der Phonologie, 7. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht. [1. Aufl. 1939].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Kahlen-Halstenbach, Birthe. 1990. &amp;quot;Zur Psychologischen Realität Der Auslautverhärtung Im Deutschen.&amp;quot; Sprachtypologie und Universalienforschung (STUF) 43(1): 645-55. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mihm, Arend. 2007. &amp;quot;Theorien der Auslautverhärtung im Spannungsverhältnis zwischen Normsetzung und Sprachwirklichkeit.&amp;quot; Deutsche Sprache 35(2): 95.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Numerus&amp;diff=17797</id>
		<title>Numerus</title>
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		<updated>2021-03-26T17:49:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: errors edited, some typos corrected, literature added, headings for Weblinks and Literature added&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Numerus''' (pl. Numeri, vom Lat. ''Numerus'' '(An)zahl, Menge') ist eine grammatische Kategorisierung, mit der die Quantitätsverhältnisse erfasst werden und Angaben zur Anzahl der bezeichneten Elemente gemacht werden, daher auch grammatische Zahl genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche unterscheidet zwischen [[Singular]] (ein Element, oder Einzahl) und [[Plural]] (zwei oder mehr Elemente, oder Mehrzahl). Andere Sprachen haben eine feinere Numerusdifferenzierung mit weiteren Numeruskategorien, wie den [[Dual]] (genau zwei Elemente, z.B. im [[Altgriechisch|Altgriechischen]]), den [[Trial]] (genau drei Elemente, z.B. im [[Fidschi]]) oder den [[Paucal]] (eine geringe oder kleine Anzahl von Elementen, z.B. im [[Russisch|Russischen]]).&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden [[Substantiv|Substantive]] (1), [[Verb|Verben]] (2), [[Adjektiv|Adjektive]] (3), [[Artikel|Artikelwörter]] (4) und [[Pronomen|Pronomina]] (5) nach dem Numerus flektiert. In einigen Fällen sind die Singular- und Pluralform [[Synkretismus|synkretisch]], d.h. sie unterscheiden sich in einem Merkmal (Singular vs. Plural) aber nicht in der Form (6).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) ein '''Tisch''' vs. zwei '''Tische''' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) ich '''schlafe''' vs. wir '''schlafen'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) das '''gelbe''' Haus vs. die '''gelben''' Häuser&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) '''das''' Haus vs. '''die''' Häuser&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) '''ich''' vs. '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) das '''Kabel''' vs. die '''Kabel'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen gilt der Singular als die grammatisch [[Markiertheit|unmarkierte Form]], aus der der Plural abgeleitet wird. Die Pluralform wird bspw. in der Substantivflexion durch einen [[Flexionssuffix]] (7) oder [[Umlaut]] (8) markiert. Die Markierung durch einen Umlaut tritt vor allem bei Substantiven häufig in Kombination mit einem Flexionssuffix auf (9). Die Unterscheidung zwischen Singular und Plural kann auch mithilfe von unterschiedlichen Stämmen realisiert werden, vor allem bei Pronomina (10) &amp;amp; (11).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) Freund - Freund'''e'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) Garten - G'''ä'''rten&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) Mann - M'''ä'''nn'''er'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) ich - '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11) mein - '''unser'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einigen Substantiven gibt es keine Numerusflexion. Ein Substantiv, das nur im Singular vorkommt, nennt man Singularetantum, darunter fallen bspw. einige Stoffnamen (Wasser), Abstrakta (Durst) und Kollektiva (Schmuck). Ein Substantiv, das nur im Plural vorkommt, nennt man dagegen Pluraletantum, darunter fallen einige Kollektiva (Leute, Eltern), Krankheiten (Pocken) und Fachtermini (Unkosten). Die meisten deutschen Wörter (insbesondere Substantive) können jedoch sowohl im Singular als auch im Plural realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von [[Nominalphrase|Nominalphrasen]] sind Substantive, [[attributiv|attributive]] Adjektive und [[Artikel|Artikelwörter]] (bzw. [[Determinierer]]) hinsichtlich des Numerus [[Kongruenz|kongruent]] zueinander (12) &amp;amp; (13) (ausnahmen sind hier pränominale Genitive (14)), d.h. sie übereinstimmen in der Numeruskategorie. Darüber hinaus kongruiert im Deutschen eine Nominalphrase, die als Subjekt des Satzes fungiert, mit dem finiten Verb des Satzes in Numerus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) die&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) meine&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14) Peters&amp;lt;sub&amp;gt;SG&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Realisierung einer bestimmten Numeruskategorie (Singular oder Plural) muss nicht immer mit einem tatsächlichen Ausdruck von Ein- bzw. Mehrzahl korrelieren. Bspw. kann der Plural auch für Quantitäten kleiner als 1 benutzt werden (15) &amp;amp; (16), darüber hinaus kann der Singular (z.B. in [[generisch|generischen]] Ausdrücken) für den Ausdruck einer größeren Menge von Individuen verwendet werden (17).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(15) Ich besitze null/0,5 Kühe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(16) *Ich besitze null/0,5 Kuh.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(17) Ein Hund hat vier Beine.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buscha, Joachim &amp;amp; Helbig, Gerhard. 2018. ''Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht''. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.&lt;br /&gt;
* Corbett, Greville G. 2004. ''Number'' (2. Aufl.) (Cambridge Textbooks in linguistics). Cambridge: Cambridge University Press. Erstausgabe, 2000.&lt;br /&gt;
*Fries, Norbert. 1997. ''Die hierarchische Organisation grammatischer Kategorien'' (Sprachtheorie und germanistische Linguistik 7). Debrecen: Institut für Germanistik an der Lajos-Kossuth-Universität.&lt;br /&gt;
* Gaeta, Livio. 2008. Die deutsche Pluralbildung zwischen deskriptiver Angemessenheit und Sprachtheorie. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik'' 36: 74-108.&lt;br /&gt;
* Kiparsky, Paul &amp;amp; Tonhauser, Judith. 2012. Semantics of Inflection. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 2070-2097.&lt;br /&gt;
* Lasersohn, Peter. 2011. Mass Nouns and Plurals. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 1131-1185. &lt;br /&gt;
* Link, Godehard. 1991. Plural. In: Stechow, Arnim von &amp;amp; Wunderlich, Dieter (eds.). 1991. ''Semantik: Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung''. Berlin: Walter de Gruyter, 418-440.&lt;br /&gt;
* Machicao y Priemer, Antonio &amp;amp; Müller, Stefan. 2021. NPs in German: Locality, theta roles, and prenominal genitives. ''Glossa: A journal of general linguistics.''&lt;br /&gt;
* Wegener, Heide. 2003. Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. ''Linguistik online'' 16: 119-157.&lt;br /&gt;
* Wiese, Heike &amp;amp; Piñango, Maria. 2014. Computations in the Mental Lexicon: Noun Classes and the Mass/Count Distinction. In: Machicao y Priemer, Antonio, Nolda, Andreas &amp;amp; Sioupi, Athina (eds.). 2014. ''Zwischen Kern und Peripherie: Untersuchungen zu Randbereichen in Sprache und Grammatik''. Berlin: De Gruyter, 209-235.&lt;br /&gt;
* Wöllstein, Angelika. 2016. ''Duden: Die Grammatik'' (Bd. 4). Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Grammis: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2923 (Zugriff: 07.02.2021, 11:25 Uhr)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Numerus</title>
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		<updated>2021-03-22T11:12:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: kleine Änderungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Numerus''' (lat. Zahl) ist eine grammatische Kategorisierung, mit der die Quantitätsverhältnisse erfasst werden und Angaben zur Anzahl der bezeichneten Elemente gemacht werden, daher auch grammatische Zahl genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Number is a grammatical classification used to show the quantity of a denoted element. The number can be divided into singular and plural.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche unterscheidet zwischen [[Singular]] (ein Element, d.h. Einzahl) und [[Plural]] (zwei oder mehr Elemente, d.h. Mehrzahl). In anderen Sprachen kann es weitere Formen geben, wie den [[Dual]] (genau zwei Elemente, z.B. im Altgriechischen), den [[Trial]] (genau drei Elemente, z.B. im Fidschi) oder den [[Paucal]] (eine geringe oder kleine Anzahl von Elementen, z.B. im Russischen).&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden werden Substantive (1), Verben (2), Adjektive (3), Artikelwörter (4) und Pronomina (5) nach dem Numerus flektiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) (ein) ''Tisch'' vs. (zwei) ''Tische'' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) (ich) schlafe vs. (wir) schlafen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) (ein) gelbes (Haus) vs. (die) gelben (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) das (Haus) vs. die (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) ich vs. wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Deutschen ist der Singular die grammatisch [[Markiertheit|unmarkierte Form]], während der Plural die markierte Form und meist durch einen [[Flexionssuffix]] (6) oder [[Umlaut]] (7) gekennzeichnet ist. Die Markierung durch einen Umlaut tritt vor allem bei Substantiven häufig in Kombination mit einem Flexionssuffix auf (8). Die Unterscheidung zwischen Singular und Plural kann auch mithilfe von unterschiedlichen Stämmen realisiert werden, vor allem Pronomina (9a) (9b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) Freund - Freund'''e'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) Garten - G'''ä'''rten&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) Mann - M'''ä'''nn'''er'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) ich - '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) mein - '''unser'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Substantiv]], das nur im Singular vorkommt, nennt man Singularetantum, darunter fallen bspw. einige Stoffnamen (Wasser), Abstrakta (Durst) und Kollektiva (Schmuck). Ein Substantiv, das nur im Plural vorkommt, nennt man dagegen Pluraletantum, darunter fallen einige Kollektiva (Leute, Eltern), Krankheiten (Pocken) und Fachtermini (Unkosten). Die meisten deutschen Wörter (insbesondere Substantive) können jedoch sowohl als Singular- als auch als Pluralform realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von [[Nominalphrase|Nominalphrasen]] sind Substantive, [[attributiv|attributive]] Adjektive und Artikelwörter (bzw. Determinierer) hinsichtlich des Numerus kongruent zueinander (10) &amp;amp; (11) (Ausnahmen sind hier pränominale Genitive (xx)). Die Numeruskategorie bleibt also innerhalb einer Phrase konstant. Stehen die Nominal- oder Pronominalphrasen in Subjektsposition des Satzes, stimmen diese auch mit dem Numerus des finiten Verbs überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) die&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11) meine&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(xx) Peters&amp;lt;sub&amp;gt;SG&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Realisierung einer bestimmten Numeruskategorie (Singular oder Plural) muss nicht immer mit einem Ausdruck von Ein- bzw. Mehrzahl korrelieren. Bspw. kann der Plural auch für Quantitäten kleiner als 1 benutzt werden (12), darüber hinaus kann der Singular (z.B. in generischen Ausdrücken) für den Ausdruck einer größeren Menge von Individuen verwendet werden (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) a. Ich besitze null/0,5 Kühe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) b. *Ich besitze null/0,5 Kuh.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) Ein Hund hat vier Beine.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Literatur'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buscha, Joachim &amp;amp; Helbig, Gerhard. 2018. ''Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht''. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.&lt;br /&gt;
* Corbett, Greville G. 2004. ''Number'' (2. Aufl.) (Cambridge Textbooks in linguistics). Cambridge: Cambridge University Press. Erstausgabe, 2000.&lt;br /&gt;
*Fries, Norbert. 1997. ''Die hierarchische Organisation grammatischer Kategorien'' (Sprachtheorie und germanistische Linguistik 7). Debrecen: Institut für Germanistik an der Lajos-Kossuth-Universität.&lt;br /&gt;
* Gaeta, Livio. 2008. Die deutsche Pluralbildung zwischen deskriptiver Angemessenheit und Sprachtheorie. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik'' 36: 74-108.&lt;br /&gt;
* Kiparsky, Paul &amp;amp; Tonhauser, Judith. 2012. Semantics of Inflection. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 2070-2097.&lt;br /&gt;
* Lasersohn, Peter. 2011. Mass Nouns and Plurals. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 1131-1185. &lt;br /&gt;
* Link, Godehard. 1991. Plural. In: Stechow, Arnim von &amp;amp; Wunderlich, Dieter (eds.). 1991. ''Semantik: Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung''. Berlin: Walter de Gruyter, 418-440.&lt;br /&gt;
* Wegener, Heide. 2003. Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. ''Linguistik online'' 16: 119-157.&lt;br /&gt;
* Wiese, Heike &amp;amp; Piñango, Maria. 2014. Computations in the Mental Lexicon: Noun Classes and the Mass/Count Distinction. In: Machicao y Priemer, Antonio, Nolda, Andreas &amp;amp; Sioupi, Athina (eds.). 2014. ''Zwischen Kern und Peripherie: Untersuchungen zu Randbereichen in Sprache und Grammatik''. Berlin: De Gruyter, 209-235.&lt;br /&gt;
* Wöllstein, Angelika. 2016. ''Duden: Die Grammatik'' (Bd. 4). Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
* Grammis: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2923 (Zugriff: 07.02.2021, 11:25 Uhr)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Numerus</title>
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		<updated>2021-03-22T10:59:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Numerus''' (lat. Zahl) ist eine grammatische Kategorisierung, mit der die Quantitätsverhältnisse erfasst werden und Angaben zur Anzahl der bezeichneten Elemente gemacht werden, daher auch grammatische Zahl genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Number is a grammatical classification used to show the quantity of a denoted element. The number can be divided into singular and plural.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche unterscheidet zwischen [[Singular]] (ein Element, d.h. Einzahl) und [[Plural]] (zwei oder mehr Elemente, d.h. Mehrzahl). In anderen Sprachen kann es weitere Formen geben, wie den [[Dual]] (genau zwei Elemente, z.B. im Altgriechischen), den [[Trial]] (genau drei Elemente, z.B. im Fidschi) oder den [[Paucal]] (eine geringe oder kleine Anzahl von Elementen, z.B. im Russischen).&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden werden Substantive (1), Verben (2), Adjektive (3), Artikelwörter (4) und Pronomina (5) nach dem Numerus flektiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#(1) (ein) ''Tisch'' vs. (zwei) ''Tische'' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
#(2) (ich) schlafe vs. (wir) schlafen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
##(3) (ein) gelbes (Haus) vs. (die) gelben (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) das (Haus) vs. die (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) ich vs. wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Deutschen ist der Singular die grammatisch [[unmarkierte Form]], während der Plural die [[markierte Form]] und meist durch einen [[Flexionssuffix]] (6) oder [[Umlaut]] (7) gekennzeichnet ist. Die Markierung durch einen Umlaut tritt vor allem bei Substantiven häufig in Kombination mit einem Flexionssuffix auf (8). Die Unterscheidung zwischen Singular und Plural kann auch mithilfe von unterschiedlichen Stämmen realisiert werden, vor allem Pronomina (9a) (9b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) Freund - Freund'''e'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) Garten - G'''ä'''rten&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) Mann - M'''ä'''nn'''er'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. ich - '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) b. mein - '''unser'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Substantiv]], das nur im Singular vorkommt, nennt man Singularetantum, darunter fallen bspw. einige Stoffnamen (Wasser), Abstrakta (Durst) und Kollektiva (Schmuck). Ein Substantiv, das nur im Plural vorkommt, nennt man dagegen Pluraletantum, darunter fallen einige Kollektiva (Leute, Eltern), Krankheiten (Pocken) und Fachtermini (Unkosten). Die meisten deutschen Wörter (insbesondere Substantive) können jedoch sowohl als Singular- als auch als Pluralform realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von [[Nominalphrasen]] sind Substantive, [[attributive]] Adjektive und Artikelwörter hinsichtlich des Numerus kongruent zueinander (10). Auch in [[Pronominalphrasen]] gehören Erweiterungen der gleichen Numeruskategorie an wie das als Kopf fungierende Pronomen (11) (Ausnahmen sind hier nur Nominalphrasen im Genitiv). Die Numeruskategorie bleibt also innerhalb einer Phrase konstant. Stehen die Nominal- oder [[Pronominalphrasen]] in Subjektsposition des Satzes, stimmen diese auch mit dem Numerus des finiten Verbs überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) die&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11) meine&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Realisierung einer bestimmten Numeruskategorie (Singular oder Plural) muss nicht immer mit einem Ausdruck von Ein- bzw. Mehrzahl korrelieren. Bspw. kann der Plural auch für Quantitäten kleiner als 1 benutzt werden (12), darüber hinaus kann der Singular (z.B. in generischen Ausdrücken) für den Ausdruck einer größeren Menge von Individuen verwendet werden (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) a. Ich besitze null/0,5 Kühe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) b. *Ich besitze null/0,5 Kuh.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) Ein Hund hat vier Beine.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Literatur'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buscha, Joachim &amp;amp; Helbig, Gerhard. 2018. ''Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht''. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.&lt;br /&gt;
* Corbett, Greville G. 2004. ''Number'' (2. Aufl.) (Cambridge Textbooks in linguistics). Cambridge: Cambridge University Press. Erstausgabe, 2000.&lt;br /&gt;
*Fries, Norbert. 1997. ''Die hierarchische Organisation grammatischer Kategorien'' (Sprachtheorie und germanistische Linguistik 7). Debrecen: Institut für Germanistik an der Lajos-Kossuth-Universität.&lt;br /&gt;
* Gaeta, Livio. 2008. Die deutsche Pluralbildung zwischen deskriptiver Angemessenheit und Sprachtheorie. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik'' 36: 74-108.&lt;br /&gt;
* Kiparsky, Paul &amp;amp; Tonhauser, Judith. 2012. Semantics of Inflection. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 2070-2097.&lt;br /&gt;
* Lasersohn, Peter. 2011. Mass Nouns and Plurals. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 1131-1185. &lt;br /&gt;
* Link, Godehard. 1991. Plural. In: Stechow, Arnim von &amp;amp; Wunderlich, Dieter (eds.). 1991. ''Semantik: Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung''. Berlin: Walter de Gruyter, 418-440.&lt;br /&gt;
* Wegener, Heide. 2003. Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. ''Linguistik online'' 16: 119-157.&lt;br /&gt;
* Wiese, Heike &amp;amp; Piñango, Maria. 2014. Computations in the Mental Lexicon: Noun Classes and the Mass/Count Distinction. In: Machicao y Priemer, Antonio, Nolda, Andreas &amp;amp; Sioupi, Athina (eds.). 2014. ''Zwischen Kern und Peripherie: Untersuchungen zu Randbereichen in Sprache und Grammatik''. Berlin: De Gruyter, 209-235.&lt;br /&gt;
* Wöllstein, Angelika. 2016. ''Duden: Die Grammatik'' (Bd. 4). Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
* Grammis: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2923 (Zugriff: 07.02.2021, 11:25 Uhr)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Numerus&amp;diff=17793</id>
		<title>Numerus</title>
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		<updated>2021-03-22T10:56:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Numerus''' (lat. Zahl) ist eine grammatische Kategorisierung, mit der die Quantitätsverhältnisse erfasst werden und Angaben zur Anzahl der bezeichneten Elemente gemacht werden, daher auch grammatische Zahl genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Number is a grammatical classification used to show the quantity of a denoted element. The number can be divided into singular and plural.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche unterscheidet zwischen [[Singular]] (ein Element, d.h. Einzahl) und [[Plural]] (zwei oder mehr Elemente, d.h. Mehrzahl). In anderen Sprachen kann es weitere Formen geben, wie den [[Dual]] (genau zwei Elemente, z.B. im Altgriechischen), den [[Trial]] (genau drei Elemente, z.B. im Fidschi) oder den [[Paucal]] (eine geringe oder kleine Anzahl von Elementen, z.B. im Russischen).&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden werden Substantive (1), Verben (2), Adjektive (3), Artikelwörter (4) und Pronomina (5) nach dem Numerus flektiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) (ein) ''Tisch'' vs. (zwei) ''Tische'' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) (ich) schlafe vs. (wir) schlafen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) (ein) gelbes (Haus) vs. (die) gelben (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) das (Haus) vs. die (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) ich vs. wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Deutschen ist der Singular die grammatisch [[unmarkierte Form]], während der Plural die [[markierte Form]] und meist durch einen [[Flexionssuffix]] (6) oder [[Umlaut]] (7) gekennzeichnet ist. Die Markierung durch einen Umlaut tritt vor allem bei Substantiven häufig in Kombination mit einem Flexionssuffix auf (8). Die Unterscheidung zwischen Singular und Plural kann auch mithilfe von unterschiedlichen Stämmen realisiert werden, vor allem Pronomina (9a) (9b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) Freund - Freund'''e'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) Garten - G'''ä'''rten&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) Mann - M'''ä'''nn'''er'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. ich - '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) b. mein - '''unser'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Substantiv]], das nur im Singular vorkommt, nennt man Singularetantum, darunter fallen bspw. einige Stoffnamen (Wasser), Abstrakta (Durst) und Kollektiva (Schmuck). Ein Substantiv, das nur im Plural vorkommt, nennt man dagegen Pluraletantum, darunter fallen einige Kollektiva (Leute, Eltern), Krankheiten (Pocken) und Fachtermini (Unkosten). Die meisten deutschen Wörter (insbesondere Substantive) können jedoch sowohl als Singular- als auch als Pluralform realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von [[Nominalphrasen]] sind Substantive, [[attributive]] Adjektive und Artikelwörter hinsichtlich des Numerus kongruent zueinander (10). Auch in [[Pronominalphrasen]] gehören Erweiterungen der gleichen Numeruskategorie an wie das als Kopf fungierende Pronomen (11) (Ausnahmen sind hier nur Nominalphrasen im Genitiv). Die Numeruskategorie bleibt also innerhalb einer Phrase konstant. Stehen die Nominal- oder [[Pronominalphrasen]] in Subjektsposition des Satzes, stimmen diese auch mit dem Numerus des finiten Verbs überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) die&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11) meine&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Realisierung einer bestimmten Numeruskategorie (Singular oder Plural) muss nicht immer mit einem Ausdruck von Ein- bzw. Mehrzahl korrelieren. Bspw. kann der Plural auch für Quantitäten kleiner als 1 benutzt werden (12), darüber hinaus kann der Singular (z.B. in generischen Ausdrücken) für den Ausdruck einer größeren Menge von Individuen verwendet werden (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) a. Ich besitze null/0,5 Kühe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) b. *Ich besitze null/0,5 Kuh.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) Ein Hund hat vier Beine.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Literatur'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buscha, Joachim &amp;amp; Helbig, Gerhard. 2018. ''Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht''. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.&lt;br /&gt;
* Corbett, Greville G. 2004. ''Number'' (2. Aufl.) (Cambridge Textbooks in linguistics). Cambridge: Cambridge University Press. Erstausgabe, 2000.&lt;br /&gt;
*Fries, Norbert. 1997. ''Die hierarchische Organisation grammatischer Kategorien'' (Sprachtheorie und germanistische Linguistik 7). Debrecen: Institut für Germanistik an der Lajos-Kossuth-Universität.&lt;br /&gt;
* Gaeta, Livio. 2008. Die deutsche Pluralbildung zwischen deskriptiver Angemessenheit und Sprachtheorie. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik'' 36: 74-108.&lt;br /&gt;
* Kiparsky, Paul &amp;amp; Tonhauser, Judith. 2012. Semantics of Inflection. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 2070-2097.&lt;br /&gt;
* Lasersohn, Peter. 2011. Mass Nouns and Plurals. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 1131-1185. &lt;br /&gt;
* Link, Godehard. 1991. Plural. In: Stechow, Arnim von &amp;amp; Wunderlich, Dieter (eds.). 1991. ''Semantik: Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung''. Berlin: Walter de Gruyter, 418-440.&lt;br /&gt;
* Wegener, Heide. 2003. Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. ''Linguistik online'' 16: 119-157.&lt;br /&gt;
* Wiese, Heike &amp;amp; Piñango, Maria. 2014. Computations in the Mental Lexicon: Noun Classes and the Mass/Count Distinction. In: Machicao y Priemer, Antonio, Nolda, Andreas &amp;amp; Sioupi, Athina (eds.). 2014. ''Zwischen Kern und Peripherie: Untersuchungen zu Randbereichen in Sprache und Grammatik''. Berlin: De Gruyter, 209-235.&lt;br /&gt;
* Wöllstein, Angelika. 2016. ''Duden: Die Grammatik'' (Bd. 4). Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
* Grammis: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2923 (Zugriff: 07.02.2021, 11:25 Uhr)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Numerus&amp;diff=17792</id>
		<title>Numerus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Numerus&amp;diff=17792"/>
		<updated>2021-03-22T10:56:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Literatur&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Numerus''' (lat. Zahl) ist eine grammatische Kategorisierung, mit der die Quantitätsverhältnisse erfasst werden und Angaben zur Anzahl der bezeichneten Elemente gemacht werden, daher auch grammatische Zahl genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Number is a grammatical classification used to show the quantity of a denoted element. The number can be divided into singular and plural.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche unterscheidet zwischen [[Singular]] (ein Element, d.h. Einzahl) und [[Plural]] (zwei oder mehr Elemente, d.h. Mehrzahl). In anderen Sprachen kann es weitere Formen geben, wie den [[Dual]] (genau zwei Elemente, z.B. im Altgriechischen), den [[Trial]] (genau drei Elemente, z.B. im Fidschi) oder den [[Paucal]] (eine geringe oder kleine Anzahl von Elementen, z.B. im Russischen).&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden werden Substantive (1), Verben (2), Adjektive (3), Artikelwörter (4) und Pronomina (5) nach dem Numerus flektiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) (ein) ''Tisch'' vs. (zwei) ''Tische'' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) (ich) schlafe vs. (wir) schlafen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) (ein) gelbes (Haus) vs. (die) gelben (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) das (Haus) vs. die (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) ich vs. wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Deutschen ist der Singular die grammatisch [[unmarkierte Form]], während der Plural die [[markierte Form]] und meist durch einen [[Flexionssuffix]] (6) oder [[Umlaut]] (7) gekennzeichnet ist. Die Markierung durch einen Umlaut tritt vor allem bei Substantiven häufig in Kombination mit einem Flexionssuffix auf (8). Die Unterscheidung zwischen Singular und Plural kann auch mithilfe von unterschiedlichen Stämmen realisiert werden, vor allem Pronomina (9a) (9b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) Freund - Freund'''e'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) Garten - G'''ä'''rten&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) Mann - M'''ä'''nn'''er'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. ich - '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) b. mein - '''unser'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Substantiv]], das nur im Singular vorkommt, nennt man Singularetantum, darunter fallen bspw. einige Stoffnamen (Wasser), Abstrakta (Durst) und Kollektiva (Schmuck). Ein Substantiv, das nur im Plural vorkommt, nennt man dagegen Pluraletantum, darunter fallen einige Kollektiva (Leute, Eltern), Krankheiten (Pocken) und Fachtermini (Unkosten). Die meisten deutschen Wörter (insbesondere Substantive) können jedoch sowohl als Singular- als auch als Pluralform realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von [[Nominalphrasen]] sind Substantive, [[attributive]] Adjektive und Artikelwörter hinsichtlich des Numerus kongruent zueinander (10). Auch in [[Pronominalphrasen]] gehören Erweiterungen der gleichen Numeruskategorie an wie das als Kopf fungierende Pronomen (11) (Ausnahmen sind hier nur Nominalphrasen im Genitiv). Die Numeruskategorie bleibt also innerhalb einer Phrase konstant. Stehen die Nominal- oder [[Pronominalphrasen]] in Subjektsposition des Satzes, stimmen diese auch mit dem Numerus des finiten Verbs überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) die&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11) meine&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Realisierung einer bestimmten Numeruskategorie (Singular oder Plural) muss nicht immer mit einem Ausdruck von Ein- bzw. Mehrzahl korrelieren. Bspw. kann der Plural auch für Quantitäten kleiner als 1 benutzt werden (12), darüber hinaus kann der Singular (z.B. in generischen Ausdrücken) für den Ausdruck einer größeren Menge von Individuen verwendet werden (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) a. Ich besitze null/0,5 Kühe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) b. *Ich besitze null/0,5 Kuh.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) Ein Hund hat vier Beine.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Literatur'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buscha, Joachim &amp;amp; Helbig, Gerhard. 2018. ''Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht''. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.&lt;br /&gt;
* Corbett, Greville G. 2004. ''Number'' (2. Aufl.) (Cambridge Textbooks in linguistics). Cambridge: Cambridge University Press. Erstausgabe, 2000.&lt;br /&gt;
*Fries, Norbert. 1997. ''Die hierarchische Organisation grammatischer Kategorien'' (Bd. 7) (Sprachtheorie und germanistische Linguistik). Debrecen: Institut für Germanistik an der Lajos-Kossuth-Universität.&lt;br /&gt;
* Gaeta, Livio. 2008. Die deutsche Pluralbildung zwischen deskriptiver Angemessenheit und Sprachtheorie. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik'' 36: 74-108.&lt;br /&gt;
* Kiparsky, Paul &amp;amp; Tonhauser, Judith. 2012. Semantics of Inflection. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 2070-2097.&lt;br /&gt;
* Lasersohn, Peter. 2011. Mass Nouns and Plurals. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 1131-1185. &lt;br /&gt;
* Link, Godehard. 1991. Plural. In: Stechow, Arnim von &amp;amp; Wunderlich, Dieter (eds.). 1991. ''Semantik: Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung''. Berlin: Walter de Gruyter, 418-440.&lt;br /&gt;
* Wegener, Heide. 2003. Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. ''Linguistik online'' 16: 119-157.&lt;br /&gt;
* Wiese, Heike &amp;amp; Piñango, Maria. 2014. Computations in the Mental Lexicon: Noun Classes and the Mass/Count Distinction. In: Machicao y Priemer, Antonio, Nolda, Andreas &amp;amp; Sioupi, Athina (eds.). 2014. ''Zwischen Kern und Peripherie: Untersuchungen zu Randbereichen in Sprache und Grammatik''. Berlin: De Gruyter, 209-235.&lt;br /&gt;
* Wöllstein, Angelika. 2016. ''Duden: Die Grammatik'' (Bd. 4). Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
* Grammis: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2923 (Zugriff: 07.02.2021, 11:25 Uhr)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Numerus&amp;diff=17791</id>
		<title>Numerus</title>
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		<updated>2021-03-22T10:54:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Literatur und kleine Änderungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der '''Numerus''' (lat. Zahl) ist eine grammatische Kategorisierung, mit der die Quantitätsverhältnisse erfasst werden und Angaben zur Anzahl der bezeichneten Elemente gemacht werden, daher auch grammatische Zahl genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Number is a grammatical classification used to show the quantity of a denoted element. The number can be divided into singular and plural.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Deutsche unterscheidet zwischen [[Singular]] (ein Element, d.h. Einzahl) und [[Plural]] (zwei oder mehr Elemente, d.h. Mehrzahl). In anderen Sprachen kann es weitere Formen geben, wie den [[Dual]] (genau zwei Elemente, z.B. im Altgriechischen), den [[Trial]] (genau drei Elemente, z.B. im Fidschi) oder den [[Paucal]] (eine geringe oder kleine Anzahl von Elementen, z.B. im Russischen).&lt;br /&gt;
Im Deutschen werden werden Substantive (1), Verben (2), Adjektive (3), Artikelwörter (4) und Pronomina (5) nach dem Numerus flektiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) (ein) ''Tisch'' vs. (zwei) ''Tische'' &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) (ich) schlafe vs. (wir) schlafen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) (ein) gelbes (Haus) vs. (die) gelben (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) das (Haus) vs. die (Häuser)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) ich vs. wir&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Deutschen ist der Singular die grammatisch [[unmarkierte Form]], während der Plural die [[markierte Form]] und meist durch einen [[Flexionssuffix]] (6) oder [[Umlaut]] (7) gekennzeichnet ist. Die Markierung durch einen Umlaut tritt vor allem bei Substantiven häufig in Kombination mit einem Flexionssuffix auf (8). Die Unterscheidung zwischen Singular und Plural kann auch mithilfe von unterschiedlichen Stämmen realisiert werden, vor allem Pronomina (9a) (9b).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) Freund - Freund'''e'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) Garten - G'''ä'''rten&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) Mann - M'''ä'''nn'''er'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. ich - '''wir'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) b. mein - '''unser'''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein [[Substantiv]], das nur im Singular vorkommt, nennt man Singularetantum, darunter fallen bspw. einige Stoffnamen (Wasser), Abstrakta (Durst) und Kollektiva (Schmuck). Ein Substantiv, das nur im Plural vorkommt, nennt man dagegen Pluraletantum, darunter fallen einige Kollektiva (Leute, Eltern), Krankheiten (Pocken) und Fachtermini (Unkosten). Die meisten deutschen Wörter (insbesondere Substantive) können jedoch sowohl als Singular- als auch als Pluralform realisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von [[Nominalphrasen]] sind Substantive, [[attributive]] Adjektive und Artikelwörter hinsichtlich des Numerus kongruent zueinander (10). Auch in [[Pronominalphrasen]] gehören Erweiterungen der gleichen Numeruskategorie an wie das als Kopf fungierende Pronomen (11) (Ausnahmen sind hier nur Nominalphrasen im Genitiv). Die Numeruskategorie bleibt also innerhalb einer Phrase konstant. Stehen die Nominal- oder [[Pronominalphrasen]] in Subjektsposition des Satzes, stimmen diese auch mit dem Numerus des finiten Verbs überein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) die&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11) meine&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; schönen&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt; Schuhe&amp;lt;sub&amp;gt;PL&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Realisierung einer bestimmten Numeruskategorie (Singular oder Plural) muss nicht immer mit einem Ausdruck von Ein- bzw. Mehrzahl korrelieren. Bspw. kann der Plural auch für Quantitäten kleiner als 1 benutzt werden (12), darüber hinaus kann der Singular (z.B. in generischen Ausdrücken) für den Ausdruck einer größeren Menge von Individuen verwendet werden (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) a. Ich besitze null/0,5 Kühe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12) b. *Ich besitze null/0,5 Kuh.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) Ein Hund hat vier Beine.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Literatur'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Buscha, Joachim &amp;amp; Helbig, Gerhard. 2018. ''Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht''. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.&lt;br /&gt;
* Corbett, Greville G. 2004. ''Number'' (2. Aufl.) (Cambridge Textbooks in linguistics). Cambridge: Cambridge University Press. Erstausgabe, 2000.&lt;br /&gt;
* Gaeta, Livio. 2008. Die deutsche Pluralbildung zwischen deskriptiver Angemessenheit und Sprachtheorie. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik'' 36: 74-108.&lt;br /&gt;
* Kiparsky, Paul &amp;amp; Tonhauser, Judith. 2012. Semantics of Inflection. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 2070-2097.&lt;br /&gt;
* Lasersohn, Peter. 2011. Mass Nouns and Plurals. In: Maienborn, Claudia, Heusinger, Klaus von &amp;amp; Portner, Paul (eds.). 2012. ''Semantics: An International Handbook of Natural Language Meaning''. Berlin: De Gruyter Mouton, 1131-1185. &lt;br /&gt;
* Link, Godehard. 1991. Plural. In: Stechow, Arnim von &amp;amp; Wunderlich, Dieter (eds.). 1991. ''Semantik: Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung''. Berlin: Walter de Gruyter, 418-440.&lt;br /&gt;
* Wegener, Heide. 2003. Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. ''Linguistik online'' 16: 119-157.&lt;br /&gt;
* Wiese, Heike &amp;amp; Piñango, Maria. 2014. Computations in the Mental Lexicon: Noun Classes and the Mass/Count Distinction. In: Machicao y Priemer, Antonio, Nolda, Andreas &amp;amp; Sioupi, Athina (eds.). 2014. ''Zwischen Kern und Peripherie: Untersuchungen zu Randbereichen in Sprache und Grammatik''. Berlin: De Gruyter, 209-235.&lt;br /&gt;
* Wöllstein, Angelika. 2016. ''Duden: Die Grammatik'' (Bd. 4). Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
* Grammis: https://grammis.ids-mannheim.de/systematische-grammatik/2923 (Zugriff: 07.02.2021, 11:25 Uhr)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Auslautverh%C3%A4rtung&amp;diff=17785</id>
		<title>Auslautverhärtung</title>
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		<updated>2021-03-16T10:42:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Auslautverhärtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonym: Endrand-Desonorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung bezeichnet einen lautlichen Prozess, nach dem [[Obstruent|Obstruenten]], d.h. [[Frikativ|Frikative]], [[Plosiv|Plosive]] und [[Affrikate|Affrikaten]], in der [[Koda]] (auch Silbenendrand oder Endrand) stimmlos realisiert werden. Die Auslautverhärtung ist kein allgemeines Merkmal phonologischer Systeme. Sie tritt nur in einigen Sprachen bzw. Varietäten auf. Bspw. kommt sie im [[Niederländisch|Niederländischen]], [[Türkisch|Türkischen]] und im [[Deutsch|Deutschen]] vor, jedoch nicht im [[Spanisch|Spanischen]] oder [[Englisch|Englischen]]. Auch in einigen südlichen Varietäten des Deutschen kommt sie nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Onset]] (Silbenanfang) der [[Silbe]] herrscht ein [[phonologischer Kontrast]] zwischen [[stimmhaft|stimmhaften]] und [[stimmlos|stimmlosen]] Obstruenten, d.h. Frikativen, Plosiven und Affrikaten, vor, welche die gleiche [[Artikulationsart]] und den gleichen [[Artikulationsort]] haben, z.B. [g] vs [k], siehe Bsp. (1) – (5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) [b] – [p] in &amp;lt;backen&amp;gt; vs. &amp;lt;packen&amp;gt;: [ˈbak.ən] – [ˈpak.ən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) [d] – [t] in &amp;lt;danken&amp;gt; vs. &amp;lt;tanken&amp;gt;: [ˈdaŋ.kən] – [ˈtaŋ.kən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) [ɡ] – [k] in &amp;lt;Garten&amp;gt; vs. &amp;lt;Karten&amp;gt;: [ˈɡaʁ.tən] – [ˈkaʁ.tən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) [v] – [f] in &amp;lt;was&amp;gt; vs. &amp;lt;Fass&amp;gt;: [ˈvas] – [ˈfas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) [z] – [s] in &amp;lt;heiser&amp;gt; vs. &amp;lt;heißer&amp;gt;: [h͡aɪ.zɐ] – [h͡aɪ.sɐ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Koda der Silbe wird dieser Kontrast dagegen neutralisiert (→ [[Neutralisierung]]), sodass stimmhafte Obstruenten stimmlos realisiert werden, sie werden also auslautverhärtet (vgl. Hall 2011: 97; Trubetzkoy 1939), siehe Bsp. (a) in (6) – (10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Phonologische Regel nach Hall (2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung: /b d ɡ v z ʒ/  → [p t k f s ʃ] / ____ #&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) a. Tag [ˈtaːk] *['taːɡ] b. Tages [ˈtaː.ɡəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) a. Lob [ˈloːp] *['loːb] b. Lobes [ˈloː.bəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) a. Rad [ˈʁaːt] *['ʁaːd] b. Rades [ˈʁaː.dəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. kursiv [ˌkʊʁ.ˈziːf] *[ˌkʊʁ.ˈziːv] b. kursive [ˌkʊʁ.ˈziː.və]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) a. Gas [ˈɡaːs] *['ɡaːz] b. Gases [ˈɡaː.zəs] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Neutralisierungsprozesse ist der phonetisch-phonologische Kontext wichtig. Die Auslautverhärtung erfolgt nur, wenn sich das betroffene Segment (z.B. /g/ in 6a) in der Koda befindet. Wenn sich bspw. durch [[Flexion]] die [[Silbifizierung]] des Wortes ändert, und sich der betroffene Obstruent im Onset befindet, sie Bsp. b in (6) – (10), erfolgt keine Auslautverhärtung da die Bedingung nicht erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die betroffenen Segmente regelhaft nur in der Koda stimmlos realisiert werden, in anderen Positionen aber stimmhaft bleiben und bedeutungsunterscheidend sind (vgl. 11a vs. 12a), kann man von einer zugrundeliegenden phonologischen Form (d.h. [[Phonem]]) mit stimmhaftem Obstruenten ausgehen (vgl. 11a &amp;amp; 12a vs. 11B &amp;amp; 12b), die dann durch die phonetische Regel der Auslautverhärtung zu einem stimmlosen [[Phon]] verändert wird (vgl. Wiese, 2011: 102–103; Hall, 2011: 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. [bʊnt]&amp;lt;sub&amp;gt;NOM&amp;lt;/sub&amp;gt;, ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. [bʊnt] ⟨bunt⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. [bʊn.dəs]&amp;lt;sub&amp;gt;GEN&amp;lt;/sub&amp;gt; daher /bʊnd/ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. [bʊn.təs] daher /bʊnt/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen wird durch die Auslautverhärtung bspw. die Abgrenzung zu zweisilbigen Worten bzw. Wortformen gestärkt (Eisenberg 2006: 127). Die Auslautverhärtung wird im Deutschen nicht verschriftet, da die Verschriftung stärker von der Graphem-Phonem-Korrespondenz abhängig ist (Fuhrhop und Peters 2016: 243 und Eisenberg 2017: 59), siehe Bsp. (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) /bʊnd/ aber [bʊnt], daher &amp;lt;Bund&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwierigkeiten der Definition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg (2006: 127) weist daraufhin, dass in manchen Varietäten des Deutschen das Wort ⟨Sieg⟩ nicht [ziːk], sondern [ziːç] ausgesprochen wird. Dies erklärt er damit, dass vor der Auslautverhärtung eine [[g-Spirantisierung]] von [ɡ] zu [ʝ] stattfindet und erst im zweiten Schritt eine Auslautverhärtung von [ʝ] zu [ç] (Bsp. (14)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. Variation von ⟨Sieg⟩: [ziːk] vs. [ziːç] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. /ziːɡ/ → [ziːʝ] →[ziːç]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern [dʒ] und [ʒ], z.B. in orange vs Orange (Farbe vs. Obst), zum deutschen Konsonanteninventar gehören und wie sie sich in Bezug zur Auslautverhärtung verhalten ist Gegenstand einer Diskussion (siehe dazu Brockhaus, 2012: 9 – 11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Diskussion darüber, ob im Deutschen wirklich eine vollständige Auslautverhärtung vorliegt sieh exemplarisch Kahlen-Halstenbach (1990) und Mihm (2007)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg, Peter. 2006. Grundriss der deutschen Grammatik Band 1: Das Wort. 3., durchgesehene Auflage. Stuttgart: Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg, Peter. 2017. Deutsche Orthografie. Berlin/Boston: De Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuhrhop, Nanna. 2009. Orthografie. Heidelberg: Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiese, Richard. 2011. Phonetik und Phonologie. Paderborn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brockhaus, Wiebke. 2012. Final Devoicing in the Phonology of German. Reprint 2012 ed. Linguistische Arbeiten; 336. Tübingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuhrhop, Nanna, and Peters, Jörg. 2016. Einführung in Die Phonologie Und Graphematik. Stuttgart: J.B. Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pompino-Marschall, Bernd. 1995. Einführung in die Phonetik. Berlin: Walter de Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hall, Tracy Alan. 2011. Phonologie: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trubetzkoy, Nikolai Sergejewitsch. 1989. Grundzüge der Phonologie, 7. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht. [1. Aufl. 1939].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kahlen-Halstenbach, Birthe. 1990. &amp;quot;Zur Psychologischen Realität Der Auslautverhärtung Im Deutschen.&amp;quot; Sprachtypologie und Universalienforschung (STUF) 43(1): 645-55. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mihm, Arend. 2007. &amp;quot;Theorien der Auslautverhärtung im Spannungsverhältnis zwischen Normsetzung und Sprachwirklichkeit.&amp;quot; Deutsche Sprache 35(2): 95.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Auslautverh%C3%A4rtung&amp;diff=17784</id>
		<title>Auslautverhärtung</title>
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		<updated>2021-03-16T10:41:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Literatur und kleine Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Auslautverhärtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonym: Endrand-Desonorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung bezeichnet einen lautlichen Prozess, nach dem [[Obstruent|Obstruenten]], d.h. [[Frikativ|Frikative]], [[Plosiv|Plosive]] und [[Affrikate|Affrikaten]], in der [[Koda]] (auch Silbenendrand oder Endrand) stimmlos realisiert werden. Die Auslautverhärtung ist kein allgemeines Merkmal phonologischer Systeme. Sie tritt nur in einigen Sprachen bzw. Varietäten auf. Bspw. kommt sie im [[Niederländisch|Niederländischen]], [[Türkisch|Türkischen]] und im [[Deutsch|Deutschen]] vor, jedoch nicht im [[Spanisch|Spanischen]] oder [[Englisch|Englischen]]. Auch in einigen südlichen Varietäten des Deutschen kommt sie nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Onset]] (Silbenanfang) der [[Silbe]] herrscht ein [[phonologischer Kontrast]] zwischen [[stimmhaft|stimmhaften]] und [[stimmlos|stimmlosen]] Obstruenten, d.h. Frikativen, Plosiven und Affrikaten, vor, welche die gleiche [[Artikulationsart]] und den gleichen [[Artikulationsort]] haben, z.B. [g] vs [k], siehe Bsp. (1) – (5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) [b] – [p] in &amp;lt;backen&amp;gt; vs. &amp;lt;packen&amp;gt;: [ˈbak.ən] – [ˈpak.ən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) [d] – [t] in &amp;lt;danken&amp;gt; vs. &amp;lt;tanken&amp;gt;: [ˈdaŋ.kən] – [ˈtaŋ.kən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) [ɡ] – [k] in &amp;lt;Garten&amp;gt; vs. &amp;lt;Karten&amp;gt;: [ˈɡaʁ.tən] – [ˈkaʁ.tən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) [v] – [f] in &amp;lt;was&amp;gt; vs. &amp;lt;Fass&amp;gt;: [ˈvas] – [ˈfas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) [z] – [s] in &amp;lt;heiser&amp;gt; vs. &amp;lt;heißer&amp;gt;: [h͡aɪ.zɐ] – [h͡aɪ.sɐ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Koda der Silbe wird dieser Kontrast dagegen neutralisiert (→ [[Neutralisierung]]), sodass stimmhafte Obstruenten stimmlos realisiert werden, sie werden also auslautverhärtet (vgl. Hall 2011: 97; Trubetzkoy 1939), siehe Bsp. (a) in (6) – (10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Phonologische Regel nach Hall (2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung: /b d ɡ v z ʒ/  → [p t k f s ʃ] / ____ #&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) a. Tag [ˈtaːk] *['taːɡ] b. Tages [ˈtaː.ɡəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) a. Lob [ˈloːp] *['loːb] b. Lobes [ˈloː.bəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) a. Rad [ˈʁaːt] *['ʁaːd] b. Rades [ˈʁaː.dəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. kursiv [ˌkʊʁ.ˈziːf] *[ˌkʊʁ.ˈziːv] b. kursive [ˌkʊʁ.ˈziː.və]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) a. Gas [ˈɡaːs] *['ɡaːz] b. Gases [ˈɡaː.zəs] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Neutralisierungsprozesse ist der phonetisch-phonologische Kontext wichtig. Die Auslautverhärtung erfolgt nur, wenn sich das betroffene Segment (z.B. /g/ in 6a) in der Koda befindet. Wenn sich bspw. durch [[Flexion]] die [[Silbifizierung]] des Wortes ändert, und sich der betroffene Obstruent im Onset befindet, sie Bsp. b in (6) – (10), erfolgt keine Auslautverhärtung da die Bedingung nicht erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die betroffenen Segmente regelhaft nur in der Koda stimmlos realisiert werden, in anderen Positionen aber stimmhaft bleiben und bedeutungsunterscheidend sind (vgl. 11a vs. 12a), kann man von einer zugrundeliegenden phonologischen Form (d.h. [[Phonem]]) mit stimmhaftem Obstruenten ausgehen (vgl. 11a &amp;amp; 12a vs. 11B &amp;amp; 12b), die dann durch die phonetische Regel der Auslautverhärtung zu einem stimmlosen [[Phon]] verändert wird (vgl. Wiese, 2011: 102–103; Hall, 2011: 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. [bʊnt]&amp;lt;sub&amp;gt;NOM&amp;lt;/sub&amp;gt;, ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. [bʊnt] ⟨bunt⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. [bʊn.dəs]&amp;lt;sub&amp;gt;GEN&amp;lt;/sub&amp;gt; daher /bʊnd/ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. [bʊn.təs] daher /bʊnt/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen wird durch die Auslautverhärtung bspw. die Abgrenzung zu zweisilbigen Worten bzw. Wortformen gestärkt (Eisenberg 2006: 127). Die Auslautverhärtung wird im Deutschen nicht verschriftet, da die Verschriftung stärker von der Graphem-Phonem-Korrespondenz abhängig ist (Fuhrhop und Peters 2016: 243 und Eisenberg 2017: 59), siehe Bsp. (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) /bʊnd/ aber [bʊnt], daher &amp;lt;Bund&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwierigkeiten der Definition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg (2006: 127) weist daraufhin, dass in manchen Varietäten des Deutschen das Wort ⟨Sieg⟩ nicht [ziːk], sondern [ziːç] ausgesprochen wird. Dies erklärt er damit, dass vor der Auslautverhärtung eine [[g-Spirantisierung]] von [ɡ] zu [ʝ] stattfindet und erst im zweiten Schritt eine Auslautverhärtung von [ʝ] zu [ç] (Bsp. (14)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. Variation von ⟨Sieg⟩: [ziːk] vs. [ziːç] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. /ziːɡ/ → [ziːʝ] →[ziːç]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern [dʒ] und [ʒ], z.B. in orange vs Orange (Farbe vs. Obst), zum deutschen Konsonanteninventar gehören und wie sie sich in Bezug zur Auslautverhärtung verhalten ist Gegenstand einer Diskussion (siehe dazu Brockhaus, 2012: 9 – 11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Diskussion darüber, ob im Deutschen wirklich eine vollständige Auslautverhärtung vorliegt sieh exemplarisch Kahlen-Halstenbach (1990) und Mihm (2007)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg, Peter. 2006. Grundriss der deutschen Grammatik Band 1: Das Wort. 3., durchgesehene Auflage. Stuttgart: Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg, Peter. 2017. Deutsche Orthografie. Berlin/Boston: De Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuhrhop, Nanna. 2009. Orthografie. Heidelberg: Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiese, Richard. 2011. Phonetik und Phonologie. Paderborn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brockhaus, Wiebke. 2012. Final Devoicing in the Phonology of German. Reprint 2012 ed. Linguistische Arbeiten; 336. Tübingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuhrhop, Nanna, and Peters, Jörg. 2016. Einführung in Die Phonologie Und Graphematik. Stuttgart: J.B. Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pompino-Marschall, Bernd. 1995. Einführung in die Phonetik. Berlin: Walter de Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hall, Tracy Alan. 2011. Phonologie: Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trubetzkoy, Nikolai Sergejewitsch. 1989. Grundzüge der Phonologie, 7. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht. [1. Aufl. 1939].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kahlen-Halstenbach, Birthe. 1990. &amp;quot;Zur Psychologischen Realität Der Auslautverhärtung Im Deutschen.&amp;quot; Sprachtypologie und Universalienforschung (STUF) 43(1): 645-55. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mihm, Arend. 2007. &amp;quot;Theorien der Auslautverhärtung im Spannungsverhältnis zwischen Normsetzung und Sprachwirklichkeit.&amp;quot; Deutsche Sprache 35(2): 95.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Auslautverh%C3%A4rtung&amp;diff=17783</id>
		<title>Auslautverhärtung</title>
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		<updated>2021-03-16T10:21:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Links und kleine Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Auslautverhärtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Synonym: Endrand-Desonorisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition: ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung bezeichnet einen lautlichen Prozess, nach dem [[Obstruent|Obstruenten]], d.h. [[Frikativ|Frikative]], [[Plosiv|Plosive]] und [[Affrikate|Affrikaten]], in der [[Koda]] (auch Silbenendrand oder Endrand) stimmlos realisiert werden. Die Auslautverhärtung ist kein allgemeines Merkmal phonologischer Systeme. Sie tritt nur in einigen Sprachen bzw. Varietäten auf. Bspw. kommt sie im [[Niederländisch|Niederländischen]], [[Türkisch|Türkischen]] und im [[Deutsch|Deutschen]] vor, jedoch nicht im [[Spanisch|Spanischen]] oder [[Englisch|Englischen]]. Auch in einigen südlichen Varietäten des Deutschen kommt sie nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Onset]] (Silbenanfang) der [[Silbe]] herrscht ein [[phonologischer Kontrast]] zwischen [[stimmhaft|stimmhaften]] und [[stimmlos|stimmlosen]] Obstruenten, d.h. Frikativen, Plosiven und Affrikaten, vor, welche die gleiche [[Artikulationsart]] und den gleichen [[Artikulationsort]] haben, z.B. [g] vs [k], siehe Bsp. (1) – (5).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) [b] – [p] in &amp;lt;backen&amp;gt; vs. &amp;lt;packen&amp;gt;: [ˈbak.ən] – [ˈpak.ən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(2) [d] – [t] in &amp;lt;danken&amp;gt; vs. &amp;lt;tanken&amp;gt;: [ˈdaŋ.kən] – [ˈtaŋ.kən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(3) [ɡ] – [k] in &amp;lt;Garten&amp;gt; vs. &amp;lt;Karten&amp;gt;: [ˈɡaʁ.tən] – [ˈkaʁ.tən]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(4) [v] – [f] in &amp;lt;was&amp;gt; vs. &amp;lt;Fass&amp;gt;: [ˈvas] – [ˈfas]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(5) [z] – [s] in &amp;lt;heiser&amp;gt; vs. &amp;lt;heißer&amp;gt;: [h͡aɪ.zɐ] – [h͡aɪ.sɐ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Koda der Silbe wird dieser Kontrast dagegen neutralisiert (→ [[Neutralisierung]]), sodass stimmhafte Obstruenten stimmlos realisiert werden, sie werden also auslautverhärtet (vgl. Hall 2011: 97; Trubetzkoy 1939), siehe Bsp. (a) in (6) – (10).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Phonologische Regel nach Hall (2011)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auslautverhärtung: /b d ɡ v z ʒ/  → [p t k f s ʃ] / ____ #&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(6) a. Tag [ˈtaːk] *['taːɡ] b. Tages [ˈtaː.ɡəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(7) a. Lob [ˈloːp] *['loːb] b. Lobes [ˈloː.bəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(8) a. Rad [ˈʁaːt] *['ʁaːd] b. Rades [ˈʁaː.dəs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(9) a. kursiv [ˌkʊʁ.ˈziːf] *[ˌkʊʁ.ˈziːv] b. kursive [ˌkʊʁ.ˈziː.və]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(10) a. Gas [ˈɡaːs] *['ɡaːz] b. Gases [ˈɡaː.zəs] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Neutralisierungsprozesse ist der phonetisch-phonologische Kontext wichtig. Die Auslautverhärtung erfolgt nur, wenn sich das betroffene Segment (z.B. /g/ in 6a) in der Koda befindet. Wenn sich bspw. durch [[Flexion]] die [[Silbifizierung]] des Wortes ändert, und sich der betroffene Obstruent im Onset befindet, sie Bsp. b in (6) – (10), erfolgt keine Auslautverhärtung da die Bedingung nicht erfüllt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die betroffenen Segmente regelhaft nur in der Koda stimmlos realisiert werden, in anderen Positionen aber stimmhaft bleiben und bedeutungsunterscheidend sind (vgl. 11a vs. 12a), kann man von einer zugrundeliegenden phonologischen Form mit stimmhaftem Obstruenten ausgehen (vgl. 11a &amp;amp; 12a vs. 11B &amp;amp; 12b), die dann durch die phonetische Regel der Auslautverhärtung angepasst wird (vgl. Wiese, 2011: 102–103; Hall, 2011: 54).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. [bʊnt]&amp;lt;sub&amp;gt;NOM&amp;lt;/sub&amp;gt;, ⟨Bund⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. [bʊnt] ⟨bunt⟩ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(12)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. [bʊn.dəs]&amp;lt;sub&amp;gt;GEN&amp;lt;/sub&amp;gt; daher /bʊnd/ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. [bʊn.təs] daher /bʊnt/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Deutschen wird durch die Auslautverhärtung bspw. die Abgrenzung zu zweisilbigen Worten bzw. Wortformen gestärkt (Eisenberg 2006: 127). Die Auslautverhärtung wird im Deutschen nicht verschriftet, da die Verschriftung stärker von der Graphem-Phonem-Korrespondenz abhängig ist (Fuhrhop und Peters 2016: 243 und Eisenberg 2017: 59), siehe Bsp. (13).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(13) /bʊnd/ aber [bʊnt], daher &amp;lt;Bund&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwierigkeiten der Definition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg (2006: 127) weist daraufhin, dass in manchen Varietäten des Deutschen das Wort ⟨Sieg⟩ nicht [ziːk], sondern [ziːç] ausgesprochen wird. Dies erklärt er damit, dass vor der Auslautverhärtung eine [[g-Spirantisierung]] von [ɡ] zu [ʝ] stattfindet und erst im zweiten Schritt eine Auslautverhärtung von [ʝ] zu [ç] (Bsp. (14)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(14)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
a. Variation von ⟨Sieg⟩: [ziːk] vs. [ziːç] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b. /ziːɡ/ → [ziːʝ] →[ziːç]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern [dʒ] und [ʒ], z.B. in orange vs Orange (Farbe vs. Obst), zum deutschen Konsonanteninventar gehören und wie sie sich in Bezug zur Auslautverhärtung verhalten ist Gegenstand einer Diskussion (siehe dazu Brockhaus, 2012: 9 – 11)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Diskussion darüber, ob im Deutschen wirklich eine vollständige Auslautverhärtung vorliegt sieh exemplarisch Kahlen-Halstenbach (1990) und Mihm (2007)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literatur ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg, Peter. 2006. Grundriss Der Deutschen Grammatik Band 1: Das Wort. 3., Durchgesehene Auflage. Stuttgart,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eisenberg, Peter. 2017. Deutsche Orthografie. Berlin/Boston: De Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuhrhop, Nanna. 2009. Orthografie. Heidelberg: Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiese, Richard. 2011. Phonetik und Phonologie. Paderborn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brockhaus, Wiebke. 2012. Final Devoicing in the Phonology of German. Reprint 2012 ed. Linguistische Arbeiten ; 336. Tübingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuhrhop, Nanna, and Peters, Jörg. 2016. Einführung in Die Phonologie Und Graphematik. Stuttgart: J.B. Metzler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pompino-Marschall, Bernd. 1995. Einführung in die Phonetik. Berlin: Walter de Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hall, Tracy Alan. 2011. Phonologie: Eine Einführung. de Gruyter Studienbuch. Berlin: Walter de Gruyter, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trubetzkoy, Nikolai Sergejewitsch. 1989. Grundzüge der Phonologie. 7. ed. Göttingen: Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht. 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kahlen-Halstenbach, Birthe. 1990. &amp;quot;Zur Psychologischen Realität Der Auslautverhärtung Im Deutschen.&amp;quot; Sprachtypologie Und Universalienforschung: STUF 43, no. 1: 645-55. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mihm, Arend. 2007. &amp;quot;Theorien Der Auslautverhärtung Im Spannungsverhältnis Zwischen Normsetzung Und Sprachwirklichkeit.&amp;quot; Deutsche Sprache 35, no. 2: 95. 2007&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-25T09:36:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>User talk:SinaKatharina</title>
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		<updated>2021-02-24T15:31:19Z</updated>

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		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=User_talk:Guido.Notermans&amp;diff=17714</id>
		<title>User talk:Guido.Notermans</title>
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		<updated>2021-02-18T11:12:17Z</updated>

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		<author><name>AMyP</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Generisches_Maskulinum&amp;diff=17713</id>
		<title>Generisches Maskulinum</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Generisches_Maskulinum&amp;diff=17713"/>
		<updated>2021-02-17T20:18:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Authors Svenja Heinol &amp;amp; Antonio Machicao y Priemer&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Generisches Maskulinum''' ist die Bezeichnung für die Verwendung von [[Genus_(de)|maskulinen]] [[Nomen|Nomina]] bzw. [[Pronomen|Pronomina]], die auf Lebewesen referieren, bei denen das Geschlecht nicht bekannt bzw. irrelevant ist. Das verwendete [[Nomen]] bzw. [[Pronomen]] könnte sich also auf Lebewesen jeglichen (biologischen) [[Geschlecht|Geschlechts]] beziehen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''generisches Maskulinum'' tritt das erste Mal in der Duden-Grammatik 1995 auf (vgl. Drosdowski et al. 1995: 196). Das generische [[Maskulinum]] bezeichnet die Verwendung maskuliner Nomina (vgl. 1–3) bzw. Pronomina (vgl. 4) für Lebewesen, bei denen der [[Sexus]] (d.h. das biologische Geschlecht: männlich, weiblich, divers) unbekannt oder für die spezifische Situation irrelevant ist.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Jeder ''Lehrer'' hat ein Notenbuch. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Alle ''Studenten'' müssen für ihre Klausuren lernen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Der ''Hund'' ist ein Säugetier.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. ''Jeder'' hat ''sein'' Buch gelesen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Verwendung von Nomina/Pronomina wird nicht spezifiziert, welches (biologische) Geschlecht das Lebewesen hat, auf das sich der Ausdruck bezieht, bzw. es geht einfach nur um eine allgemeine (z.B. [[Generizität|generische]]) Aussage (vgl. 3), bei der der Sexus der [[Referenz|Referenten]] irrelevant ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdrücke im generischen Maskulinum sind [[Ambiguität|ambig]], da sie nicht für [[Sexus]] spezifiziert sind, d.h. sie können sich auf Individuen unterschiedlicher Geschlechter beziehen. Im Vgl. dazu wird davon ausgegangen, dass Ausdrücke im [[Genus_(de)|Femininum]] für Sexus (weiblich) spezifiziert sind. Bspw. kann der Ausdruck ''die beiden Lehrer'' für weibliche oder männliche Lehrkräfte (vgl. 5) verwendet werden. Im Gegensatz dazu kann der Ausdruck ''die beiden Lehrerinnen'' jedoch nur für weibliche Lehrkräfte benutzt werden und kann nicht auf ''die Deutschlehrerin'' und ''den Spanischlehrer'' referieren (vgl. 6). Dieser Satz gilt somit als ungrammatisch (*) bzw. als semantisch markiert (#).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Die beiden ''Lehrer'' waren in dem Raum. Die ''Deutschlehrerin'' trank ihren Kaffee und der ''Spanischlehrer'' trank seinen Tee.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
6. * Die beiden ''Lehrerinnen'' waren in dem Raum. Die ''Deutschlehrerin'' trank ihren Kaffee und der ''Spanischlehrer'' trank seinen Tee.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den 1987 erschienenen Artikel &amp;quot;Linguistik und Frauensprache&amp;quot; wurde die Diskussion um das generische Maskulinum erstmals eröffnet. Die Hauptkritik an die Verwendung des generischen Maskulinums besteht darin, dass eine enge assoziative Bindung zwischen [[Genus_(de)|grammatischem Genus]] (Maskulinum, Femininum, Neutrum) und Sexus (d.h. biologischem oder natürlichem Geschlecht: männlich, weiblich, divers) besteht, weil bei Personen- und Lebewesenbezeichnungen Genus und Geschlecht häufig übereinstimmen (vgl. 7 &amp;amp; 8) (vgl. Hofstadter 1986, Schoenthal 1989; Bubenhofer et al. 2012).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. der Vater (Genus: maskulin, Sexus: männlich)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
8. die Tante (Genus: feminin, Sexus: weiblich)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher – so die Kritik – wird durch die Verwendung des generischen Maskulinums die Vorstellung einer männlichen Person ausgelöst, sodass Frauen sprachlich unsichtbar bleiben bzw. weniger an sie gedacht wird (vgl. Klein 2004; Sczesny &amp;amp; Stahlberg 2001; Hannover &amp;amp; Vervecken 2005). Durch diese Unstimmigkeiten kam es in der Vergangenheit zu einigen juristischen Klagen. Der Fall einer Klägerin landete beim Bundesgerichtshof (BGH), da sich die Klägerin vom generischen Maskulinum (in dem Fall von dem Ausdruck ''Kontoinhaber'') nicht angesprochen fühlte. Der BGH wies die Klage jedoch zurück. Um solche Unstimmigkeiten zu vermeiden, wird seit etwa 2002 vermehrt [[gegenderte Sprache]] verwendet (vgl. Hajnal 2002). Das heißt, statt der Ausdrücke im generischen Maskulinum, werden Personenbezeichnungen in &amp;quot;politisch korrekter Form&amp;quot; verwendet (vgl. 9–11), um zu vermeiden, dass diese Ausdrücke als spezifisch maskuline Formen interpretiert werden. Bis heute ist das Thema generisches Maskulinum besonders in der [[feministische Linguistik|feministischen Linguistik]], umstritten (vgl. Pusch 1984; Trömel-Plötz 2008; Bayer 2019; Haspelmath 2019).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Studentinnen &amp;amp; Studenten (ausführliche Doppelnennung)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
10. StudentInnen, KassenprüferInnen (Binnen-I)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
11. Studierende, Lehrkräfte (genusneutrale Ausdrücke)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bayer, Josef. 2019. Ist die Gender-Grammatik biologisch vorherbestimmt? Eine Klarstellung. In: ''Diversity Linguistics Comment: Language structures throughout the world'' [Blogbeitrag]. https://dlc.hypotheses.org/1736. Zugriff 20.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bayer, Josef. 2019. Sprachen wandeln sich immer – aber nie in Richtung Unfug. ''Neue Zürcher Zeitung'', 10.04.2019, Feuilleton. https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991. Zugriff: 16.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGH-Urteil (VI ZR 143/17, 13.03.2018): http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=en&amp;amp;nr=82652&amp;amp;pos=0&amp;amp;anz=1. Zugriff: 12.02.2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bosak, Janine; Braun, Friederike; Oelkers, Susanne; Rogalski, Karin &amp;amp; Sczesny, Sabine. 2007. Aus Gründen der Verständlichkeit…: Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten. ''Psychologische Rundschau 58''(3). 183–189. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Braun, Frederike; Gottburgsen, Anja; Sceszny, Sabine &amp;amp; Stahlberg, Dagmar. 1998. Können Geophysiker Frauen sein? Generische Personenbezeichnungen im Deutschen. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik 26''(3). 265–283.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bubenhofer, Noah; Linke, Angelika &amp;amp; Schröter, Juliane. 2012. &amp;quot;Ich als Linguist&amp;quot;: Eine empirische Studie zur Einschätzung und Verwendung des generischen Maskulinums. In Günthner, Susanne; Hüpper, Dagmar &amp;amp; Spieß, Constanze (Hg.). ''Genderlinguistik: Sprachliche Konstruktionen von Geschlechtsidentität''. Berlin: De Gruyter, 259–379. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diewald, Gabriele &amp;amp; Steinhauer, Anja. 2017. ''Duden: Richtig gendern. Wie Sie angemessen und verständlich schreiben''. Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drosdowski, Günther; Eisenberg, Peter; Gelhaus, Hermann; Wellmann, Hans; Henne, Helmut &amp;amp; Sitta, Horst. 1995. ''Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache''. Mannheim: Dudenverlag. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hajnal, Ivo. 2002. Feministische Sprachkritik und historische Sprachwissenschaft: Die unterschiedlichen Sichtweisen der Kategorie Genus in Syn- und Diachronie. http://sprawi.at/files/hajnal/a9_fem_hist_sprawi.pdf. Zugriff: 12.02.2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hannover, Bettina &amp;amp; Vervecken, Dries. 2005. Yes I Can! Effects of Gender Fair Job Descriptions on Children's Perceptions of Job Status, Job Difficulty, and Vocational Self-Efficacy. ''Social Psychology 46''(2). 76–92. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haspelmath, Martin. 2019. Ist die Gender-Grammatik biologisch vorherbestimmt? Eine Antwort auf Josef Bayer. In: ''Diversity Linguistics Comment: Language structures throughout the world'' [Blogbeitrag]. https://dlc.hypotheses.org/1730. Zugriff: 16.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofstadter, Douglas R. 1986. Changes in default words and images engendered by rising consciousness. In: Hofstadter, Douglas R. (Hg.). ''Metamagical themas. Questing for the essence of mind and pattern''. London: Penguin. 136–158.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klein, Josef. 2004. Der Mann als Prototyp des Menschen – immer noch? Empirische Studien zum generischen Maskulinum und zur feminin-maskulinen Paarform. In: Eichhoff-Cyrus, Karin M. (Hg.). ''Adam, Eva und die Sprache: Beiträge zur Geschlechterforschung''. Mannheim: Dudenverlag, 292–307.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lazar, Michael M. 2005. ''Feminist critical discourse analysis: Gender, power and ideology in discourse''. New York: Palgrave Macmillan UK.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plank, Frans. 2019. Ist gendern bio? In: ''Diversity Linguistics Comment: Language structures throughout the world'' [Blogbeitrag]. https://dlc.hypotheses.org/1762. Zugriff: 29.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pusch, Luise F. 1984. ''Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik''. Frankfurt am Main: Suhrkamp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rummler, Ulrike. 1995. Ärztin oder Arzt? Eine psycholinguistische Untersuchung zum generischen Gebrauch des Maskulinums bei Grundschülerinnen und Grundschülern. In: ''Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 51''. 173–189.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sczesny, Sabine &amp;amp; Stahlberg, Dagmar. 2001. Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Formen. ''Psychologische Rundschau 52''. 131–140.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schoenthal, Gisela.1989. Personenbezeichnungen im Deutschen als Gegenstand feministischer Sprachkritik. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik 17''. 296–314.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trömel-Plötz, Senta. 2008. Sprache: Von Frauensprache zu frauengerechter Sprache. In: Braun, Christina von &amp;amp; Stephan, Inge (Hg.): ''Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung''. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 756–759.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegener, Heide. 2017. Grenzen gegenderter Sprache – warum das generische Maskulinum fortbestehen wird, allgemein und insbesondere im Deutschen. In: Baumann, Antje &amp;amp; Meinunger, André (Hg.): ''Die Teufelin steckt im Detail: Zur Debatte um Gender und Sprache''. Berlin: Kulturverlag Kadmos, 279–293.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Generisches_Maskulinum&amp;diff=17712</id>
		<title>Generisches Maskulinum</title>
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		<updated>2021-02-17T20:08:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Created page with &amp;quot;'''Generisches Maskulinum''' ist die Bezeichnung für die Verwendung von maskulinen Nomina bzw. Pronomina, die auf Lebewesen referieren,...&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Generisches Maskulinum''' ist die Bezeichnung für die Verwendung von [[Genus_(de)|maskulinen]] [[Nomen|Nomina]] bzw. [[Pronomen|Pronomina]], die auf Lebewesen referieren, bei denen das Geschlecht nicht bekannt bzw. irrelevant ist. Das verwendete [[Nomen]] bzw. [[Pronomen]] könnte sich also auf Lebewesen jeglichen (biologischen) [[Geschlecht|Geschlechts]] beziehen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''generisches Maskulinum'' tritt das erste Mal in der Duden-Grammatik 1995 auf (vgl. Drosdowski et al. 1995: 196). Das generische [[Maskulinum]] bezeichnet die Verwendung maskuliner Nomina (vgl. 1–3) bzw. Pronomina (vgl. 4) für Lebewesen, bei denen der [[Sexus]] (d.h. das biologische Geschlecht: männlich, weiblich, divers) unbekannt oder für die spezifische Situation irrelevant ist.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Jeder ''Lehrer'' hat ein Notenbuch. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Alle ''Studenten'' müssen für ihre Klausuren lernen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Der ''Hund'' ist ein Säugetier.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. ''Jeder'' hat ''sein'' Buch gelesen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dieser Verwendung von Nomina/Pronomina wird nicht spezifiziert, welches (biologische) Geschlecht das Lebewesen hat, auf das sich der Ausdruck bezieht, bzw. es geht einfach nur um eine allgemeine (z.B. [[Generizität|generische]]) Aussage (vgl. 3), bei der der Sexus der [[Referenz|Referenten]] irrelevant ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdrücke im generischen Maskulinum sind [[Ambiguität|ambig]], da sie nicht für [[Sexus]] spezifiziert sind, d.h. sie können sich auf Individuen unterschiedlicher Geschlechter beziehen. Im Vgl. dazu wird davon ausgegangen, dass Ausdrücke im [[Genus_(de)|Femininum]] für Sexus (weiblich) spezifiziert sind. Bspw. kann der Ausdruck ''die beiden Lehrer'' für weibliche oder männliche Lehrkräfte (vgl. 5) verwendet werden. Im Gegensatz dazu kann der Ausdruck ''die beiden Lehrerinnen'' jedoch nur für weibliche Lehrkräfte benutzt werden und kann nicht auf ''die Deutschlehrerin'' und ''den Spanischlehrer'' referieren (vgl. 6). Dieser Satz gilt somit als ungrammatisch (*) bzw. als semantisch markiert (#).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Die beiden ''Lehrer'' waren in dem Raum. Die ''Deutschlehrerin'' trank ihren Kaffee und der ''Spanischlehrer'' trank seinen Tee.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
6. * Die beiden ''Lehrerinnen'' waren in dem Raum. Die ''Deutschlehrerin'' trank ihren Kaffee und der ''Spanischlehrer'' trank seinen Tee.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den 1987 erschienenen Artikel &amp;quot;Linguistik und Frauensprache&amp;quot; wurde die Diskussion um das generische Maskulinum erstmals eröffnet. Die Hauptkritik an die Verwendung des generischen Maskulinums besteht darin, dass eine enge assoziative Bindung zwischen [[Genus_(de)|grammatischem Genus]] (Maskulinum, Femininum, Neutrum) und Sexus (d.h. biologischem oder natürlichem Geschlecht: männlich, weiblich, divers) besteht, weil bei Personen- und Lebewesenbezeichnungen Genus und Geschlecht häufig übereinstimmen (vgl. 7 &amp;amp; 8) (vgl. Hofstadter 1986, Schoenthal 1989; Bubenhofer et al. 2012).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. der Vater (Genus: maskulin, Sexus: männlich)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
8. die Tante (Genus: feminin, Sexus: weiblich)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher – so die Kritik – wird durch die Verwendung des generischen Maskulinums die Vorstellung einer männlichen Person ausgelöst, sodass Frauen sprachlich unsichtbar bleiben bzw. weniger an sie gedacht wird (vgl. Klein 2004; Sczesny &amp;amp; Stahlberg 2001; Hannover &amp;amp; Vervecken 2005). Durch diese Unstimmigkeiten kam es in der Vergangenheit zu einigen juristischen Klagen. Der Fall einer Klägerin landete beim Bundesgerichtshof (BGH), da sich die Klägerin vom generischen Maskulinum (in dem Fall von dem Ausdruck ''Kontoinhaber'') nicht angesprochen fühlte. Der BGH wies die Klage jedoch zurück. Um solche Unstimmigkeiten zu vermeiden, wird seit etwa 2002 vermehrt [[gegenderte Sprache]] verwendet (vgl. Hajnal 2002). Das heißt, statt der Ausdrücke im generischen Maskulinum, werden Personenbezeichnungen in &amp;quot;politisch korrekter Form&amp;quot; verwendet (vgl. 9–11), um zu vermeiden, dass diese Ausdrücke als spezifisch maskuline Formen interpretiert werden. Bis heute ist das Thema generisches Maskulinum besonders in der [[feministische Linguistik|feministischen Linguistik]], umstritten (vgl. Pusch 1984; Trömel-Plötz 2008; Bayer 2019; Haspelmath 2019).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
9. Studentinnen &amp;amp; Studenten (ausführliche Doppelnennung)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
10. StudentInnen, KassenprüferInnen (Binnen-I)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
11. Studierende, Lehrkräfte (genusneutrale Ausdrücke)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bayer, Josef. 2019. Ist die Gender-Grammatik biologisch vorherbestimmt? Eine Klarstellung. In: ''Diversity Linguistics Comment: Language structures throughout the world'' [Blogbeitrag]. https://dlc.hypotheses.org/1736. Zugriff 20.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bayer, Josef. 2019. Sprachen wandeln sich immer – aber nie in Richtung Unfug. ''Neue Zürcher Zeitung'', 10.04.2019, Feuilleton. https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991. Zugriff: 16.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BGH-Urteil (VI ZR 143/17, 13.03.2018): http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=en&amp;amp;nr=82652&amp;amp;pos=0&amp;amp;anz=1. Zugriff: 12.02.2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bosak, Janine; Braun, Friederike; Oelkers, Susanne; Rogalski, Karin &amp;amp; Sczesny, Sabine. 2007. Aus Gründen der Verständlichkeit…: Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten. ''Psychologische Rundschau 58''(3). 183–189. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Braun, Frederike; Gottburgsen, Anja; Sceszny, Sabine &amp;amp; Stahlberg, Dagmar. 1998. Können Geophysiker Frauen sein? Generische Personenbezeichnungen im Deutschen. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik 26''(3). 265–283.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bubenhofer, Noah; Linke, Angelika &amp;amp; Schröter, Juliane. 2012. &amp;quot;Ich als Linguist&amp;quot;: Eine empirische Studie zur Einschätzung und Verwendung des generischen Maskulinums. In Günthner, Susanne; Hüpper, Dagmar &amp;amp; Spieß, Constanze (Hg.). ''Genderlinguistik: Sprachliche Konstruktionen von Geschlechtsidentität''. Berlin: De Gruyter, 259–379. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diewald, Gabriele &amp;amp; Steinhauer, Anja. 2017. ''Duden: Richtig gendern. Wie Sie angemessen und verständlich schreiben''. Berlin: Dudenverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drosdowski, Günther; Eisenberg, Peter; Gelhaus, Hermann; Wellmann, Hans; Henne, Helmut &amp;amp; Sitta, Horst. 1995. ''Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache''. Mannheim: Dudenverlag. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hajnal, Ivo. 2002. Feministische Sprachkritik und historische Sprachwissenschaft: Die unterschiedlichen Sichtweisen der Kategorie Genus in Syn- und Diachronie. http://sprawi.at/files/hajnal/a9_fem_hist_sprawi.pdf. Zugriff: 12.02.2020.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hannover, Bettina &amp;amp; Vervecken, Dries. 2005. Yes I Can! Effects of Gender Fair Job Descriptions on Children's Perceptions of Job Status, Job Difficulty, and Vocational Self-Efficacy. ''Social Psychology 46''(2). 76–92. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haspelmath, Martin. 2019. Ist die Gender-Grammatik biologisch vorherbestimmt? Eine Antwort auf Josef Bayer. In: ''Diversity Linguistics Comment: Language structures throughout the world'' [Blogbeitrag]. https://dlc.hypotheses.org/1730. Zugriff: 16.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofstadter, Douglas R. 1986. Changes in default words and images engendered by rising consciousness. In: Hofstadter, Douglas R. (Hg.). ''Metamagical themas. Questing for the essence of mind and pattern''. London: Penguin. 136–158.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klein, Josef. 2004. Der Mann als Prototyp des Menschen – immer noch? Empirische Studien zum generischen Maskulinum und zur feminin-maskulinen Paarform. In: Eichhoff-Cyrus, Karin M. (Hg.). ''Adam, Eva und die Sprache: Beiträge zur Geschlechterforschung''. Mannheim: Dudenverlag, 292–307.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lazar, Michael M. 2005. ''Feminist critical discourse analysis: Gender, power and ideology in discourse''. New York: Palgrave Macmillan UK.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plank, Frans. 2019. Ist gendern bio? In: ''Diversity Linguistics Comment: Language structures throughout the world'' [Blogbeitrag]. https://dlc.hypotheses.org/1762. Zugriff: 29.04.2019.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pusch, Luise F. 1984. ''Das Deutsche als Männersprache: Aufsätze und Glossen zur feministischen Linguistik''. Frankfurt am Main: Suhrkamp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rummler, Ulrike. 1995. Ärztin oder Arzt? Eine psycholinguistische Untersuchung zum generischen Gebrauch des Maskulinums bei Grundschülerinnen und Grundschülern. In: ''Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 51''. 173–189.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sczesny, Sabine &amp;amp; Stahlberg, Dagmar. 2001. Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Formen. ''Psychologische Rundschau 52''. 131–140.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schoenthal, Gisela.1989. Personenbezeichnungen im Deutschen als Gegenstand feministischer Sprachkritik. ''Zeitschrift für germanistische Linguistik 17''. 296–314.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trömel-Plötz, Senta. 2008. Sprache: Von Frauensprache zu frauengerechter Sprache. In: Braun, Christina von &amp;amp; Stephan, Inge (Hg.): ''Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung''. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 756–759.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegener, Heide. 2017. Grenzen gegenderter Sprache – warum das generische Maskulinum fortbestehen wird, allgemein und insbesondere im Deutschen. In: Baumann, Antje &amp;amp; Meinunger, André (Hg.): ''Die Teufelin steckt im Detail: Zur Debatte um Gender und Sprache''. Berlin: Kulturverlag Kadmos, 279–293.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Grammatisches_Morphem&amp;diff=17711</id>
		<title>Grammatisches Morphem</title>
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		<updated>2021-02-17T18:26:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: /* Literatur */ Typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grammatische [[Morphem|Morpheme]] (z.B. ''-es'', ''-ung'', ''dass'') sind eine Unterklasse von Morphemen, die [[morphosyntaktisch]]e Eigenschaften ausdrücken und für eine grammatikalische Kategorie stehen (z.B. [[Kasus]], [[Plural]], [[Tempus]]). Sie unterscheiden sich von den [[Lexikalisches Morphem|lexikalischen Morphemen]] insofern, dass sie [[synsemantisch]] und nicht [[autosemantisch]] sind (vgl. Marty 1908: 205f.).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme werden, im Gegensatz zu den lexikalischen Morphemen, als eine geschlossene [[Klasse]] behandelt. In Einzelfällen ist es nicht immer eindeutig, ob ein Morphem der Klasse der grammatischen oder der lexikalischen Morpheme angehört (vgl. Elsen 2016), denn eine universale, rein [[semantisch]]e Abgrenzung grammatischer/funktionaler Bedeutungen von lexikalischen ist kaum möglich. Daher muss die geschlossene Klasse der grammatischen Morpheme in jeder Sprache durch Aufzählung definiert werden (vgl. Croft 2000: 260-262).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Per Definition haben [[Affix|Affixe]] eine grammatische Bedeutung, doch nicht alle grammatischen Morpheme sind Affixe, da es neben den gebundenen grammatischen Morphemen (z.B. ''-en'', ''be-'') noch frei grammatische Morpheme (z.B. Hilfsverben, Partikeln) gibt (vgl. Croft 2020: 258). Unter anderem können die grammatischen Morpheme zu den folgenden Kategorien gehören: [[Flexionsmorphem|Flexionsmorphemen]] (''-en'' in ''Helden'', ''Bären''), [[Derivationsmorphem|Derivationsmorphemen]] (''-er'' in ''Lehrer'', ''Fahrer''), [[Präposition|Präpositionen]] (''zu'', ''ab''), [[Konjunktion|Konjunktionen]] (''ob''), [[Artikeln]] (''dem'', ''ein'') und [[Partikeln|Partikeln]] (''schon'', ''doch'') (vgl. Elsen 2016).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme ändern, im Unterschied zu den [[Konstituente|Kompositionskonstituenten]], nichts an der lexikalischen Bedeutung der [[Stamm]]morpheme. Sie signalisieren syntaktische Relationen, wie die Präsensflexion des Verbs oder verleihen den [[Stamm]]morphemen eine additive, generelle Bedeutung, wie die Plural-, Tempus- und Komparationsmorpheme (Forsgren 2013).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Croft, William. 2000. Lexical and grammatical meaning. In: Booji, Geert, Lehmann, Christian &amp;amp; Mugdan, Joachim (eds.). 2000. ''Morphologie. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung'' (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 17.1.). Berlin: De Gruyter. 257-263.&lt;br /&gt;
* Elsen, Heike. 2016. Grammatisches Morphem. In: Schierholz, Stefan &amp;amp; Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: De Gruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html.&lt;br /&gt;
* Fosgren, Kjell-Åke. 2013. Morphologische Funktion. In: Schierholz, Stefan &amp;amp; Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: DeGruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html. &lt;br /&gt;
* Marty, Anton. 1908. ''Untersuchungen zur Grundlegung der allgemeinen Grammatik und Sprachphilosophie''. Halle: Niemeyer.&lt;br /&gt;
* Mugdan, Joachim. 2013. Grammatisches Morphem. In: Olsen, Susan &amp;amp; Müller, Peter O. (eds.). 2013. ''Wortbildung, Vol. 2''. Berlin: De Gruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110708998/html.&lt;br /&gt;
* Wurzel, Wolfgan Ullrich. 2001. ''Flexionsmorphologie und Natürlichkeit: Ein Beitrag zur morphologischen Theoriebildung''. Berlin: De Gruyter. Erstausgabe, 1984.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Grammatisches Morphem</title>
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		<updated>2021-02-17T18:24:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: /* Literatur */ Typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grammatische [[Morphem|Morpheme]] (z.B. ''-es'', ''-ung'', ''dass'') sind eine Unterklasse von Morphemen, die [[morphosyntaktisch]]e Eigenschaften ausdrücken und für eine grammatikalische Kategorie stehen (z.B. [[Kasus]], [[Plural]], [[Tempus]]). Sie unterscheiden sich von den [[Lexikalisches Morphem|lexikalischen Morphemen]] insofern, dass sie [[synsemantisch]] und nicht [[autosemantisch]] sind (vgl. Marty 1908: 205f.).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme werden, im Gegensatz zu den lexikalischen Morphemen, als eine geschlossene [[Klasse]] behandelt. In Einzelfällen ist es nicht immer eindeutig, ob ein Morphem der Klasse der grammatischen oder der lexikalischen Morpheme angehört (vgl. Elsen 2016), denn eine universale, rein [[semantisch]]e Abgrenzung grammatischer/funktionaler Bedeutungen von lexikalischen ist kaum möglich. Daher muss die geschlossene Klasse der grammatischen Morpheme in jeder Sprache durch Aufzählung definiert werden (vgl. Croft 2000: 260-262).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Per Definition haben [[Affix|Affixe]] eine grammatische Bedeutung, doch nicht alle grammatischen Morpheme sind Affixe, da es neben den gebundenen grammatischen Morphemen (z.B. ''-en'', ''be-'') noch frei grammatische Morpheme (z.B. Hilfsverben, Partikeln) gibt (vgl. Croft 2020: 258). Unter anderem können die grammatischen Morpheme zu den folgenden Kategorien gehören: [[Flexionsmorphem|Flexionsmorphemen]] (''-en'' in ''Helden'', ''Bären''), [[Derivationsmorphem|Derivationsmorphemen]] (''-er'' in ''Lehrer'', ''Fahrer''), [[Präposition|Präpositionen]] (''zu'', ''ab''), [[Konjunktion|Konjunktionen]] (''ob''), [[Artikeln]] (''dem'', ''ein'') und [[Partikeln|Partikeln]] (''schon'', ''doch'') (vgl. Elsen 2016).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme ändern, im Unterschied zu den [[Konstituente|Kompositionskonstituenten]], nichts an der lexikalischen Bedeutung der [[Stamm]]morpheme. Sie signalisieren syntaktische Relationen, wie die Präsensflexion des Verbs oder verleihen den [[Stamm]]morphemen eine additive, generelle Bedeutung, wie die Plural-, Tempus- und Komparationsmorpheme (Forsgren 2013).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Croft, William. 2000. Lexical and grammatical meaning. In: Booji, Geert, Lehmann, Christian &amp;amp; Mugdan, Joachim (eds.). 2000. ''Morphologie. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung'' (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 17.1.). Berlin: De Gruyter. 257-263.&lt;br /&gt;
* Elsen, Heike. 2016. Grammatisches Morphem. In: Schierholz, Stefan &amp;amp; Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: De Gruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html.&lt;br /&gt;
* Fosgren, Kjell-Åke. 2013. Morphologische Funktion. In: Schierholz, Stefan &amp;amp; Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: DeGruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html. &lt;br /&gt;
* Marty, Anton. 1908. ''Untersuchungen zur Grundlegung der allgemeinen Grammatik und Sprachphilosophie''. Halle: Niemeyer.&lt;br /&gt;
* Mugdan, Joachim. 2013. Grammatisches Morphem. In: Olsen, Susan, Müller, Peter O. (eds.). 2013. ''Wortbildung, Vol. 2''. Berlin: De Gruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110708998/html.&lt;br /&gt;
* Wurzel, Wolfgan Ullrich. 2001. ''Flexionsmorphologie und Natürlichkeit: Ein Beitrag zur morphologischen Theoriebildung''. Berlin: De Gruyter. Erstausgabe, 1984.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>Grammatisches Morphem</title>
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		<updated>2021-02-17T18:22:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: /* Definition */ Typos und Verlinkungen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Definition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grammatische [[Morphem|Morpheme]] (z.B. ''-es'', ''-ung'', ''dass'') sind eine Unterklasse von Morphemen, die [[morphosyntaktisch]]e Eigenschaften ausdrücken und für eine grammatikalische Kategorie stehen (z.B. [[Kasus]], [[Plural]], [[Tempus]]). Sie unterscheiden sich von den [[Lexikalisches Morphem|lexikalischen Morphemen]] insofern, dass sie [[synsemantisch]] und nicht [[autosemantisch]] sind (vgl. Marty 1908: 205f.).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme werden, im Gegensatz zu den lexikalischen Morphemen, als eine geschlossene [[Klasse]] behandelt. In Einzelfällen ist es nicht immer eindeutig, ob ein Morphem der Klasse der grammatischen oder der lexikalischen Morpheme angehört (vgl. Elsen 2016), denn eine universale, rein [[semantisch]]e Abgrenzung grammatischer/funktionaler Bedeutungen von lexikalischen ist kaum möglich. Daher muss die geschlossene Klasse der grammatischen Morpheme in jeder Sprache durch Aufzählung definiert werden (vgl. Croft 2000: 260-262).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Per Definition haben [[Affix|Affixe]] eine grammatische Bedeutung, doch nicht alle grammatischen Morpheme sind Affixe, da es neben den gebundenen grammatischen Morphemen (z.B. ''-en'', ''be-'') noch frei grammatische Morpheme (z.B. Hilfsverben, Partikeln) gibt (vgl. Croft 2020: 258). Unter anderem können die grammatischen Morpheme zu den folgenden Kategorien gehören: [[Flexionsmorphem|Flexionsmorphemen]] (''-en'' in ''Helden'', ''Bären''), [[Derivationsmorphem|Derivationsmorphemen]] (''-er'' in ''Lehrer'', ''Fahrer''), [[Präposition|Präpositionen]] (''zu'', ''ab''), [[Konjunktion|Konjunktionen]] (''ob''), [[Artikeln]] (''dem'', ''ein'') und [[Partikeln|Partikeln]] (''schon'', ''doch'') (vgl. Elsen 2016).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grammatischen Morpheme ändern, im Unterschied zu den [[Konstituente|Kompositionskonstituenten]], nichts an der lexikalischen Bedeutung der [[Stamm]]morpheme. Sie signalisieren syntaktische Relationen, wie die Präsensflexion des Verbs oder verleihen den [[Stamm]]morphemen eine additive, generelle Bedeutung, wie die Plural-, Tempus- und Komparationsmorpheme (Forsgren 2013).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Croft, William. 2000. Lexical and grammatical meaning. In: Booji, Geert, Lehmann, Christian &amp;amp; Mugdan, Joachim (eds.). 2000. ''Morphologie. Ein internationales Handbuch zur Flexion und Wortbildung''. (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 17.1.). Berlin: DeGruyter. 257-263.&lt;br /&gt;
* Elsen, Heike. 2016. Grammatisches Morphem. In: Schierholz, Stefan, Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: DeGruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html.&lt;br /&gt;
* Fosgren, Kjell-Åke. 2013. Morphologische Funktion. In: Schierholz, Stefan, Uzonyi, Pál (eds.). ''Grammatik: Formenlehre, Vol. 1''. Berlin: DeGruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110706413/html. &lt;br /&gt;
* Marty, Anton. 1908. ''Untersuchungen zur Grundlegung der allgemeinen Grammatik und Sprachphilosophie''. Halle: Niemeyer.&lt;br /&gt;
* Mugdan, Joachim. 2013. Grammatisches Morphem. In: Olsen, Susan, Müller, Peter O. (eds.). 2013. ''Wortbildung, Vol. 2''. Berlin: DeGruyter. URL: https://www.degruyter.com/document/isbn/9783110708998/html.&lt;br /&gt;
* Wurzel, Wolfgan Ullrich. 2001. ''Flexionsmorphologie und Natürlichkeit: Ein Beitrag zur morphologischen Theoriebildung''. Berlin: DeGruyter. Erstausgabe, 1984.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>User talk:JulianeHerbst</title>
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		<updated>2021-02-17T14:59:32Z</updated>

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Welcome again, and have a lot of fun, --[[User:AMyP|AMyP]] ([[User talk:AMyP|talk]]) 14:59, 17 February 2021 (UTC)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<title>User:AMyP</title>
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		<updated>2019-11-26T10:36:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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== '''Dr. Antonio Machicao y Priemer''' ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Institut für deutsche Sprache und Linguistik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Humboldt-Universität zu Berlin&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unter den Linden 6&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
'''Webpage:''' https://www.linguistik.hu-berlin.de/de/staff/amyp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ResearchGate:''' https://www.researchgate.net/profile/Antonio_Machicao_Y_Priemer&lt;br /&gt;
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--[[User:AMyP|AMyP]] ([[User talk:AMyP|talk]]) 11:17, 26 November 2019 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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		<updated>2019-11-26T10:17:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;AMyP: Created Personal Page&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;'''Dr. Antonio Machicao y Priemer'''&lt;br /&gt;
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Institut für deutsche Sprache und Linguistik&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Humboldt-Universität zu Berlin&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Unter den Linden 6&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
D-10099 Berlin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Webpage:''' https://www.linguistik.hu-berlin.de/de/staff/amyp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''ResearchGate:''' https://www.researchgate.net/profile/Antonio_Machicao_Y_Priemer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Academia:''' https://hu-berlin.academia.edu/aMyP&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Twitter:''' https://twitter.com/antonio_myp&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[User:AMyP|AMyP]] ([[User talk:AMyP|talk]]) 11:17, 26 November 2019 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>AMyP</name></author>
		
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