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		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: /* Juden-Italienisch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Italienisch ==&lt;br /&gt;
Juden-Italienisch (''giudeo-italiano'') ist das gesprochene [[Italienisch]] der noch heute in verschiedenen Gebieten Italiens lebenden Juden und gehört zu den judenromanischen Sprachen ([[Judenromanisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Allgemeines&lt;br /&gt;
# Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische ist heutzutage größtenteils ausgestorben und wird nur noch vereinzelt in den Städten Rom und Livorno gesprochen. &lt;br /&gt;
Im Mittelalter unterschied man zwischen juden-italienischer Schrift- und Sprechsprache. Die Schriftsprache galt als Sprache der Übersetzungen und Glossare religiöser Texte, wohingegen die Sprechsprache die Kommunikationssprache der Hebräer vom 14. bis ins 20. Jahrhundert war.&lt;br /&gt;
Die Studien des Juden-Italienischen, das von den Juden im Mittelalter gebraucht wurde, berufen sich hauptsächlich auf Inschriften, vor allem auf Grabsteine, Bibelübersetzungen, Glossare und Originaltexte. Der älteste juden-italienische Text stammt vom Ende des 12. Jahrhunderts und ist in hebräischer Schrift abgefasst. &lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische kann in verschiedene Varietäten untergliedert werden, welche stets den Charakterzügen des in der jeweiligen Region gesprochenen Dialektes ähnlich sind: ''giudeo-piemontese'', ''giudeo-mantovano'', ''giudeo-veneziano'', ''giudeo-modenese'' und ''giudeo-livornese'' zählen zu den Bekanntesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die juden-italienischen Varietäten besitzen, verglichen mit den von den Christen gesprochenen Dialekten, einen archaischen Charakter. &lt;br /&gt;
Die am stärksten erforschte Varietät des Juden-Italienischen ist das ''giudeo-modenese''. Sie zeigt den archaischen Charakter des Juden-Italienischen, da lat. ''a'' und ''i'' beibehalten werden: gmod. ''skala'', ''skarpa'', ''lima'' vs. mod. ''skale'', ''skarpe'', ''lema''. Des Weiteren unterscheiden sich die Personalpronomina der dritten Person Singular: gmod. ''lu'', ''lei'' vs. mod. ''ló'', ''lê''.&lt;br /&gt;
Ein weiterer allgemeiner Charakterzug aller juden-italienischen Varietäten ist die Präsenz hebräischer Elemente. Häufig finden sich biblische Begriffe wie ''manod'' ‚Geld’, ''melet'' ‚König’ und ''šabato'' ‚Samstag’ wieder. Außerdem gibt es zahlreiche [[juden-spanische]] und juden-portugiesische ([[Juden-Portugiesisch]]) Elemente im Juden-Italienischen von Livorno und jiddische Elemente im Juden-Italienischen von Venedig. So entstehen Wörter mit hebräischer Wurzel und italienischem Suffix und umgekehrt: ''dabberare'' &amp;lt; hebr. ''dibber'' ‚sprechen’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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		<title>Judenportugiesisch</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: /* Juden-Portugiesisch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Portugiesisch == &lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch ist eine judenromanische Sprache ([[Judenromanisch]]) und gilt als eine Varietät des [[Portugiesischen]], die von den Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Allgemeines&lt;br /&gt;
# Das Juden-Portugiesische von Livorno &lt;br /&gt;
# Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden ließen sich in verschiedenen Städten Hollands, Italiens, Frankreichs und Deutschlands nieder. Zu erwähnen sind vor allem die Städte Hamburg, Amsterdam und Livorno, in denen das Juden-Portugiesische, das heutzutage ausgestorben ist, am längsten erhalten blieb. Ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert belegt, dass alle Juden, die in Amsterdam und Livorno lebten, Portugiesisch sprachen. Heute lassen sich noch Spuren des Judenportugiesischen in Familiennamen und in einigen umgangssprachlichen Wörtern der Sprache der Nachfahren der portugiesischen Juden finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Juden-Portugiesische von Livorno ===&lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch gilt als eine Varietät des Portugiesischen mit archaischen Besonderheiten und ist eine wenig erforschte Sprache. Die kompletteste Studie über eine Varietät des Juden-Portugiesischen ist die von Tavani (1959), die sich auf sieben Texte aus Livorno aus dem 18. Jahrhundert stützt. Das Juden-Portugiesische von Livorno wird auch Juden-Livornesisch genannt. Der Grund dafür, dass in Livorno verstärkt Juden-Portugiesisch gesprochen wurde, sind die ''Leggi Livornine'', die um 1600 erlassen wurden und Händlern verschiedenster Herkunft die freie Ausübung ihrer Religion gewährten. Dadurch ließen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Livorno nieder, unter anderem die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden.&lt;br /&gt;
In Livorno wurde sowohl Juden-Portugiesisch als auch [[Juden-Spanisch]] gesprochen, wobei der Gebrauch dieser beiden Sprachen aufgeteilt war. Juden-Portugiesisch galt aufgrund der überlegenen Sprecherzahl als Sprache der Behörden und der Gesetzgebung, während Juden-Spanisch als Literatursprache galt. Juden-Spanisch lebt somit länger als Juden-Portugiesisch und ist immer noch auf Grabinschriften zu finden. Die Verwendung dieser beiden Sprachen wirkt reziprok und hat, auch auf Grund des italienischen Einflusses, Mischformen zur Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die sprachlichen Einflüsse des Italienischen und Spanischen auf das Juden-Portugiesische sind vor allem in der Morphologie zu beobachten. &lt;br /&gt;
Im Juden-Portugiesischen gibt es viele spanische oder italienische Verben, Präpositionen und Konjunktionen, die an das portugiesische System angepasst wurden. &lt;br /&gt;
Häufig finden sich Änderungen im Genus. Beispielsweise sind die im Portugiesischen femininen Wörter ''ordem'' und ''margem'' im Juden-Portugiesischen maskulin: juden-port. ''o ordem'' (mask.) wegen ital. ''l’ordine'' (mask.) oder juden-port. ''o margem'' (mask.) wegen ital. ''il margine''. &lt;br /&gt;
Auf spanischen Einfluss geht die Konstruktion des Passivs mit ''ficar'' zurück, die aufgrund der spanischen Passivkonstruktion mit ''quedar'' entstanden ist. &lt;br /&gt;
Das Juden-Portugiesische weißt zahlreiche archaische Formen und Strukturen auf. ''Haver'' bleibt das einzige Hilfsverb für die zusammengesetzten Zeiten im Aktiv (''ha mostrado'', ''averão recolhido'') und ''ter'' wird fast ausschließlich im Sinne von ‚haben’ gebraucht. Außerdem steht das Relativpronomen ''cujo'' für ‚das’ oder ‚welcher’ (''de cuja filha seigia''). Des Weiteren stehen die Possessivpronomina ohne Artikel: ''a as entradas de nossa Esnoga''.&lt;br /&gt;
In der Phonetik des Juden-Portugiesischen geht die Neutralisierung der Opposition /b/-/v/ auf spanischen Einfluss und die Reduktion /įa/&amp;gt;/a/ der Endung ''-ancia/-encia'' auf italienischen Einfluss zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;br /&gt;
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/vjw/Livorno.html, zuletzt aufgerufen am 04.04.10.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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		<title>Judenitalienisch</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: /* Sprachliche Merkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Italienisch ==&lt;br /&gt;
Juden-Italienisch (''giudeo-italiano'') ist das gesprochene [[Italienisch]] der noch heute in verschiedenen Gebieten Italiens lebenden Juden und gehört zu den judenromanischen Sprachen ([[Judenromanisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# eins Allgemeines&lt;br /&gt;
# zwei Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# drei Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische ist heutzutage größtenteils ausgestorben und wird nur noch vereinzelt in den Städten Rom und Livorno gesprochen. &lt;br /&gt;
Im Mittelalter unterschied man zwischen juden-italienischer Schrift- und Sprechsprache. Die Schriftsprache galt als Sprache der Übersetzungen und Glossare religiöser Texte, wohingegen die Sprechsprache die Kommunikationssprache der Hebräer vom 14. bis ins 20. Jahrhundert war.&lt;br /&gt;
Die Studien des Juden-Italienischen, das von den Juden im Mittelalter gebraucht wurde, berufen sich hauptsächlich auf Inschriften, vor allem auf Grabsteine, Bibelübersetzungen, Glossare und Originaltexte. Der älteste juden-italienische Text stammt vom Ende des 12. Jahrhunderts und ist in hebräischer Schrift abgefasst. &lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische kann in verschiedene Varietäten untergliedert werden, welche stets den Charakterzügen des in der jeweiligen Region gesprochenen Dialektes ähnlich sind: ''giudeo-piemontese'', ''giudeo-mantovano'', ''giudeo-veneziano'', ''giudeo-modenese'' und ''giudeo-livornese'' zählen zu den Bekanntesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die juden-italienischen Varietäten besitzen, verglichen mit den von den Christen gesprochenen Dialekten, einen archaischen Charakter. &lt;br /&gt;
Die am stärksten erforschte Varietät des Juden-Italienischen ist das ''giudeo-modenese''. Sie zeigt den archaischen Charakter des Juden-Italienischen, da lat. ''a'' und ''i'' beibehalten werden: gmod. ''skala'', ''skarpa'', ''lima'' vs. mod. ''skale'', ''skarpe'', ''lema''. Des Weiteren unterscheiden sich die Personalpronomina der dritten Person Singular: gmod. ''lu'', ''lei'' vs. mod. ''ló'', ''lê''.&lt;br /&gt;
Ein weiterer allgemeiner Charakterzug aller juden-italienischen Varietäten ist die Präsenz hebräischer Elemente. Häufig finden sich biblische Begriffe wie ''manod'' ‚Geld’, ''melet'' ‚König’ und ''šabato'' ‚Samstag’ wieder. Außerdem gibt es zahlreiche [[juden-spanische]] und juden-portugiesische ([[Juden-Portugiesisch]]) Elemente im Juden-Italienischen von Livorno und jiddische Elemente im Juden-Italienischen von Venedig. So entstehen Wörter mit hebräischer Wurzel und italienischem Suffix und umgekehrt: ''dabberare'' &amp;lt; hebr. ''dibber'' ‚sprechen’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: /* Juden-Italienisch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Italienisch ==&lt;br /&gt;
Juden-Italienisch (''giudeo-italiano'') ist das gesprochene [[Italienisch]] der noch heute in verschiedenen Gebieten Italiens lebenden Juden und gehört zu den judenromanischen Sprachen ([[Judenromanisch]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# eins Allgemeines&lt;br /&gt;
# zwei Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# drei Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische ist heutzutage größtenteils ausgestorben und wird nur noch vereinzelt in den Städten Rom und Livorno gesprochen. &lt;br /&gt;
Im Mittelalter unterschied man zwischen juden-italienischer Schrift- und Sprechsprache. Die Schriftsprache galt als Sprache der Übersetzungen und Glossare religiöser Texte, wohingegen die Sprechsprache die Kommunikationssprache der Hebräer vom 14. bis ins 20. Jahrhundert war.&lt;br /&gt;
Die Studien des Juden-Italienischen, das von den Juden im Mittelalter gebraucht wurde, berufen sich hauptsächlich auf Inschriften, vor allem auf Grabsteine, Bibelübersetzungen, Glossare und Originaltexte. Der älteste juden-italienische Text stammt vom Ende des 12. Jahrhunderts und ist in hebräischer Schrift abgefasst. &lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische kann in verschiedene Varietäten untergliedert werden, welche stets den Charakterzügen des in der jeweiligen Region gesprochenen Dialektes ähnlich sind: ''giudeo-piemontese'', ''giudeo-mantovano'', ''giudeo-veneziano'', ''giudeo-modenese'' und ''giudeo-livornese'' zählen zu den Bekanntesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die juden-italienischen Varietäten besitzen, verglichen mit den von den Christen gesprochenen Dialekten, einen archaischen Charakter. &lt;br /&gt;
Die am stärksten erforschte Varietät des Juden-Italienischen ist das ''giudeo-modenese''. Sie zeigt den archaischen Charakter des Juden-Italienischen, da lat. ''a'' und ''i'' beibehalten werden: gmod. ''skala'', ''skarpa'', ''lima'' vs. mod. ''skale'', ''skarpe'', ''lema''. Des Weiteren unterscheiden sich die Personalpronomina der dritten Person Singular: gmod. ''lu'', ''lei'' vs. mod. ''ló'', ''lê''.&lt;br /&gt;
Ein weiterer allgemeiner Charakterzug aller juden-italienischen Varietäten ist die Präsenz hebräischer Elemente. Häufig finden sich biblische Begriffe wie ''manod'' ‚Geld’, ''melet'' ‚König’ und ''šabato'' ‚Samstag’ wieder. Außerdem gibt es zahlreiche [[juden-spanische]] und [[juden-portugiesische]] Elemente im Juden-Italienischen von Livorno und jiddische Elemente im Juden-Italienischen von Venedig. So entstehen Wörter mit hebräischer Wurzel und italienischem Suffix und umgekehrt: ''dabberare'' &amp;lt; hebr. ''dibber'' ‚sprechen’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: /* Juden-Portugiesisch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Portugiesisch == &lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch ist eine judenromanische Sprache ([[Judenromanisch]]) und gilt als eine Varietät des [[Portugiesischen]], die von den Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# eins Allgemeines&lt;br /&gt;
# zwei Das Juden-Portugiesische von Livorno &lt;br /&gt;
# drei Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# vier Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden ließen sich in verschiedenen Städten Hollands, Italiens, Frankreichs und Deutschlands nieder. Zu erwähnen sind vor allem die Städte Hamburg, Amsterdam und Livorno, in denen das Juden-Portugiesische, das heutzutage ausgestorben ist, am längsten erhalten blieb. Ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert belegt, dass alle Juden, die in Amsterdam und Livorno lebten, Portugiesisch sprachen. Heute lassen sich noch Spuren des Judenportugiesischen in Familiennamen und in einigen umgangssprachlichen Wörtern der Sprache der Nachfahren der portugiesischen Juden finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Juden-Portugiesische von Livorno ===&lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch gilt als eine Varietät des Portugiesischen mit archaischen Besonderheiten und ist eine wenig erforschte Sprache. Die kompletteste Studie über eine Varietät des Juden-Portugiesischen ist die von Tavani (1959), die sich auf sieben Texte aus Livorno aus dem 18. Jahrhundert stützt. Das Juden-Portugiesische von Livorno wird auch Juden-Livornesisch genannt. Der Grund dafür, dass in Livorno verstärkt Juden-Portugiesisch gesprochen wurde, sind die ''Leggi Livornine'', die um 1600 erlassen wurden und Händlern verschiedenster Herkunft die freie Ausübung ihrer Religion gewährten. Dadurch ließen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Livorno nieder, unter anderem die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden.&lt;br /&gt;
In Livorno wurde sowohl Juden-Portugiesisch als auch [[Juden-Spanisch]] gesprochen, wobei der Gebrauch dieser beiden Sprachen aufgeteilt war. Juden-Portugiesisch galt aufgrund der überlegenen Sprecherzahl als Sprache der Behörden und der Gesetzgebung, während Juden-Spanisch als Literatursprache galt. Juden-Spanisch lebt somit länger als Juden-Portugiesisch und ist immer noch auf Grabinschriften zu finden. Die Verwendung dieser beiden Sprachen wirkt reziprok und hat, auch auf Grund des italienischen Einflusses, Mischformen zur Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die sprachlichen Einflüsse des Italienischen und Spanischen auf das Juden-Portugiesische sind vor allem in der Morphologie zu beobachten. &lt;br /&gt;
Im Juden-Portugiesischen gibt es viele spanische oder italienische Verben, Präpositionen und Konjunktionen, die an das portugiesische System angepasst wurden. &lt;br /&gt;
Häufig finden sich Änderungen im Genus. Beispielsweise sind die im Portugiesischen femininen Wörter ''ordem'' und ''margem'' im Juden-Portugiesischen maskulin: juden-port. ''o ordem'' (mask.) wegen ital. ''l’ordine'' (mask.) oder juden-port. ''o margem'' (mask.) wegen ital. ''il margine''. &lt;br /&gt;
Auf spanischen Einfluss geht die Konstruktion des Passivs mit ''ficar'' zurück, die aufgrund der spanischen Passivkonstruktion mit ''quedar'' entstanden ist. &lt;br /&gt;
Das Juden-Portugiesische weißt zahlreiche archaische Formen und Strukturen auf. ''Haver'' bleibt das einzige Hilfsverb für die zusammengesetzten Zeiten im Aktiv (''ha mostrado'', ''averão recolhido'') und ''ter'' wird fast ausschließlich im Sinne von ‚haben’ gebraucht. Außerdem steht das Relativpronomen ''cujo'' für ‚das’ oder ‚welcher’ (''de cuja filha seigia''). Des Weiteren stehen die Possessivpronomina ohne Artikel: ''a as entradas de nossa Esnoga''.&lt;br /&gt;
In der Phonetik des Juden-Portugiesischen geht die Neutralisierung der Opposition /b/-/v/ auf spanischen Einfluss und die Reduktion /įa/&amp;gt;/a/ der Endung ''-ancia/-encia'' auf italienischen Einfluss zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;br /&gt;
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/vjw/Livorno.html, zuletzt aufgerufen am 04.04.10.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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		<updated>2010-11-05T07:27:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: /* Juden-Portugiesisch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Portugiesisch == &lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch ist eine judenromanische Sprache [[Judenromanisch]] und gilt als eine Varietät des [[Portugiesischen]], die von den Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# eins Allgemeines&lt;br /&gt;
# zwei Das Juden-Portugiesische von Livorno &lt;br /&gt;
# drei Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# vier Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden ließen sich in verschiedenen Städten Hollands, Italiens, Frankreichs und Deutschlands nieder. Zu erwähnen sind vor allem die Städte Hamburg, Amsterdam und Livorno, in denen das Juden-Portugiesische, das heutzutage ausgestorben ist, am längsten erhalten blieb. Ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert belegt, dass alle Juden, die in Amsterdam und Livorno lebten, Portugiesisch sprachen. Heute lassen sich noch Spuren des Judenportugiesischen in Familiennamen und in einigen umgangssprachlichen Wörtern der Sprache der Nachfahren der portugiesischen Juden finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Juden-Portugiesische von Livorno ===&lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch gilt als eine Varietät des Portugiesischen mit archaischen Besonderheiten und ist eine wenig erforschte Sprache. Die kompletteste Studie über eine Varietät des Juden-Portugiesischen ist die von Tavani (1959), die sich auf sieben Texte aus Livorno aus dem 18. Jahrhundert stützt. Das Juden-Portugiesische von Livorno wird auch Juden-Livornesisch genannt. Der Grund dafür, dass in Livorno verstärkt Juden-Portugiesisch gesprochen wurde, sind die ''Leggi Livornine'', die um 1600 erlassen wurden und Händlern verschiedenster Herkunft die freie Ausübung ihrer Religion gewährten. Dadurch ließen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Livorno nieder, unter anderem die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden.&lt;br /&gt;
In Livorno wurde sowohl Juden-Portugiesisch als auch [[Juden-Spanisch]] gesprochen, wobei der Gebrauch dieser beiden Sprachen aufgeteilt war. Juden-Portugiesisch galt aufgrund der überlegenen Sprecherzahl als Sprache der Behörden und der Gesetzgebung, während Juden-Spanisch als Literatursprache galt. Juden-Spanisch lebt somit länger als Juden-Portugiesisch und ist immer noch auf Grabinschriften zu finden. Die Verwendung dieser beiden Sprachen wirkt reziprok und hat, auch auf Grund des italienischen Einflusses, Mischformen zur Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die sprachlichen Einflüsse des Italienischen und Spanischen auf das Juden-Portugiesische sind vor allem in der Morphologie zu beobachten. &lt;br /&gt;
Im Juden-Portugiesischen gibt es viele spanische oder italienische Verben, Präpositionen und Konjunktionen, die an das portugiesische System angepasst wurden. &lt;br /&gt;
Häufig finden sich Änderungen im Genus. Beispielsweise sind die im Portugiesischen femininen Wörter ''ordem'' und ''margem'' im Juden-Portugiesischen maskulin: juden-port. ''o ordem'' (mask.) wegen ital. ''l’ordine'' (mask.) oder juden-port. ''o margem'' (mask.) wegen ital. ''il margine''. &lt;br /&gt;
Auf spanischen Einfluss geht die Konstruktion des Passivs mit ''ficar'' zurück, die aufgrund der spanischen Passivkonstruktion mit ''quedar'' entstanden ist. &lt;br /&gt;
Das Juden-Portugiesische weißt zahlreiche archaische Formen und Strukturen auf. ''Haver'' bleibt das einzige Hilfsverb für die zusammengesetzten Zeiten im Aktiv (''ha mostrado'', ''averão recolhido'') und ''ter'' wird fast ausschließlich im Sinne von ‚haben’ gebraucht. Außerdem steht das Relativpronomen ''cujo'' für ‚das’ oder ‚welcher’ (''de cuja filha seigia''). Des Weiteren stehen die Possessivpronomina ohne Artikel: ''a as entradas de nossa Esnoga''.&lt;br /&gt;
In der Phonetik des Juden-Portugiesischen geht die Neutralisierung der Opposition /b/-/v/ auf spanischen Einfluss und die Reduktion /įa/&amp;gt;/a/ der Endung ''-ancia/-encia'' auf italienischen Einfluss zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;br /&gt;
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/vjw/Livorno.html, zuletzt aufgerufen am 04.04.10.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;E.schertel: Created page with '== Juden-Italienisch == Juden-Italienisch (''giudeo-italiano'') ist das gesprochene Italienisch der noch heute in verschiedenen Gebieten Italiens lebenden Juden und gehört z...'&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Italienisch ==&lt;br /&gt;
Juden-Italienisch (''giudeo-italiano'') ist das gesprochene [[Italienisch]] der noch heute in verschiedenen Gebieten Italiens lebenden Juden und gehört zu den [[judenromanischen Sprachen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# eins Allgemeines&lt;br /&gt;
# zwei Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# drei Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische ist heutzutage größtenteils ausgestorben und wird nur noch vereinzelt in den Städten Rom und Livorno gesprochen. &lt;br /&gt;
Im Mittelalter unterschied man zwischen juden-italienischer Schrift- und Sprechsprache. Die Schriftsprache galt als Sprache der Übersetzungen und Glossare religiöser Texte, wohingegen die Sprechsprache die Kommunikationssprache der Hebräer vom 14. bis ins 20. Jahrhundert war.&lt;br /&gt;
Die Studien des Juden-Italienischen, das von den Juden im Mittelalter gebraucht wurde, berufen sich hauptsächlich auf Inschriften, vor allem auf Grabsteine, Bibelübersetzungen, Glossare und Originaltexte. Der älteste juden-italienische Text stammt vom Ende des 12. Jahrhunderts und ist in hebräischer Schrift abgefasst. &lt;br /&gt;
Das Juden-Italienische kann in verschiedene Varietäten untergliedert werden, welche stets den Charakterzügen des in der jeweiligen Region gesprochenen Dialektes ähnlich sind: ''giudeo-piemontese'', ''giudeo-mantovano'', ''giudeo-veneziano'', ''giudeo-modenese'' und ''giudeo-livornese'' zählen zu den Bekanntesten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die juden-italienischen Varietäten besitzen, verglichen mit den von den Christen gesprochenen Dialekten, einen archaischen Charakter. &lt;br /&gt;
Die am stärksten erforschte Varietät des Juden-Italienischen ist das ''giudeo-modenese''. Sie zeigt den archaischen Charakter des Juden-Italienischen, da lat. ''a'' und ''i'' beibehalten werden: gmod. ''skala'', ''skarpa'', ''lima'' vs. mod. ''skale'', ''skarpe'', ''lema''. Des Weiteren unterscheiden sich die Personalpronomina der dritten Person Singular: gmod. ''lu'', ''lei'' vs. mod. ''ló'', ''lê''.&lt;br /&gt;
Ein weiterer allgemeiner Charakterzug aller juden-italienischen Varietäten ist die Präsenz hebräischer Elemente. Häufig finden sich biblische Begriffe wie ''manod'' ‚Geld’, ''melet'' ‚König’ und ''šabato'' ‚Samstag’ wieder. Außerdem gibt es zahlreiche [[juden-spanische]] und [[juden-portugiesische]] Elemente im Juden-Italienischen von Livorno und jiddische Elemente im Juden-Italienischen von Venedig. So entstehen Wörter mit hebräischer Wurzel und italienischem Suffix und umgekehrt: ''dabberare'' &amp;lt; hebr. ''dibber'' ‚sprechen’.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>E.schertel</name></author>
		
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Portugiesisch == &lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch ist eine [[judenromanische Sprache]] und gilt als eine Varietät des [[Portugiesischen]], die von den Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# eins Allgemeines&lt;br /&gt;
# zwei Das Juden-Portugiesische von Livorno &lt;br /&gt;
# drei Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# vier Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden ließen sich in verschiedenen Städten Hollands, Italiens, Frankreichs und Deutschlands nieder. Zu erwähnen sind vor allem die Städte Hamburg, Amsterdam und Livorno, in denen das Juden-Portugiesische, das heutzutage ausgestorben ist, am längsten erhalten blieb. Ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert belegt, dass alle Juden, die in Amsterdam und Livorno lebten, Portugiesisch sprachen. Heute lassen sich noch Spuren des Judenportugiesischen in Familiennamen und in einigen umgangssprachlichen Wörtern der Sprache der Nachfahren der portugiesischen Juden finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Juden-Portugiesische von Livorno ===&lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch gilt als eine Varietät des Portugiesischen mit archaischen Besonderheiten und ist eine wenig erforschte Sprache. Die kompletteste Studie über eine Varietät des Juden-Portugiesischen ist die von Tavani (1959), die sich auf sieben Texte aus Livorno aus dem 18. Jahrhundert stützt. Das Juden-Portugiesische von Livorno wird auch Juden-Livornesisch genannt. Der Grund dafür, dass in Livorno verstärkt Juden-Portugiesisch gesprochen wurde, sind die ''Leggi Livornine'', die um 1600 erlassen wurden und Händlern verschiedenster Herkunft die freie Ausübung ihrer Religion gewährten. Dadurch ließen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Livorno nieder, unter anderem die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden.&lt;br /&gt;
In Livorno wurde sowohl Juden-Portugiesisch als auch [[Juden-Spanisch]] gesprochen, wobei der Gebrauch dieser beiden Sprachen aufgeteilt war. Juden-Portugiesisch galt aufgrund der überlegenen Sprecherzahl als Sprache der Behörden und der Gesetzgebung, während Juden-Spanisch als Literatursprache galt. Juden-Spanisch lebt somit länger als Juden-Portugiesisch und ist immer noch auf Grabinschriften zu finden. Die Verwendung dieser beiden Sprachen wirkt reziprok und hat, auch auf Grund des italienischen Einflusses, Mischformen zur Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die sprachlichen Einflüsse des Italienischen und Spanischen auf das Juden-Portugiesische sind vor allem in der Morphologie zu beobachten. &lt;br /&gt;
Im Juden-Portugiesischen gibt es viele spanische oder italienische Verben, Präpositionen und Konjunktionen, die an das portugiesische System angepasst wurden. &lt;br /&gt;
Häufig finden sich Änderungen im Genus. Beispielsweise sind die im Portugiesischen femininen Wörter ''ordem'' und ''margem'' im Juden-Portugiesischen maskulin: juden-port. ''o ordem'' (mask.) wegen ital. ''l’ordine'' (mask.) oder juden-port. ''o margem'' (mask.) wegen ital. ''il margine''. &lt;br /&gt;
Auf spanischen Einfluss geht die Konstruktion des Passivs mit ''ficar'' zurück, die aufgrund der spanischen Passivkonstruktion mit ''quedar'' entstanden ist. &lt;br /&gt;
Das Juden-Portugiesische weißt zahlreiche archaische Formen und Strukturen auf. ''Haver'' bleibt das einzige Hilfsverb für die zusammengesetzten Zeiten im Aktiv (''ha mostrado'', ''averão recolhido'') und ''ter'' wird fast ausschließlich im Sinne von ‚haben’ gebraucht. Außerdem steht das Relativpronomen ''cujo'' für ‚das’ oder ‚welcher’ (''de cuja filha seigia''). Des Weiteren stehen die Possessivpronomina ohne Artikel: ''a as entradas de nossa Esnoga''.&lt;br /&gt;
In der Phonetik des Juden-Portugiesischen geht die Neutralisierung der Opposition /b/-/v/ auf spanischen Einfluss und die Reduktion /įa/&amp;gt;/a/ der Endung ''-ancia/-encia'' auf italienischen Einfluss zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;br /&gt;
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/vjw/Livorno.html, zuletzt aufgerufen am 04.04.10.&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Portugiesisch == &lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch ist eine [[judenromanische Sprache]] und gilt als eine Varietät des [[Portugiesischen]], die von den Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Allgemeines&lt;br /&gt;
# Das Juden-Portugiesische von Livorno &lt;br /&gt;
# Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden ließen sich in verschiedenen Städten Hollands, Italiens, Frankreichs und Deutschlands nieder. Zu erwähnen sind vor allem die Städte Hamburg, Amsterdam und Livorno, in denen das Juden-Portugiesische, das heutzutage ausgestorben ist, am längsten erhalten blieb. Ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert belegt, dass alle Juden, die in Amsterdam und Livorno lebten, Portugiesisch sprachen. Heute lassen sich noch Spuren des Judenportugiesischen in Familiennamen und in einigen umgangssprachlichen Wörtern der Sprache der Nachfahren der portugiesischen Juden finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Juden-Portugiesische von Livorno ===&lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch gilt als eine Varietät des Portugiesischen mit archaischen Besonderheiten und ist eine wenig erforschte Sprache. Die kompletteste Studie über eine Varietät des Juden-Portugiesischen ist die von Tavani (1959), die sich auf sieben Texte aus Livorno aus dem 18. Jahrhundert stützt. Das Juden-Portugiesische von Livorno wird auch Juden-Livornesisch genannt. Der Grund dafür, dass in Livorno verstärkt Juden-Portugiesisch gesprochen wurde, sind die ''Leggi Livornine'', die um 1600 erlassen wurden und Händlern verschiedenster Herkunft die freie Ausübung ihrer Religion gewährten. Dadurch ließen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Livorno nieder, unter anderem die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden.&lt;br /&gt;
In Livorno wurde sowohl Juden-Portugiesisch als auch [[Juden-Spanisch]] gesprochen, wobei der Gebrauch dieser beiden Sprachen aufgeteilt war. Juden-Portugiesisch galt aufgrund der überlegenen Sprecherzahl als Sprache der Behörden und der Gesetzgebung, während Juden-Spanisch als Literatursprache galt. Juden-Spanisch lebt somit länger als Juden-Portugiesisch und ist immer noch auf Grabinschriften zu finden. Die Verwendung dieser beiden Sprachen wirkt reziprok und hat, auch auf Grund des italienischen Einflusses, Mischformen zur Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die sprachlichen Einflüsse des Italienischen und Spanischen auf das Juden-Portugiesische sind vor allem in der Morphologie zu beobachten. &lt;br /&gt;
Im Juden-Portugiesischen gibt es viele spanische oder italienische Verben, Präpositionen und Konjunktionen, die an das portugiesische System angepasst wurden. &lt;br /&gt;
Häufig finden sich Änderungen im Genus. Beispielsweise sind die im Portugiesischen femininen Wörter ''ordem'' und ''margem'' im Juden-Portugiesischen maskulin: juden-port. ''o ordem'' (mask.) wegen ital. ''l’ordine'' (mask.) oder juden-port. ''o margem'' (mask.) wegen ital. ''il margine''. &lt;br /&gt;
Auf spanischen Einfluss geht die Konstruktion des Passivs mit ''ficar'' zurück, die aufgrund der spanischen Passivkonstruktion mit ''quedar'' entstanden ist. &lt;br /&gt;
Das Juden-Portugiesische weißt zahlreiche archaische Formen und Strukturen auf. ''Haver'' bleibt das einzige Hilfsverb für die zusammengesetzten Zeiten im Aktiv (''ha mostrado'', ''averão recolhido'') und ''ter'' wird fast ausschließlich im Sinne von ‚haben’ gebraucht. Außerdem steht das Relativpronomen ''cujo'' für ‚das’ oder ‚welcher’ (''de cuja filha seigia''). Des Weiteren stehen die Possessivpronomina ohne Artikel: ''a as entradas de nossa Esnoga''.&lt;br /&gt;
In der Phonetik des Juden-Portugiesischen geht die Neutralisierung der Opposition /b/-/v/ auf spanischen Einfluss und die Reduktion /įa/&amp;gt;/a/ der Endung ''-ancia/-encia'' auf italienischen Einfluss zurück.&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Juden-Portugiesisch == &lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch ist eine [[judenromanische Sprache]] und gilt als eine Varietät des [[Portugiesischen]], die von den Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Allgemeines&lt;br /&gt;
# Das Juden-Portugiesische von Livorno &lt;br /&gt;
# Sprachliche Merkmale&lt;br /&gt;
# Quellen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allgemeines ===&lt;br /&gt;
Die Anfang des 16. Jahrhunderts aus Portugal vertriebenen Juden ließen sich in verschiedenen Städten Hollands, Italiens, Frankreichs und Deutschlands nieder. Zu erwähnen sind vor allem die Städte Hamburg, Amsterdam und Livorno, in denen das Juden-Portugiesische, das heutzutage ausgestorben ist, am längsten erhalten blieb. Ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert belegt, dass alle Juden, die in Amsterdam und Livorno lebten, Portugiesisch sprachen. Heute lassen sich noch Spuren des Judenportugiesischen in Familiennamen und in einigen umgangssprachlichen Wörtern der Sprache der Nachfahren der portugiesischen Juden finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Juden-Portugiesische von Livorno ===&lt;br /&gt;
Juden-Portugiesisch gilt als eine Varietät des Portugiesischen mit archaischen Besonderheiten und ist eine wenig erforschte Sprache. Die kompletteste Studie über eine Varietät des Juden-Portugiesischen ist die von Tavani (1959), die sich auf sieben Texte aus Livorno aus dem 18. Jahrhundert stützt. Das Juden-Portugiesische von Livorno wird auch Juden-Livornesisch genannt. Der Grund dafür, dass in Livorno verstärkt Juden-Portugiesisch gesprochen wurde, sind die ''Leggi Livornine'', die um 1600 erlassen wurden und Händlern verschiedenster Herkunft die freie Ausübung ihrer Religion gewährten. Dadurch ließen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen in Livorno nieder, unter anderem die aus Spanien und Portugal stammenden sephardischen Juden.&lt;br /&gt;
In Livorno wurde sowohl Juden-Portugiesisch als auch [[Juden-Spanisch]] gesprochen, wobei der Gebrauch dieser beiden Sprachen aufgeteilt war. Juden-Portugiesisch galt aufgrund der überlegenen Sprecherzahl als Sprache der Behörden und der Gesetzgebung, während Juden-Spanisch als Literatursprache galt. Juden-Spanisch lebt somit länger als Juden-Portugiesisch und ist immer noch auf Grabinschriften zu finden. Die Verwendung dieser beiden Sprachen wirkt reziprok und hat, auch auf Grund des italienischen Einflusses, Mischformen zur Folge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachliche Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die sprachlichen Einflüsse des Italienischen und Spanischen auf das Juden-Portugiesische sind vor allem in der Morphologie zu beobachten. &lt;br /&gt;
Im Juden-Portugiesischen gibt es viele spanische oder italienische Verben, Präpositionen und Konjunktionen, die an das portugiesische System angepasst wurden. &lt;br /&gt;
Häufig finden sich Änderungen im Genus. Beispielsweise sind die im Portugiesischen femininen Wörter ''ordem'' und ''margem'' im Juden-Portugiesischen maskulin: juden-port. ''o ordem'' (mask.) wegen ital. ''l’ordine'' (mask.) oder juden-port. ''o margem'' (mask.) wegen ital. ''il margine''. &lt;br /&gt;
Auf spanischen Einfluss geht die Konstruktion des Passivs mit ''ficar'' zurück, die aufgrund der spanischen Passivkonstruktion mit ''quedar'' entstanden ist. &lt;br /&gt;
Das Juden-Portugiesische weißt zahlreiche archaische Formen und Strukturen auf. ''Haver'' bleibt das einzige Hilfsverb für die zusammengesetzten Zeiten im Aktiv (''ha mostrado'', ''averão recolhido'') und ''ter'' wird fast ausschließlich im Sinne von ‚haben’ gebraucht. Außerdem steht das Relativpronomen ''cujo'' für ‚das’ oder ‚welcher’ (''de cuja filha seigia''). Des Weiteren stehen die Possessivpronomina ohne Artikel: ''a as entradas de nossa Esnoga''.&lt;br /&gt;
In der Phonetik des Juden-Portugiesischen geht die Neutralisierung der Opposition /b/-/v/ auf spanischen Einfluss und die Reduktion /įa/&amp;gt;/a/ der Endung ''-ancia/-encia'' auf italienischen Einfluss zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Quellen ===&lt;br /&gt;
Sala, Marius: Die romanischen Judensprachen / Les langues judéo-romanes (Art. 476). In: Lexikon der Romanistischen Linguistik (LRL) Bd. 7, hrsg. von Günter Holtus.&lt;br /&gt;
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/vjw/Livorno.html, zuletzt aufgerufen am 04.04.10.&lt;/div&gt;</summary>
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