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	<title>Glottopedia - User contributions [en]</title>
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Genus_(de)&amp;diff=16546</id>
		<title>Genus (de)</title>
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		<updated>2014-08-21T17:34:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CaGreten: Created page with &amp;quot;{{TOCright}}  Das Genus – auch grammatisches Geschlecht genannt -  stellt eine linguistische Kategorie zur nominalen Klassenbildung dar&amp;lt;ref name=&amp;quot;bla&amp;quot;/&amp;gt;. Etymologisch l...&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{TOCright}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Genus]] – auch grammatisches Geschlecht genannt -  stellt eine linguistische Kategorie zur nominalen Klassenbildung dar&amp;lt;ref name=&amp;quot;bla&amp;quot;/&amp;gt;. Etymologisch lässt es sich vom lateinischen ''genus'' ableiten und bedeutet demnach ''Geschlecht'', ''Art'', ''Klasse''&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:227&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als entscheidendes Kriterium gilt die [[Kongruenz]] des entsprechenden Nomens mit anderen davon abhängigen [[Lexem|Lexemen]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cora&amp;quot;/&amp;gt;. [[Corbett, Greville G.|Corbett]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cora&amp;quot;/&amp;gt; äußert diesbezüglich, dass Evidenz für das Genus auch außerhalb des [[Substantive_(noun_or_adjective)|Nomens]] vorliegen muss bevor von einem Genussystem gesprochen werden kann. Auch Bußmann referiert über die Notwendigkeit einer morphologischen Markierung zwischen dem Nomen und anderen syntaktischen Strukturen, welche überwiegend aus [[Nominalphrase|Nominal]]- und oder [[Verbalphrase|Verbalphrasen]] bestünden&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;/&amp;gt;. Nübling&amp;lt;ref name=&amp;quot;nueb&amp;quot;/&amp;gt; postuliert: „Genus manifestiert sich also zwingend (auch) jenseits des genushaltigen [[Wort|Wortes]].“ Damit gilt das Kongruenzverhalten von Genusstrukturen als essentielles Kriterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Terminologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch am Begriff 'Genus' ist, dass er von unterschiedlichen Autoren je nach theoretischer Schule und Tradition variabel verwendet wird. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass die Abgrenzung und Definition von 'Genus', und 'Nominalklassifikation' nicht immer eindeutig sein kann&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik&amp;quot;/&amp;gt;. Aikhenvald vermittelt einen kurzen historischen Überblick über die Verwendung des Begriffs 'Genus' um diese Situation zu erläutern&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik2&amp;quot;/&amp;gt;. Demnach geht die Verwendung dieser Benennung auf das fünfte Jahrhundert und den griechischen Philosophen Protagoras zurück und wurde auf indoeuropäische Sprachen wie Französisch, Italienisch und Deutsch übertragen. Auch Latein hat ein sehr ähnliches System, weshalb sich auch hier diese Bezeichnung durchsetzen konnte. Nomen wurden demnach in [[Masculine|maskuline]] (männliche), [[Feminin|feminine]] (weibliche) und unbelebte eingeteilt. Der Begriff 'unbelebt' wird heute hingegen zugunsten von '[[Neutrum|neutrum]]' (sächlich) nicht mehr verwendet. Als jedoch die ersten Europäer die afrikanischen [[Bantusprachen]] linguistisch untersuchten, stellten sie fest, dass die übliche Einteilung in Maskulinum, Femininum und Neutrum nicht ausreichend ist um auf das Nominalsystem der Bantusprachen übertragen zu werden. Daher wurde der Begriff der Nominalklassifikation eingeführt. &lt;br /&gt;
Aikhenvald&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik2&amp;quot;/&amp;gt; verwendet die Terminologie 'Nominalklassifikation' als Oberbegriff für Nominalklassifikation - wie man sie unter anderem in Bantusprachen wie das Nyakyusa&amp;lt;ref name=&amp;quot;lus&amp;quot;/&amp;gt; finden kann - und Genus. Sie unterscheidet beide Systeme anhand ihrer quantitativen Differenzierung: Genus ist ein System, das zur Kongruenzunterscheidung zwei oder drei Parameter verwendet - wie zum Beispiel Femininum, Maskulinum und Neutrum. Eine Klassifikation anhand weiterer Parameter wie [[Belebtheit]], Form oder hergestellte Erzeugnisse wie Werkzeuge sei demnach kein Genus sondern eine Nominalklassifikation. &lt;br /&gt;
Corbett und Kibort hingegen postulieren, dass 'Genus' als Oberbegriff für von Nomen abhängiges Kongruenzverhalten verwendet werden solle&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt;. Dies bedeutet auch, dass – anders als bei Aikhenvald- nicht die Quantität von Differenzierungsparametern eine Rolle spiele, sondern die qualitative Untersuchung der Genuszuweisung&amp;lt;ref name=&amp;quot;kicob&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genuszuweisung nach Corbett ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Corbett stellt bezüglich der Genuszuweisung zwei verschiedene Möglichkeiten vor, nach denen es möglich ist Nomina entsprechend ihres grammatischen Geschlechts zu markieren. Dies ist zum Einen die Zuweisung auf Grundlage semantischer Parameter ('semantic assignment') sowie zum Anderen eine Zuordnung basierend auf semantischen und formalen Eigenschaften ('semantic and formal assignment')&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt;. Es bleibt jedoch zu beachten, dass es auch unterschiedliche Ausprägungsformen in der erst genannten semantischen Zuweisung gibt. Corbett  referiert über die strikten und der überwiegenden semantische Zuweisung - 'strict semantic assignment systems' und 'predominantly semantic assignment systems'. &lt;br /&gt;
Strikt semantisch erfolgt die Genuszuweisung in einigen Sprachen, in denen die Bedeutung eines Nomens das Genus festlegt. Dies lässt sich an der sexusbasierten Genuszuweisung in dravidischen Sprachen wie das [[Kannada]] (Südindien) erläutern. Nomina, die auf Männer verweisen werden maskulin (z.B. ''appa'' für ''Vater''), wo hingegen Frauen feminin (''amma'' für ''Mutter'') markiert werden.  Auch Götter, Dämonen und Gestirne (''candra'' für ''Mond'') werden maskulin oder feminin markiert. Alle übrigen Nomina –inklusive Kindern und Tieren- werden mit dem Neutrum versehen (''na:yi'' für ''Hund'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt;. In der überwiegenden [[Portal:Semantics|semantisch]] motivierten Zuweisung erkennt man weiterhin einen semantischen Kern, wobei die Zuteilung als solche um einiges weniger transparent und sehr viel komplexer ist als die strikt semantische. So kann es unter anderem passieren, dass die gleiche semantische Klasse in unterschiedliche Genera subsummiert wird. Im [[Bininj Gun-Wok]] (gesprochen im nördlichen Australien) werden beispielsweise niedere Tiere wie Reptilien, Vögel und Fische aufgeteilt in die feminine und maskuline Klasse. Die spezifische Zuweisung, ob ein Vogel als feminin oder maskulin gilt, konnte noch nicht im Einzelnen linguistisch erschlossen werden .&lt;br /&gt;
Als weitere Möglichkeit Genera zu zuweisen nennt Corbett&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt; die formal motivierte, die sich auf Grundlage von [[Morphologie]] und [[Phonologie]] begründet. Corbett betont, dass es zwar Sprachen gebe, die ausschließlich semantisch basierend Genera zuweisen, jedoch noch keine Sprache typologisch erfasst werden konnte, die sich ausschließend auf phonetischen und morphologischen Parametern basierend agiert. Bisher ist lediglich von einer Kombination aus semantischen und formalen Genera-Merkmalen auszugehen. Als Beispiel sei an dieser Stelle das Russische aufgeführt, welches semantische und morphologische Kriterien nutzt. Das [[Russsisch|Russische]] nutzt -wie viele [[Indo-European|indoeuropäische Sprachen]] auch- einen semantischen Kern, der sich auf die [[Sexus]]-Einteilung beruft. Da sich jedoch nicht alle Lexeme auf ein natürliches Geschlecht beziehen, werden weitere Aspekte genutzt. Corbett und Kibort&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt; sprechen diesbezüglich von 'semantischen Residuen'. Anders als vielleicht vermutet wird diesen semantischen Residuen nicht automatisch das Genus Neutrum zugewiesen. Lexeme, die nicht sexusbasiert einem Genus zugeordnet werden können, erhalten auf Grundlage ihrer morphologischen Struktur und abhängig von ihrer Flexionsklasse ein Genus, welches mit Neutrum, Femininum oder Maskulinum markiert  sein kann. Corbett und Kibort&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt; verweisen darauf, dass in vielen Fällen das semantische und morphologische Kriterium übereinstimmend wirken, es jedoch durchaus auch zu Abweichungen kommen kann. Bei Abweichungen dieser Art steht der semantischen Zuordnung eine dominantere Rolle zu. &lt;br /&gt;
Tabellen 1 und 2&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt; geben einen Einblick in die russische Genuszuweisung. Anhand dieser wird deutlich, dass die Zugehörigkeit zu einem semantischen Feld nicht ein alleiniges Merkmal zur Genuszuweisung darstellt, sondern die morphologischen Struktur und die [[Flexion|Flexionsklasse]] (in Tabelle 2 wird lediglich [[Singular]] dargestellt) entscheidende Kriterien sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; &lt;br /&gt;
! Tabelle 1: &lt;br /&gt;
Russische Nomina zugehörig zum semantischen Residuum (Corbett 2013b)&lt;br /&gt;
! Tabelle 2: &lt;br /&gt;
Russische Flexionsklassen (Corbett 2013b)&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
!colspan=2| '''masculine'''&lt;br /&gt;
!colspan=2| '''feminine'''&lt;br /&gt;
!colspan=2| '''neuter'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  ''žurnal'' || ‘magazine’ || ''gazeta'' || ‘newspaper’ || ''pis´mo'' || ‘letter’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''stul'' || ‘chair’ || ''taburetka'' || ‘stool’ || ''kreslo'' || ‘armchair’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''dom'' || ‘house’ || ''izba'' || ‘hut’ || ''zdanie'' || ‘building’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''čaj'' || ‘tea’ || ''voda'' || ‘water’ || ''vino'' || ‘wine’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''ogon´'' || ‘fire’ || ''peč´'' || ‘stove’ || ''plamja'' || ‘flame’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''dub'' || ‘oak’ || ''bereza'' || ‘birch’ || ''derevo'' ||  ‘tree’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''avtomobil´'' || ‘car’ || ''mašina'' || ‘car’ ||  ''taksi'' || ‘taxi’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''flag'' || ‘flag’ || ''èmblema'' || ‘emblem’ || ''znamja'' || ‘banner’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''glaz'' || ‘eye’ || ''ščeka'' || ‘cheek’ || ''uxo'' || ‘ear’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''lokot´'' || ‘elbow’ || ''lodyška'' || ‘ankle’ || ''koleno'' || ‘knee’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''nerv'' || ‘nerve’ || ''kost´'' || ‘bone’ || ''serdce'' || ‘heart’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''večer'' || ‘evening’ || ''noč´'' || ‘night’ || ''utro'' || ‘morning’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''čas'' || ‘hour’ || ''minuta'' || ‘minute’ || ''vremja'' || ‘time’&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! &lt;br /&gt;
! I&lt;br /&gt;
! II&lt;br /&gt;
! III&lt;br /&gt;
! IV&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| '''Nominative''' || ''žurnal'' || ''gazeta'' || ''kost´'' || ''pis´mo''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Accusative''' || ''žurnal'' || ''gazetu'' || ''kost´'' || ''pis´mo'' &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| '''Dative''' || ''žurnalu'' || ''gazete'' || ''kosti'' ||	''pis´mu''&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| '''Instrumental''' || ''žurnalom'' || ''gazetoj'' || ''kost´ju'' || ''pis´mom''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Locative''' || ''žurnale'' || ''gazete'' || ''kosti'' || ''pis´me''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''gloss''' || 'magazine' || 'newspaper' || 'bone' || 'letter' &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Russischen stellt auch das Deutsche eine Kombination aus formalen und semantischen Zuordnungskriterien dar. Anders als vielfach vermutet ist eine sexusunabhängige Genuszuweisung nicht vollständig arbiträr, sondern kann auf [[Taxonomie|taxonomische]], morphologische sowie phonologische Prinzipien zurückgeführt werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;zukoe&amp;quot;/&amp;gt;. Als phonologische genusbestimmende Struktur im Deutschen beispielsweise kann festgestellt werden, dass monosyllabische Nomina, die initial ein /kn-/ aufweisen, überwiegend maskulin markiert werden (''der Knopf'', ''der Knast'', ''der Knauf''; Ausnahme: ''das Knie''). Taxonomisch richtet sich die Genuszuweisung nach den zugrundeliegenden Strukturen: Oberbegriffe werden meist mit dem Neutrum markiert (''das Tier'', ''das Obst'', ''das Möbel''). Basisbegriffe verteilen sich auf alle Genera, wobei Maskulinum und Femininum in etwa gleich häufig verwendet werden, Neutrum hingegen etwas weniger (''der Hund'', ''die Schlange''). Die Unterbegriffe ihrerseits orientieren sich an dem jeweiligen Basisbegriff. Beim Basisbegriff 'Hund', der maskulin markiert wird, werden demnach auch die Unterbegriffe als solche dargestellt: &amp;quot;der Weimaraner&amp;quot;, &amp;quot;der Dackel&amp;quot;, &amp;quot;der Terrier&amp;quot;. Ist der Basisbegriff feminin wie bei 'Schlange', werden auch die Unterbegriffe dementsprechend feminin: &amp;quot;die Boa&amp;quot;, &amp;quot;die Mamba&amp;quot;, &amp;quot;die Natter&amp;quot;. Auch morphologisch gelten Genusregeln, die eine arbiträre Zuordnung negieren. So gilt unter anderem das Letztgliedprinzip bei dem in mehrmorphematischen Nomina der Kopf genusbestimmend wirkt: Nomina mit &amp;quot;–ung&amp;quot;, &amp;quot;-heit&amp;quot;, &amp;quot;-keit&amp;quot; sind feminin (&amp;quot;die Zeitung&amp;quot;, &amp;quot;die Schönheit&amp;quot;, &amp;quot;die Zweisamkeit&amp;quot;), wohingegen Nomina, die auf &amp;quot;-ling&amp;quot; enden maskulin sind (&amp;quot;der Frühling&amp;quot;, &amp;quot;der Sprössling&amp;quot;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;koezu&amp;quot;/&amp;gt;. Anders als im Russischen&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt; gibt es im Deutschen eine Ausnahme, in der nicht die semantische, sondern die formal-morphologische Zuweisung die dominante Rolle einnimmt. So müsste das Nomina 'Mädchen' rein semantisch aufgrund seines Sexus als feminin gelten, wird jedoch auf Grundlage der [[Diminutive|Diminutivendung]] &amp;quot;–chen&amp;quot; zum Neutrum. In diesem Fall beherrscht das formale Kriterien des [[Letztgliedprinzips]] über die semantische Zuweisung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genus in den Sprachen der Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand der Beschreibungen des Russischen und des Deutschen konnten bereits erste Eindrücke von der Vielfalt des Genus' erhalten werden. Im World Atlas of Language Structures&amp;lt;ref name=&amp;quot;corc&amp;quot;/&amp;gt; werden diese Erkenntnisse vertieft. Corbett weist in diesem darauf hin, dass in mehr als die Hälfte der bislang hinsichtlich des Genus' dokumentierten Sprachen (ca. 260) keine Genusstruktur auszumachen ist (ca. 150). In den bislang linguistisch erforschten Sprachen haben 50 Sprachen ein zweigeteiltes Genussystem, wohingegen nur etwa ca. 60 mindestens drei verschiedene Genera aufweisen . &lt;br /&gt;
Geographisch lässt sich feststellen, dass ein System mit einer Vielzahl von Genera in den Niger-Kongosprachen, also in Afrika zu finden ist. Europa hingegen hat mit den indoeuropäischen Sprachen eine Präferenz für ein dreigeteiltes Genus. Die Abwesenheit von Genus ist bislang vor allem für die austronesischen Sprachen im Pazifik bekannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;corc&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verweise == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;bla&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:227; Aikhenvald 2000; Kibort &amp;amp; Corbett 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:227&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cora&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2013a&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;nueb&amp;quot;&amp;gt;Nübling 2008:289&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik&amp;quot;&amp;gt;Aikhenvald 2000:8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik2&amp;quot;&amp;gt;Aikhenvald 2000:19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;lus&amp;quot;&amp;gt;Lusekelo 2009:312&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;&amp;gt;[http://www.grammaticalfeatures.net/features/gender.html Kibort &amp;amp; Corbett 2008]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;kicob&amp;quot;&amp;gt;[http://www.grammaticalfeatures.net/features/gender.html Kibort &amp;amp; Corbett 2008], Corbett 2013b&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2013b&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zukoe&amp;quot;&amp;gt;Zubin &amp;amp; Köpcke 1986; Köpcke &amp;amp; Zubin 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;koezu&amp;quot;&amp;gt; Köpcke &amp;amp; Zubin 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;corc&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2013c&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis == &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*Aikhenvald, A. Y. 2000. Classifiers: a Typology of Noun Categorization Devices. Oxford: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
*Bußmann, H. 2008. Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner.&lt;br /&gt;
*Corbett, G. G. 2013a. Number of Genders.  In: Dryer, M. S. &amp;amp; Haspelmath, M.(eds.) The World Atlas of Language Structures Online. Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. (Available online at http://wals.info/chapter/30, Accessed on 2014-08-07.)&lt;br /&gt;
*Corbett, G.G. 2013b. Systems of Gender Assignment.  In: Dryer, M. S. &amp;amp; Haspelmath, M. (eds.) The World Atlas of Language Structures Online. Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. (Available online at http://wals.info/chapter/32, Accessed on 2014-08-07.)&lt;br /&gt;
*Corbett, G. G. 2013c. Number of Genders. In: Dryer, M. S. &amp;amp; Haspelmath, M. (eds.) The World Atlas of Language Structures Online. Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. (Available online at http://wals.info/chapter/30, Accessed on 2014-08-20.)&lt;br /&gt;
*[http://www.grammaticalfeatures.net/features/gender.html Kibort, A. &amp;amp; G. G. Corbett. Gender. Grammatical Features. 7 January 2008.]&lt;br /&gt;
*Köpcke, K.-M. &amp;amp; Zubin, D.(2009): Genus. In: Hentschel, E. &amp;amp; Vogel, P. (Hrsg.): ''Deutsche Morphologie''. Berlin: de Gruyter, 132‒154.&lt;br /&gt;
*Lusekelo, A. 2009. The Structure of the Nyakyusa Noun Phrase. ''Nordic Journal of African Studies'' 18 (4). 305-331.&lt;br /&gt;
*Nübling, D. 2008. Was tun Flexionsklassen? Deklinationsklassen und ihr Wandel im Deutschen und seinen Dialekten. ''Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik''. LXXV. Jahrgang, Heft 3. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.&lt;br /&gt;
*Zubin, D. &amp;amp; Köpcke, K.-M. 1986. Gender and folk taxonomy: The indexical relation between grammatical and lexical categorization. ''Noun classes and categorization''. 139-180.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{wb}}&lt;br /&gt;
[[Category:Nominal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CaGreten</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=User_talk:CaGreten&amp;diff=16545</id>
		<title>User talk:CaGreten</title>
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		<updated>2014-08-21T17:27:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CaGreten: /* Genus (de) */ new section&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Hello, CaGreten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;font color='#50A000'&amp;gt;'''Welcome to Glottopedia!'''&amp;lt;/font&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Welcome again, and have a lot of fun, --[[User:Wohlgemuth|wohlgemuth]] ([[User talk:Wohlgemuth|talk]]) 10:27, 21 August 2014 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genus (de) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{TOCright}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Genus]] – auch grammatisches Geschlecht genannt -  stellt eine linguistische Kategorie zur nominalen Klassenbildung dar&amp;lt;ref name=&amp;quot;bla&amp;quot;/&amp;gt;. Etymologisch lässt es sich vom lateinischen ''genus'' ableiten und bedeutet demnach ''Geschlecht'', ''Art'', ''Klasse''&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:227&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als entscheidendes Kriterium gilt die [[Kongruenz]] des entsprechenden Nomens mit anderen davon abhängigen [[Lexem|Lexemen]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cora&amp;quot;/&amp;gt;. [[Corbett, Greville G.|Corbett]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cora&amp;quot;/&amp;gt; äußert diesbezüglich, dass Evidenz für das Genus auch außerhalb des [[Substantive_(noun_or_adjective)|Nomens]] vorliegen muss bevor von einem Genussystem gesprochen werden kann. Auch Bußmann referiert über die Notwendigkeit einer morphologischen Markierung zwischen dem Nomen und anderen syntaktischen Strukturen, welche überwiegend aus [[Nominalphrase|Nominal]]- und oder [[Verbalphrase|Verbalphrasen]] bestünden&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;/&amp;gt;. Nübling&amp;lt;ref name=&amp;quot;nueb&amp;quot;/&amp;gt; postuliert: „Genus manifestiert sich also zwingend (auch) jenseits des genushaltigen [[Wort|Wortes]].“ Damit gilt das Kongruenzverhalten von Genusstrukturen als essentielles Kriterium. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Terminologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch am Begriff 'Genus' ist, dass er von unterschiedlichen Autoren je nach theoretischer Schule und Tradition variabel verwendet wird. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass die Abgrenzung und Definition von 'Genus', und 'Nominalklassifikation' nicht immer eindeutig sein kann&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik&amp;quot;/&amp;gt;. Aikhenvald vermittelt einen kurzen historischen Überblick über die Verwendung des Begriffs 'Genus' um diese Situation zu erläutern&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik2&amp;quot;/&amp;gt;. Demnach geht die Verwendung dieser Benennung auf das fünfte Jahrhundert und den griechischen Philosophen Protagoras zurück und wurde auf indoeuropäische Sprachen wie Französisch, Italienisch und Deutsch übertragen. Auch Latein hat ein sehr ähnliches System, weshalb sich auch hier diese Bezeichnung durchsetzen konnte. Nomen wurden demnach in [[Masculine|maskuline]] (männliche), [[Feminin|feminine]] (weibliche) und unbelebte eingeteilt. Der Begriff 'unbelebt' wird heute hingegen zugunsten von '[[Neutrum|neutrum]]' (sächlich) nicht mehr verwendet. Als jedoch die ersten Europäer die afrikanischen [[Bantusprachen]] linguistisch untersuchten, stellten sie fest, dass die übliche Einteilung in Maskulinum, Femininum und Neutrum nicht ausreichend ist um auf das Nominalsystem der Bantusprachen übertragen zu werden. Daher wurde der Begriff der Nominalklassifikation eingeführt. &lt;br /&gt;
Aikhenvald&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik2&amp;quot;/&amp;gt; verwendet die Terminologie 'Nominalklassifikation' als Oberbegriff für Nominalklassifikation - wie man sie unter anderem in Bantusprachen wie das Nyakyusa&amp;lt;ref name=&amp;quot;lus&amp;quot;/&amp;gt; finden kann - und Genus. Sie unterscheidet beide Systeme anhand ihrer quantitativen Differenzierung: Genus ist ein System, das zur Kongruenzunterscheidung zwei oder drei Parameter verwendet - wie zum Beispiel Femininum, Maskulinum und Neutrum. Eine Klassifikation anhand weiterer Parameter wie [[Belebtheit]], Form oder hergestellte Erzeugnisse wie Werkzeuge sei demnach kein Genus sondern eine Nominalklassifikation. &lt;br /&gt;
Corbett und Kibort hingegen postulieren, dass 'Genus' als Oberbegriff für von Nomen abhängiges Kongruenzverhalten verwendet werden solle&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt;. Dies bedeutet auch, dass – anders als bei Aikhenvald- nicht die Quantität von Differenzierungsparametern eine Rolle spiele, sondern die qualitative Untersuchung der Genuszuweisung&amp;lt;ref name=&amp;quot;kicob&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genuszuweisung nach Corbett ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Corbett stellt bezüglich der Genuszuweisung zwei verschiedene Möglichkeiten vor, nach denen es möglich ist Nomina entsprechend ihres grammatischen Geschlechts zu markieren. Dies ist zum Einen die Zuweisung auf Grundlage semantischer Parameter ('semantic assignment') sowie zum Anderen eine Zuordnung basierend auf semantischen und formalen Eigenschaften ('semantic and formal assignment')&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt;. Es bleibt jedoch zu beachten, dass es auch unterschiedliche Ausprägungsformen in der erst genannten semantischen Zuweisung gibt. Corbett  referiert über die strikten und der überwiegenden semantische Zuweisung - 'strict semantic assignment systems' und 'predominantly semantic assignment systems'. &lt;br /&gt;
Strikt semantisch erfolgt die Genuszuweisung in einigen Sprachen, in denen die Bedeutung eines Nomens das Genus festlegt. Dies lässt sich an der sexusbasierten Genuszuweisung in dravidischen Sprachen wie das [[Kannada]] (Südindien) erläutern. Nomina, die auf Männer verweisen werden maskulin (z.B. ''appa'' für ''Vater''), wo hingegen Frauen feminin (''amma'' für ''Mutter'') markiert werden.  Auch Götter, Dämonen und Gestirne (''candra'' für ''Mond'') werden maskulin oder feminin markiert. Alle übrigen Nomina –inklusive Kindern und Tieren- werden mit dem Neutrum versehen (''na:yi'' für ''Hund'')&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt;. In der überwiegenden [[Portal:Semantics|semantisch]] motivierten Zuweisung erkennt man weiterhin einen semantischen Kern, wobei die Zuteilung als solche um einiges weniger transparent und sehr viel komplexer ist als die strikt semantische. So kann es unter anderem passieren, dass die gleiche semantische Klasse in unterschiedliche Genera subsummiert wird. Im [[Bininj Gun-Wok]] (gesprochen im nördlichen Australien) werden beispielsweise niedere Tiere wie Reptilien, Vögel und Fische aufgeteilt in die feminine und maskuline Klasse. Die spezifische Zuweisung, ob ein Vogel als feminin oder maskulin gilt, konnte noch nicht im Einzelnen linguistisch erschlossen werden .&lt;br /&gt;
Als weitere Möglichkeit Genera zu zuweisen nennt Corbett&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt; die formal motivierte, die sich auf Grundlage von [[Morphologie]] und [[Phonologie]] begründet. Corbett betont, dass es zwar Sprachen gebe, die ausschließlich semantisch basierend Genera zuweisen, jedoch noch keine Sprache typologisch erfasst werden konnte, die sich ausschließend auf phonetischen und morphologischen Parametern basierend agiert. Bisher ist lediglich von einer Kombination aus semantischen und formalen Genera-Merkmalen auszugehen. Als Beispiel sei an dieser Stelle das Russische aufgeführt, welches semantische und morphologische Kriterien nutzt. Das [[Russsisch|Russische]] nutzt -wie viele [[Indo-European|indoeuropäische Sprachen]] auch- einen semantischen Kern, der sich auf die [[Sexus]]-Einteilung beruft. Da sich jedoch nicht alle Lexeme auf ein natürliches Geschlecht beziehen, werden weitere Aspekte genutzt. Corbett und Kibort&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt; sprechen diesbezüglich von 'semantischen Residuen'. Anders als vielleicht vermutet wird diesen semantischen Residuen nicht automatisch das Genus Neutrum zugewiesen. Lexeme, die nicht sexusbasiert einem Genus zugeordnet werden können, erhalten auf Grundlage ihrer morphologischen Struktur und abhängig von ihrer Flexionsklasse ein Genus, welches mit Neutrum, Femininum oder Maskulinum markiert  sein kann. Corbett und Kibort&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt; verweisen darauf, dass in vielen Fällen das semantische und morphologische Kriterium übereinstimmend wirken, es jedoch durchaus auch zu Abweichungen kommen kann. Bei Abweichungen dieser Art steht der semantischen Zuordnung eine dominantere Rolle zu. &lt;br /&gt;
Tabellen 1 und 2&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;/&amp;gt; geben einen Einblick in die russische Genuszuweisung. Anhand dieser wird deutlich, dass die Zugehörigkeit zu einem semantischen Feld nicht ein alleiniges Merkmal zur Genuszuweisung darstellt, sondern die morphologischen Struktur und die [[Flexion|Flexionsklasse]] (in Tabelle 2 wird lediglich [[Singular]] dargestellt) entscheidende Kriterien sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; &lt;br /&gt;
! Tabelle 1: &lt;br /&gt;
Russische Nomina zugehörig zum semantischen Residuum (Corbett 2013b)&lt;br /&gt;
! Tabelle 2: &lt;br /&gt;
Russische Flexionsklassen (Corbett 2013b)&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| &lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
!colspan=2| '''masculine'''&lt;br /&gt;
!colspan=2| '''feminine'''&lt;br /&gt;
!colspan=2| '''neuter'''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|  ''žurnal'' || ‘magazine’ || ''gazeta'' || ‘newspaper’ || ''pis´mo'' || ‘letter’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''stul'' || ‘chair’ || ''taburetka'' || ‘stool’ || ''kreslo'' || ‘armchair’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''dom'' || ‘house’ || ''izba'' || ‘hut’ || ''zdanie'' || ‘building’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''čaj'' || ‘tea’ || ''voda'' || ‘water’ || ''vino'' || ‘wine’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''ogon´'' || ‘fire’ || ''peč´'' || ‘stove’ || ''plamja'' || ‘flame’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''dub'' || ‘oak’ || ''bereza'' || ‘birch’ || ''derevo'' ||  ‘tree’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''avtomobil´'' || ‘car’ || ''mašina'' || ‘car’ ||  ''taksi'' || ‘taxi’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''flag'' || ‘flag’ || ''èmblema'' || ‘emblem’ || ''znamja'' || ‘banner’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''glaz'' || ‘eye’ || ''ščeka'' || ‘cheek’ || ''uxo'' || ‘ear’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''lokot´'' || ‘elbow’ || ''lodyška'' || ‘ankle’ || ''koleno'' || ‘knee’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''nerv'' || ‘nerve’ || ''kost´'' || ‘bone’ || ''serdce'' || ‘heart’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''večer'' || ‘evening’ || ''noč´'' || ‘night’ || ''utro'' || ‘morning’&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| ''čas'' || ‘hour’ || ''minuta'' || ‘minute’ || ''vremja'' || ‘time’&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
||&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! &lt;br /&gt;
! I&lt;br /&gt;
! II&lt;br /&gt;
! III&lt;br /&gt;
! IV&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;vertical-align:top;&amp;quot;&lt;br /&gt;
| '''Nominative''' || ''žurnal'' || ''gazeta'' || ''kost´'' || ''pis´mo''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Accusative''' || ''žurnal'' || ''gazetu'' || ''kost´'' || ''pis´mo'' &lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| '''Dative''' || ''žurnalu'' || ''gazete'' || ''kosti'' ||	''pis´mu''&lt;br /&gt;
|- &lt;br /&gt;
| '''Instrumental''' || ''žurnalom'' || ''gazetoj'' || ''kost´ju'' || ''pis´mom''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''Locative''' || ''žurnale'' || ''gazete'' || ''kosti'' || ''pis´me''&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| '''gloss''' || 'magazine' || 'newspaper' || 'bone' || 'letter' &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Russischen stellt auch das Deutsche eine Kombination aus formalen und semantischen Zuordnungskriterien dar. Anders als vielfach vermutet ist eine sexusunabhängige Genuszuweisung nicht vollständig arbiträr, sondern kann auf [[Taxonomie|taxonomische]], morphologische sowie phonologische Prinzipien zurückgeführt werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;zukoe&amp;quot;/&amp;gt;. Als phonologische genusbestimmende Struktur im Deutschen beispielsweise kann festgestellt werden, dass monosyllabische Nomina, die initial ein /kn-/ aufweisen, überwiegend maskulin markiert werden (''der Knopf'', ''der Knast'', ''der Knauf''; Ausnahme: ''das Knie''). Taxonomisch richtet sich die Genuszuweisung nach den zugrundeliegenden Strukturen: Oberbegriffe werden meist mit dem Neutrum markiert (''das Tier'', ''das Obst'', ''das Möbel''). Basisbegriffe verteilen sich auf alle Genera, wobei Maskulinum und Femininum in etwa gleich häufig verwendet werden, Neutrum hingegen etwas weniger (''der Hund'', ''die Schlange''). Die Unterbegriffe ihrerseits orientieren sich an dem jeweiligen Basisbegriff. Beim Basisbegriff 'Hund', der maskulin markiert wird, werden demnach auch die Unterbegriffe als solche dargestellt: &amp;quot;der Weimaraner&amp;quot;, &amp;quot;der Dackel&amp;quot;, &amp;quot;der Terrier&amp;quot;. Ist der Basisbegriff feminin wie bei 'Schlange', werden auch die Unterbegriffe dementsprechend feminin: &amp;quot;die Boa&amp;quot;, &amp;quot;die Mamba&amp;quot;, &amp;quot;die Natter&amp;quot;. Auch morphologisch gelten Genusregeln, die eine arbiträre Zuordnung negieren. So gilt unter anderem das Letztgliedprinzip bei dem in mehrmorphematischen Nomina der Kopf genusbestimmend wirkt: Nomina mit &amp;quot;–ung&amp;quot;, &amp;quot;-heit&amp;quot;, &amp;quot;-keit&amp;quot; sind feminin (&amp;quot;die Zeitung&amp;quot;, &amp;quot;die Schönheit&amp;quot;, &amp;quot;die Zweisamkeit&amp;quot;), wohingegen Nomina, die auf &amp;quot;-ling&amp;quot; enden maskulin sind (&amp;quot;der Frühling&amp;quot;, &amp;quot;der Sprössling&amp;quot;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;koezu&amp;quot;/&amp;gt;. Anders als im Russischen&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;/&amp;gt; gibt es im Deutschen eine Ausnahme, in der nicht die semantische, sondern die formal-morphologische Zuweisung die dominante Rolle einnimmt. So müsste das Nomina 'Mädchen' rein semantisch aufgrund seines Sexus als feminin gelten, wird jedoch auf Grundlage der [[Diminutive|Diminutivendung]] &amp;quot;–chen&amp;quot; zum Neutrum. In diesem Fall beherrscht das formale Kriterien des [[Letztgliedprinzips]] über die semantische Zuweisung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genus in den Sprachen der Welt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand der Beschreibungen des Russischen und des Deutschen konnten bereits erste Eindrücke von der Vielfalt des Genus' erhalten werden. Im World Atlas of Language Structures&amp;lt;ref name=&amp;quot;corc&amp;quot;/&amp;gt; werden diese Erkenntnisse vertieft. Corbett weist in diesem darauf hin, dass in mehr als die Hälfte der bislang hinsichtlich des Genus' dokumentierten Sprachen (ca. 260) keine Genusstruktur auszumachen ist (ca. 150). In den bislang linguistisch erforschten Sprachen haben 50 Sprachen ein zweigeteiltes Genussystem, wohingegen nur etwa ca. 60 mindestens drei verschiedene Genera aufweisen . &lt;br /&gt;
Geographisch lässt sich feststellen, dass ein System mit einer Vielzahl von Genera in den Niger-Kongosprachen, also in Afrika zu finden ist. Europa hingegen hat mit den indoeuropäischen Sprachen eine Präferenz für ein dreigeteiltes Genus. Die Abwesenheit von Genus ist bislang vor allem für die austronesischen Sprachen im Pazifik bekannt&amp;lt;ref name=&amp;quot;corc&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verweise == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;bla&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:227; Aikhenvald 2000; Kibort &amp;amp; Corbett 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:227&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cora&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2013a&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;nueb&amp;quot;&amp;gt;Nübling 2008:289&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik&amp;quot;&amp;gt;Aikhenvald 2000:8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;aik2&amp;quot;&amp;gt;Aikhenvald 2000:19&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;lus&amp;quot;&amp;gt;Lusekelo 2009:312&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;kico&amp;quot;&amp;gt;[http://www.grammaticalfeatures.net/features/gender.html Kibort &amp;amp; Corbett 2008]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;kicob&amp;quot;&amp;gt;[http://www.grammaticalfeatures.net/features/gender.html Kibort &amp;amp; Corbett 2008], Corbett 2013b&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;corb&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2013b&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zukoe&amp;quot;&amp;gt;Zubin &amp;amp; Köpcke 1986; Köpcke &amp;amp; Zubin 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;koezu&amp;quot;&amp;gt; Köpcke &amp;amp; Zubin 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;corc&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2013c&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis == &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*Aikhenvald, A. Y. 2000. Classifiers: a Typology of Noun Categorization Devices. Oxford: Oxford University Press.&lt;br /&gt;
*Bußmann, H. 2008. Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner.&lt;br /&gt;
*Corbett, G. G. 2013a. Number of Genders.  In: Dryer, M. S. &amp;amp; Haspelmath, M.(eds.) The World Atlas of Language Structures Online. Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. (Available online at http://wals.info/chapter/30, Accessed on 2014-08-07.)&lt;br /&gt;
*Corbett, G.G. 2013b. Systems of Gender Assignment.  In: Dryer, M. S. &amp;amp; Haspelmath, M. (eds.) The World Atlas of Language Structures Online. Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. (Available online at http://wals.info/chapter/32, Accessed on 2014-08-07.)&lt;br /&gt;
*Corbett, G. G. 2013c. Number of Genders. In: Dryer, M. S. &amp;amp; Haspelmath, M. (eds.) The World Atlas of Language Structures Online. Leipzig: Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. (Available online at http://wals.info/chapter/30, Accessed on 2014-08-20.)&lt;br /&gt;
*[http://www.grammaticalfeatures.net/features/gender.html Kibort, A. &amp;amp; G. G. Corbett. Gender. Grammatical Features. 7 January 2008.]&lt;br /&gt;
*Köpcke, K.-M. &amp;amp; Zubin, D.(2009): Genus. In: Hentschel, E. &amp;amp; Vogel, P. (Hrsg.): ''Deutsche Morphologie''. Berlin: de Gruyter, 132‒154.&lt;br /&gt;
*Lusekelo, A. 2009. The Structure of the Nyakyusa Noun Phrase. ''Nordic Journal of African Studies'' 18 (4). 305-331.&lt;br /&gt;
*Nübling, D. 2008. Was tun Flexionsklassen? Deklinationsklassen und ihr Wandel im Deutschen und seinen Dialekten. ''Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik''. LXXV. Jahrgang, Heft 3. Stuttgart: Franz Steiner Verlag.&lt;br /&gt;
*Zubin, D. &amp;amp; Köpcke, K.-M. 1986. Gender and folk taxonomy: The indexical relation between grammatical and lexical categorization. ''Noun classes and categorization''. 139-180.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{wb}}&lt;br /&gt;
[[Category:Nominal]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CaGreten</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Belebtheit&amp;diff=16543</id>
		<title>Belebtheit</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Belebtheit&amp;diff=16543"/>
		<updated>2014-08-21T13:16:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CaGreten: typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{TOCright}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belebtheit ==&lt;br /&gt;
Belebtheit (Synonym: Animat; lat. ''animatus'' = ''belebt'') gilt als eine nominale Subkategorie zur Differenzierung zwischen belebten, menschlichen Denotationen (Menschen, Tiere) und anderen unbelebten Referenzen (Gegenstände). Diese Unterscheidung ist unter anderem wichtig bei der Pronominawahl im Deutschen („wer/was“), zur Flexion in den slawischen Sprachen, in einigen [[Bantusprachen]] zur Nominalklasseneinteilung sowie als strukturgebendes [[Ergativ|Ergativelement]] bei Splitsprachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belebtheitshierarchie ==&lt;br /&gt;
Zifonun&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;/&amp;gt; betont, es sei Aufgabe der Sprachtypologie Daten bereitzustellen, um Belebtheit nicht ausschließlich als lexikoninternes Element darzustellen, sondern als universal-grammatisches Strukturprinzip von natürlichen Sprachen. Dabei lässt sich feststellen, dass es sprachübergreifend eine Korrelation zwischen Belebtheit und Numerus zu geben scheint: „Dies kann bedeuten, dass [[Appellativum|Appellativa]] und [[Pronomen_(textlinguistisch)|Pronomina]], die Belebtes denotieren bzw. die zur Referenz auf Belebtes verwendet werden, einen [[Plural]] bilden, während Appellativa, die Unbelebtes denotieren, keine [[Number|Numerusunterscheidung]] aufweisen (…)“&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;/&amp;gt;. Daraus ließe sich ableiten, dass wenn Appellativa mit nicht- belebter Denotation einen Numeruskontrast aufweisen, auch Pronomina und Nomina mit belebter Referenz einen Numeruskontrast zeigen.&lt;br /&gt;
Aus diesen Konditionalzusammenhängen lässt sich auf Silverstein berufend eine Belebtheitshierarchie herausarbeiten. Diese hat Silverstein als mögliche Universalie durch das Zusammentragen verschiedener einzelsprachlicher postuliert und gilt bis dato als eine häufig rezitierte Quelle&amp;lt;ref name=&amp;quot;sil&amp;quot;/&amp;gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       1st, 2nd pers. pronouns &amp;gt; 3rd pers. pronoun &amp;gt; proper name &lt;br /&gt;
       &amp;gt; human common noun &amp;gt; non-human animate common noun &amp;gt; inanimate common noun&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Corbett,_Greville_G.|Corbett]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cor&amp;quot;/&amp;gt; erweiterte diese Hierarchie (extended animacy hierarchy):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       speaker &amp;gt; addressee &amp;gt; 3rd person &amp;gt; kin &amp;gt; human &amp;gt; animate &amp;gt; inanimate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Silverstein und Corbett sind also Pronomina der ersten Person, bzw. auf den Sprecher verweisende [[Lexem|Lexeme]] belebter als Hörer, Tiere oder aber Gegenstände.&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Element dieser Belebtheitshierarchien ist die Salienz. Aus semantischer Sicht ist es nicht ersichtlich, warum in einem Gespräch mit zwei Personen unterschiedliche Belebtheitsgrade angenommen werden können. Denn durch den Umstand, dass ein Gespräch überhaupt stattfinden kann, ist der Beweis einer biologischen Belebtheit aller Aktanten bereits dargelegt worden. Dennoch ordnet ein Sprecher sich selbst eine höhere Belebtheit zu als seinem Hörer. Der Belebtheitshierarchie folgend werden grammatische Phänomene wie die syntaktische Stellung von [[Agens]] und [[Patient|Patiens]] nach ihrem Rang innerhalb der Belebtheitshierarchie zugewiesen. So ist es beispielsweise im Deutschen üblich, das belebte Agens als [[Subjekt]] [[Topicalization|topikalisiert]] voranzustellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grew&amp;quot;/&amp;gt; Neben dem semantischen Kern von Belebtheit, die nach Dahl&amp;lt;ref name=&amp;quot;dahl&amp;quot;/&amp;gt; in bei jeglichen [[Genus]]- und [[Nominalklasse|Nominalklassenzuweisung]] zum Tragen kommt, spielt [[Egophorizität]] eine entscheidende Rolle. [[Kognitive Linguistik|Kognitiv-linguistisch]] betrachtet ist es nicht verwunderlich, dass der Sprecher sich auf Grundlage seiner eigenen Wahrnehmung eine [[Salienz|salientere]] Bedeutung zukommen lässt als seinem Gesprächspartner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Split-Systeme ==&lt;br /&gt;
Neben der syntaktischen [[Konstituente|Konstituentenstellung]] spielt Belebtheit ebenso bei so genannten Split-Systemen eine entscheidende Rolle. Belebtheit ist in diesen Fällen ein Element, welches beim Wechsel von [[Akkusativ]]- zu [[Ergativ|Ergativsystemen]] von Bedeutung ist. Ein sprachliches Beispiel ist das [[Dyirbal]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt;: Hierbei werden Pronomen der 1. und 2. Person in [[Transitiv|transitiven]] und [[Intransitive verb|intransitiven]] Sätzen akkusativisch markiert: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (1) ɲana		banaga-ɲu.&lt;br /&gt;
           wir. 1.Pl. 	komm. zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Wir kamen zurück.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (2) ɲana		ɲurra-na	bura-n.&lt;br /&gt;
           wir. 1.Pl. 	ihr- AKK. 2.Pl	seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Wir sahen euch.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (3) ɲurra 	banaga-ɲu&lt;br /&gt;
           ihr. 2.Pl. 	komm. zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Ihr kamt zurück.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (4) ɲurra        ɲana-na         bura-n.&lt;br /&gt;
           ihr. 2.Pl.   uns- AKK 1.Pl.  seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Ihr saht uns.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Pronomina oder volle Nomina hingegen werden durch das Ergativsystem markiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (5) ɲuma	       banaga-ɲu&lt;br /&gt;
           Vater        kommt.zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Der Vater kam zurück’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (6) Uma	   yabu-ɲgu	  bura-n.&lt;br /&gt;
           Vater    Mutter- ERG	  seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Die Mutter sah den Vater’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird also deutlich, dass in Splitsprachen der Wechsel von Akkusativ- zu Ergatiysystemen strikten Regeln folgt: Werden Pronomina der 1. und 2. Person verwendet, müssen diese numerusunabhängig akkusativisch markiert werden. Anders verhält es sich mit davon abweichenden Nomina wie Pronomen der 3. Person oder Eigennamen. Diese werden mit dem Ergativ versehen. In einigen Fällen ist es möglich Akkusativ- und Ergativsysteme innerhalb einer syntaktischen Struktur zu kombinieren. Hierbei ist es nötig eine Äußerung zu konstruieren, in der ein Pronomen der 1. oder 2. Person zusammen mit einer anderen Nominalphrase, zum Beispiel einem Eigennamen, auftritt&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (7) yabu-ɲgu	 ɲurra-na	bura-n.&lt;br /&gt;
           Mutter- ERG 	 euch- AKK 	seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Mutter sah euch.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begründung für den Wechsel in Split-Systemen entlang der Belebtheitshierarchie führt Krifka&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt; auf, dass in Akkusativ-Systemen der unmarkierte Kasus, der Nominativ, das Agens des transitiven Satzes markiert. In Ergativ-Systemen hingegen zeigt der unmarkierte Kasus, Absolutiv, den Patiens des transitiven Satzes an. Belebte Nomina sind häufiger Agens als Patiens, daher ist es [[Markiertheitstheorie|markiertheitstheoretisch]] nachvollziehbar es in diesen Fällen akkusativisch zu realisieren. Unbelebte Nomina sind überwiegend im Patiensgebrauch, weshalb es weniger Markierung braucht in diesen Fällen den Ergativ zu verwenden. Auch Pronomina verweisen nach Krifka überwiegend auf Personen, nicht auf Dinge. Personen stehen in der Belebtheitshierarchie über Gegenständen, sind folglich belebter, weshalb es hier angebracht ist auf den Akkusativ zurückzugreifen. &lt;br /&gt;
An den aufgeführten Beispielen aus der Split-Sprache Dyirbal ist erkennbar geworden, dass Belebtheit kein rein auf das Lexikon beschränktes linguistisches Element ist. Belebtheit nimmt eine wichtige syntaktische Funktion ein kann unter anderem über die Pronimina- oder Kasuswahl entscheiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verweise == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;&amp;gt;Zifonun 2001&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sil&amp;quot;&amp;gt;[[Silverstein 1976]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cor&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2000&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;grew&amp;quot;&amp;gt;Grewe et al. 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;dahl&amp;quot;&amp;gt;Dahl 2008:144&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;&amp;gt;[http://amor.cms.hu-berlin.de/~h2816i3x/Lehre/2006_VL_Typologie/Typologie_07_GespaltErgativ.pdf Krifka]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis == &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*Bußmann, Hadumod. 2008 Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner.&lt;br /&gt;
*Corbett, G. G. 2000. Number. Cambridge: University Press.&lt;br /&gt;
*Dahl, Östen. 2008. Animacy and egophoricity: Grammar, ontology and phylogeny. ''Lingua'' 118. 141-150.&lt;br /&gt;
*Grewe, T., Bornkessel, I., Zysset, S., Wiese, R., von Cramon, Y., Schlesewsky, M. 2006. Linguistic prominence and Broca`s area: The Influence of animacy as a linearization principle. ''NeuroImage'' 32. 1395- 1402.&lt;br /&gt;
*[http://amor.cms.hu-berlin.de/~h2816i3x/Lehre/2006_VL_Typologie/Typologie_07_GespaltErgativ.pdf Krifka, M. 2013. Ein Sprachtypologischer Überblick. Dimensionen Grammatischer Variation.]&lt;br /&gt;
*[[Silverstein 1976|Silverstein, M. 1976. Hierarchies of Features and Ergativity. In: Dixon, R. M. W. (Hg.). ''Grammatical Categories In Australian Languages''. Canberra. 112-171.]]&lt;br /&gt;
*Zifonun, Gisela. 2001. Grammatik des Deutschen Im Europäischen Vergleich. Studia Linguistica Xx/2001, Breslau: Acta Universitatis Wratislaviensis. 171-186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{wb}}&lt;br /&gt;
[[Category:Cognitive Grammar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CaGreten</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Belebtheit&amp;diff=16542</id>
		<title>Belebtheit</title>
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		<updated>2014-08-21T13:15:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CaGreten: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{TOCright}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belebtheit ==&lt;br /&gt;
Belebtheit (Synonym: Animat; lat. ''animatus'' = ''belebt'') gilt als eine nominale Subkategorie zur Differenzierung zwischen belebten, menschlichen Denotationen (Menschen, Tiere) und anderen unbelebten Referenzen (Gegenstände). Diese Unterscheidung ist unter anderem wichtig bei der Pronominawahl im Deutschen („wer/was“), zur Flexion in den slawischen Sprachen, in einigen [[Bantusprachen]] zur Nominalklasseneinteilung sowie als strukturgebendes [[Ergativ|Ergativelement]] bei Splitsprachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belebtheitshierarchie ==&lt;br /&gt;
Zifonun&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;/&amp;gt; betont, es sei Aufgabe der Sprachtypologie Daten bereitzustellen, um Belebtheit nicht ausschließlich als lexikoninternes Element darzustellen, sondern als universal-grammatisches Strukturprinzip von natürlichen Sprachen. Dabei lässt sich feststellen, dass es sprachübergreifend eine Korrelation zwischen Belebtheit und Numerus zu geben scheint: „Dies kann bedeuten, dass [[Appellativum|Appellativa]] und [[Pronomen_(textlinguistisch)|Pronomina]], die Belebtes denotieren bzw. die zur Referenz auf Belebtes verwendet werden, einen [[Plural]] bilden, während Appellativa, die Unbelebtes denotieren, keine [[Number|Numerusunterscheidung]] aufweisen (…)“&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;/&amp;gt;. Daraus ließe sich ableiten, dass wenn Appellativa mit nicht- belebter Denotation einen Numeruskontrast aufweisen, auch Pronomina und Nomina mit belebter Referenz einen Numeruskontrast zeigen.&lt;br /&gt;
Aus diesen Konditionalzusammenhängen lässt sich auf Silverstein berufend eine Belebtheitshierarchie herausarbeiten. Diese hat Silverstein als mögliche Universalie durch das Zusammentragen verschiedener einzelsprachlicher postuliert und gilt bis dato als eine häufig rezitierte Quelle&amp;lt;ref name=&amp;quot;sil&amp;quot;/&amp;gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       1st, 2nd pers. pronouns &amp;gt; 3rd pers. pronoun &amp;gt; proper name &lt;br /&gt;
       &amp;gt; human common noun &amp;gt; non-human animate common noun &amp;gt; inanimate common noun&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Corbett,_Greville_G.|Corbett]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cor&amp;quot;/&amp;gt; erweiterte diese Hierarchie (extended animacy hierarchy):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       speaker &amp;gt; addressee &amp;gt; 3rd person &amp;gt; kin &amp;gt; human &amp;gt; animate &amp;gt; inanimate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Silverstein und Corbett sind also Pronomina der ersten Person, bzw. auf den Sprecher verweisende [[Lexem|Lexeme]] belebter als Hörer, Tiere oder aber Gegenstände.&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Element dieser Belebtheitshierarchien ist die Salienz. Aus semantischer Sicht ist es nicht ersichtlich, warum in einem Gespräch mit zwei Personen unterschiedliche Belebtheitsgrade angenommen werden können. Denn durch den Umstand, dass ein Gespräch überhaupt stattfinden kann, ist der Beweis einer biologischen Belebtheit aller Aktanten bereits dargelegt worden. Dennoch ordnet ein Sprecher sich selbst eine höhere Belebtheit zu als seinem Hörer. Der Belebtheitshierarchie folgend werden grammatische Phänomene wie die syntaktische Stellung von [[Agens]] und [[Patient|Patiens]] nach ihrem Rang innerhalb der Belebtheitshierarchie zugewiesen. So ist es beispielsweise im Deutschen üblich, das belebte Agens als [[Subjekt]] [[Topicalization|topikalisiert]] voranzustellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grew&amp;quot;/&amp;gt; Neben dem semantischen Kern von Belebtheit, die nach Dahl&amp;lt;ref name=&amp;quot;dahl&amp;quot;/&amp;gt; in bei jeglichen [[Genus]]- und [[Nominalklasse|Nominalklassenzuweisung]] zum Tragen kommt, spielt [[Egophorizität]] eine entscheidende Rolle. [[Kognitive Linguistik|Kognitiv-linguistisch]] betrachtet ist es nicht verwunderlich, dass der Sprecher sich auf Grundlage seiner eigenen Wahrnehmung eine [[Salienz|salientere]] Bedeutung zukommen lässt als seinem Gesprächspartner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Split-Systeme ==&lt;br /&gt;
Neben der syntaktischen [[Konstituente|Konstituentenstellung]] spielt Belebtheit ebenso bei so genannten Split-Systemen eine entscheidende Rolle. Belebtheit ist in diesen Fällen ein Element, welches beim Wechsel von [[Akkusativ]]- zu [[Ergativ|Ergativsystemen]] von Bedeutung ist. Ein sprachliches Beispiel ist das [[Dyirbal]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt;: Hierbei werden Pronomen der 1. und 2. Person in [[Transitiv|transitiven]] und [[Intransitive verb|intransitiven]] Sätzen akkusativisch markiert: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (1) ɲana		banaga-ɲu.&lt;br /&gt;
           wir. 1.Pl. 	komm. zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Wir kamen zurück.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (2) ɲana		ɲurra-na	bura-n.&lt;br /&gt;
           wir. 1.Pl. 	ihr- AKK. 2.Pl	seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Wir sahen euch.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (3) ɲurra 	banaga-ɲu&lt;br /&gt;
           ihr. 2.Pl. 	komm. zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Ihr kamt zurück.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (4) ɲurra        ɲana-na         bura-n.&lt;br /&gt;
           ihr. 2.Pl.   uns- AKK 1.Pl.  seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Ihr saht uns.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Pronomina oder volle Nomina hingegen werden durch das Ergativsystem markiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (5) ɲuma	       banaga-ɲu&lt;br /&gt;
           Vater        kommt.zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Der Vater kam zurück’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (6) Uma	   yabu-ɲgu	  bura-n.&lt;br /&gt;
           Vater    Mutter- ERG	  seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Die Mutter sah den Vater’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird also deutlich, dass in Splitsprachen der Wechsel von Akkusativ- zu Ergatiysystemen strikten Regeln folgt: Werden Pronomina der 1. Und 2. Person verwendet, müssen diese numerusunabhängig akkusativisch markiert werden. Anders verhält es sich mit davon abweichenden Nomina wie Pronomen der 3. Person oder Eigennamen. Diese werden mit dem Ergativ versehen. In einigen Fällen ist es möglich Akkusativ- und Ergativsysteme innerhalb einer syntaktischen Struktur zu kombinieren. Hierbei ist es nötig eine Äußerung zu konstruieren, in der ein Pronomen der 1. oder 2. Person zusammen mit einer anderen Nominalphrase, zum Beispiel einem Eigennamen, auftritt&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (7) yabu-ɲgu	 ɲurra-na	bura-n.&lt;br /&gt;
           Mutter- ERG 	 euch- AKK 	seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Mutter sah euch.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begründung für den Wechsel in Split-Systemen entlang der Belebtheitshierarchie führt Krifka&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt; auf, dass in Akkusativ-Systemen der unmarkierte Kasus, der Nominativ, das Agens des transitiven Satzes markiert. In Ergativ-Systemen hingegen zeigt der unmarkierte Kasus, Absolutiv, den Patiens des transitiven Satzes an. Belebte Nomina sind häufiger Agens als Patiens, daher ist es [[Markiertheitstheorie|markiertheitstheoretisch]] nachvollziehbar es in diesen Fällen akkusativisch zu realisieren. Unbelebte Nomina sind überwiegend im Patiensgebrauch, weshalb es weniger Markierung braucht in diesen Fällen den Ergativ zu verwenden. Auch Pronomina verweisen nach Krifka überwiegend auf Personen, nicht auf Dinge. Personen stehen in der Belebtheitshierarchie über Gegenständen, sind folglich belebter, weshalb es hier angebracht ist auf den Akkusativ zurückzugreifen. &lt;br /&gt;
An den aufgeführten Beispielen aus der Split-Sprache Dyirbal ist erkennbar geworden, dass Belebtheit kein rein auf das Lexikon beschränktes linguistisches Element ist. Belebtheit nimmt eine wichtige syntaktische Funktion ein kann unter anderem über die Pronimina- oder Kasuswahl entscheiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verweise == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;&amp;gt;Zifonun 2001&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;sil&amp;quot;&amp;gt;[[Silverstein 1976]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;cor&amp;quot;&amp;gt;Corbett 2000&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;grew&amp;quot;&amp;gt;Grewe et al. 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;dahl&amp;quot;&amp;gt;Dahl 2008:144&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;&amp;gt;[http://amor.cms.hu-berlin.de/~h2816i3x/Lehre/2006_VL_Typologie/Typologie_07_GespaltErgativ.pdf Krifka]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis == &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*Bußmann, Hadumod. 2008 Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner.&lt;br /&gt;
*Corbett, G. G. 2000. Number. Cambridge: University Press.&lt;br /&gt;
*Dahl, Östen. 2008. Animacy and egophoricity: Grammar, ontology and phylogeny. ''Lingua'' 118. 141-150.&lt;br /&gt;
*Grewe, T., Bornkessel, I., Zysset, S., Wiese, R., von Cramon, Y., Schlesewsky, M. 2006. Linguistic prominence and Broca`s area: The Influence of animacy as a linearization principle. ''NeuroImage'' 32. 1395- 1402.&lt;br /&gt;
*[http://amor.cms.hu-berlin.de/~h2816i3x/Lehre/2006_VL_Typologie/Typologie_07_GespaltErgativ.pdf Krifka, M. 2013. Ein Sprachtypologischer Überblick. Dimensionen Grammatischer Variation.]&lt;br /&gt;
*[[Silverstein 1976|Silverstein, M. 1976. Hierarchies of Features and Ergativity. In: Dixon, R. M. W. (Hg.). ''Grammatical Categories In Australian Languages''. Canberra. 112-171.]]&lt;br /&gt;
*Zifonun, Gisela. 2001. Grammatik des Deutschen Im Europäischen Vergleich. Studia Linguistica Xx/2001, Breslau: Acta Universitatis Wratislaviensis. 171-186.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{wb}}&lt;br /&gt;
[[Category:Cognitive Grammar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>CaGreten</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Belebtheit&amp;diff=16541</id>
		<title>Belebtheit</title>
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		<updated>2014-08-21T13:00:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;CaGreten: Created page with &amp;quot;{{WIP}} {{TOCright}}  == Belebtheit == Belebtheit (Synonym: Animat; lat. ''animatus'' = ''belebt'') gilt als eine nominale Subkategorie zur Differenzierung zwischen belebten, ...&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{WIP}}&lt;br /&gt;
{{TOCright}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belebtheit ==&lt;br /&gt;
Belebtheit (Synonym: Animat; lat. ''animatus'' = ''belebt'') gilt als eine nominale Subkategorie zur Differenzierung zwischen belebten, menschlichen Denotationen (Menschen, Tiere) und anderen unbelebten Referenzen (Gegenstände). Diese Unterscheidung ist unter anderem wichtig bei der Pronominawahl im Deutschen („wer/was“), zur Flexion in den slawischen Sprachen, in einigen [[Bantusprachen]] zur Nominalklasseneinteilung sowie als strukturgebendes [[Ergativ|Ergativelement]] bei Splitsprachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;/&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belebtheitshierarchie ==&lt;br /&gt;
Zifonun&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;/&amp;gt; betont, es sei Aufgabe der Sprachtypologie Daten bereitzustellen, um Belebtheit nicht ausschließlich als lexikoninternes Element darzustellen, sondern als universal-grammatisches Strukturprinzip von natürlichen Sprachen. Dabei lässt sich feststellen, dass es sprachübergreifend eine Korrelation zwischen Belebtheit und Numerus zu geben scheint: „Dies kann bedeuten, dass [[Appellativum|Appellativa]] und [[Pronomen_(textlinguistisch)|Pronomina]], die Belebtes denotieren bzw. die zur Referenz auf Belebtes verwendet werden, einen [[Plural]] bilden, während Appellativa, die Unbelebtes denotieren, keine [[Number|Numerusunterscheidung]] aufweisen (…)“&amp;lt;ref name=&amp;quot;zif&amp;quot;/&amp;gt;. Daraus ließe sich ableiten, dass wenn Appellativa mit nicht- belebter Denotation einen Numeruskontrast aufweisen, auch Pronomina und Nomina mit belebter Referenz einen Numeruskontrast zeigen.&lt;br /&gt;
Aus diesen Konditionalzusammenhängen lässt sich auf Silverstein berufend eine Belebtheitshierarchie herausarbeiten. Diese hat Silverstein als mögliche Universalie durch das Zusammentragen verschiedener einzelsprachlicher postuliert und gilt bis dato als eine häufig rezitierte Quelle&amp;lt;ref name=&amp;quot;sil&amp;quot;/&amp;gt;: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       1st, 2nd pers. pronouns &amp;gt; 3rd pers. pronoun &amp;gt; proper name &lt;br /&gt;
       &amp;gt; human common noun &amp;gt; non-human animate common noun &amp;gt; inanimate common noun&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Corbett,_Greville_G.|Corbett]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;cor&amp;quot;/&amp;gt; erweiterte diese Hierarchie (extended animacy hierarchy):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       speaker &amp;gt; addressee &amp;gt; 3rd person &amp;gt; kin &amp;gt; human &amp;gt; animate &amp;gt; inanimate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Silverstein und Corbett sind also Pronomina der ersten Person, bzw. auf den Sprecher verweisende Lexeme belebter als Hörer, Tiere oder aber Gegenstände.&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Element dieser Belebtheitshierarchien ist die Salienz. Aus semantischer Sicht ist es nicht ersichtlich, warum in einem Gespräch mit zwei Personen unterschiedliche Belebtheitsgrade angenommen werden können. Denn durch den Umstand, dass ein Gespräch überhaupt stattfinden kann, ist der Beweis einer biologischen Belebtheit aller Aktanten bereits dargelegt worden. Dennoch ordnet ein Sprecher sich selbst eine höhere Belebtheit zu als seinem Hörer. Der Belebtheitshierarchie folgend werden grammatische Phänomene wie die syntaktische Stellung von Agens und Patiens nach ihrem Rang innerhalb der Belebtheitshierarchie zugewiesen. So ist es beispielsweise im Deutschen üblich, das belebte Agens als Subjekt topikalisiert voranzustellen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grew&amp;quot;/&amp;gt; Neben dem semantischen Kern von Belebtheit, die nach Dahl&amp;lt;ref name=&amp;quot;dahl&amp;quot;/&amp;gt; in bei jeglichen Genus- und Nominalklassenzuweisung zum Tragen kommt, spielt Egophorizität eine entscheidende Rolle. Kognitiv-linguistisch betrachtet ist es nicht verwunderlich, dass der Sprecher sich auf Grundlage seiner eigenen Wahrnehmung eine salientere Bedeutung zukommen lässt als seinem Gesprächspartner. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Split-Systeme ==&lt;br /&gt;
Neben der syntaktischen Konstituentenstellung spielt Belebtheit ebenso bei so genannten Split-Systemen eine entscheidende Rolle. Belebtheit ist in diesen Fällen ein Element, welches beim Wechsel von Akkusativ- zu Ergativsystemen von Bedeutung ist. Ein sprachliches Beispiel ist das Dyirbal&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt;: Hierbei werden Pronomen der 1. und 2. Person in transitiven und intransitiven Sätzen akkusativisch markiert: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (1) ɲana		banaga-ɲu.&lt;br /&gt;
           wir. 1.Pl. 	komm. zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Wir kamen zurück.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (2) ɲana		ɲurra-na	bura-n.&lt;br /&gt;
           wir. 1.Pl. 	ihr- AKK. 2.Pl	seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Wir sahen euch.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (3) ɲurra 	banaga-ɲu&lt;br /&gt;
           ihr. 2.Pl. 	komm. zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Ihr kamt zurück.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (4) ɲurra        ɲana-na         bura-n.&lt;br /&gt;
           ihr. 2.Pl.   uns- AKK 1.Pl.  seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Ihr saht uns.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Pronomina oder volle Nomina hingegen werden durch das Ergativsystem markiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (5) ɲuma	       banaga-ɲu&lt;br /&gt;
           Vater        kommt.zurück- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Der Vater kam zurück’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (6) Uma	   yabu-ɲgu	  bura-n.&lt;br /&gt;
           Vater    Mutter- ERG	  seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Die Mutter sah den Vater’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wird also deutlich, dass in Splitsprachen der Wechsel von Akkusativ- zu Ergatiysystemen strikten Regeln folgt: Werden Pronomina der 1. Und 2. Person verwendet, müssen diese Numerusunabhängig akkusativisch markiert werden. Anders verhält es sich mit davon abweichenden Nomina wie Pronomen der 3. Person oder Eigennamen. Diese werden mit dem Ergativ versehen. In einigen Fällen ist es möglich Akkusativ- und Ergativsysteme innerhalb einer syntaktischen Struktur zu kombinieren. Hierbei ist es nötig eine Äußerung zu konstruieren, in der ein Pronomen der 1. oder 2. Person zusammen mit einer anderen Nominalphrase, zum Beispiel einem Eigennamen, auftritt&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
       (7) yabu-ɲgu	 ɲurra-na	bura-n.&lt;br /&gt;
           Mutter- ERG 	 euch- AKK 	seh- NONFUT&lt;br /&gt;
           ‘Mutter sah euch.’&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Begründung für den Wechsel in Split-Systemen entlang der Belebtheitshierarchie führt Krifka&amp;lt;ref name=&amp;quot;kri&amp;quot;/&amp;gt; auf, dass in Akkusativ-Systemen der unmarkierte Kasus, der Nominativ, das Agens des transitiven Satzes markiert. In Ergativ-Systemen hingegen zeigt der unmarkierte Kasus, Absolutiv, den Patiens des transitiven Satzes an. Belebte Nomina sind häufiger Agens als Patiens, daher ist es markiertheitstheoretisch nachvollziehbar es in diesen Fällen akkusativisch zu realisieren. Unbelebte Nomina sind überwiegend im Patiensgebrauch, weshalb es weniger Markierung braucht in diesen Fällen den Ergativ zu verwenden. Auch Pronomina verweisen nach Krifka überwiegend auf Personen, nicht auf Dinge. Personen stehen in der Belebtheitshierarchie über Gegenständen, sind folglich belebter, weshalb es hier angebracht ist auf den Akkusativ zurückzugreifen. &lt;br /&gt;
An den aufgeführten Beispielen aus der Split-Sprache Dyirbal ist erkennbar geworden, dass Belebtheit kein rein auf das Lexikon beschränktes linguistisches Element ist. Belebtheit nimmt eine wichtige syntaktische Funktion ein kann unter anderem über die Pronimina- oder Kasuswahl entscheiden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verweise == &lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;buss&amp;quot;&amp;gt;Bußmann 2008:44&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>CaGreten</name></author>
		
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