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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17882</id>
		<title>Rheinischer Fächer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Added Link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen [[Benrather Linie]] und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze im Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://dat-portal.lvr.de/orte/dialektkarten/einteilungskarten/rheinischer-faecher Rheinischer Fächer (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Rheinischer Fächer</title>
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		<updated>2022-04-23T10:04:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze im Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://dat-portal.lvr.de/orte/dialektkarten/einteilungskarten/rheinischer-faecher Rheinischer Fächer (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Rheinischer Fächer</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Fixed broken link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze im Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://dat-portal.lvr.de/orte/dialektkarten/einteilungskarten/rheinischer-faecher Rheinische Fächer (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2022-04-16T11:38:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: /* Weblinks */  updated broken link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Diese Anerkennung wurde 1999 von der [[Nederlandse Taalunie]] angefochten, weshalb die Befürworter verschiedene Legitimierungen anführten (Camps, 2018). Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Mestreechter Taol|Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://dat-portal.lvr.de/orte/dialektkarten/einteilungskarten/limburgisch-rheinlaendische-dialekte Limburgs-rheinländische Dialekte (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (Niederländisch).&lt;br /&gt;
*Camps, Diana, M., J. Legitimating Limburgish. The Reproduction of Heritage. 2018. In ''Standardizing Minority Languages'', Routledge, New York, Lane, Pia &amp;amp; James Costa, &amp;amp; Haley De Korne, eds., 66-83. URL https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/24129. Zugriff 16.04.2022.&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie (Niederländisch). Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17869</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2022-04-16T11:21:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: /* Literatur */  Updated language references&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Diese Anerkennung wurde 1999 von der [[Nederlandse Taalunie]] angefochten, weshalb die Befürworter verschiedene Legitimierungen anführten (Camps, 2018). Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Mestreechter Taol|Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/limburgisch-rheinlaendische_dialekte.html Limburgs-rheinländische Dialekte (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (Niederländisch).&lt;br /&gt;
*Camps, Diana, M., J. Legitimating Limburgish. The Reproduction of Heritage. 2018. In ''Standardizing Minority Languages'', Routledge, New York, Lane, Pia &amp;amp; James Costa, &amp;amp; Haley De Korne, eds., 66-83. URL https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/24129. Zugriff 16.04.2022.&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie (Niederländisch). Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17868</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2022-04-16T09:55:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: /* Status */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Diese Anerkennung wurde 1999 von der [[Nederlandse Taalunie]] angefochten, weshalb die Befürworter verschiedene Legitimierungen anführten (Camps, 2018). Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Mestreechter Taol|Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/limburgisch-rheinlaendische_dialekte.html Limburgs-rheinländische Dialekte (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*Camps, Diana, M., J. Legitimating Limburgish. The Reproduction of Heritage. 2018. In ''Standardizing Minority Languages'', Routledge, New York, Lane, Pia &amp;amp; James Costa, &amp;amp; Haley De Korne, eds., 66-83. URL https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/24129. Zugriff 16.04.2022.&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17867</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17867"/>
		<updated>2022-04-16T09:47:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: /* Literatur */  Added reference to Camps.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Mestreechter Taol|Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/limburgisch-rheinlaendische_dialekte.html Limburgs-rheinländische Dialekte (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*Camps, Diana, M., J. Legitimating Limburgish. The Reproduction of Heritage. 2018. In ''Standardizing Minority Languages'', Routledge, New York, Lane, Pia &amp;amp; James Costa, &amp;amp; Haley De Korne, eds., 66-83. URL https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/24129. Zugriff 16.04.2022.&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Mestreechter_Taol&amp;diff=17772</id>
		<title>Mestreechter Taol</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Mestreechter_Taol&amp;diff=17772"/>
		<updated>2021-03-07T19:10:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Website Mestreechter Taol&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; /məˈstʀeˑxtəʀ tɒˑl/ ‚Maastrichter Sprache‘ ist eine Website, die verschiedene Wörterbücher und linguistische Werkzeuge zum Mestreechs, einem [[Limburgisch|limburgischen]] Dialekt, bereitstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Website auf [[Limburgisch]] wurde in 2014 freigeschaltet und geht auf eine Initiative von Roger Weijenberg zurück. Sie umfasst ein Wörterbuch, das die meisten Suchbgriffe auch mittels des internationalen phonetischen Alphabets ([[IPA]]) darstellt. Außerdem gibt es eine Grammatik mit Konjugations- und Deklinationslisten, ein Reimwörterbuch und eine Sammlung Redewendungen und Sprichwörter. Alle Wörterbücher sind in einer Datenbank zusammengeführt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Uerdinger_Linie&amp;diff=17771</id>
		<title>Uerdinger Linie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Uerdinger_Linie&amp;diff=17771"/>
		<updated>2021-03-07T19:06:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Die [[Ürdinger Linie]] bezeichnet die ik-ich-Isoglosse. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Ürdingen, daher der Name. Nach Westen trifft sie bei Venlo auf die niederländische Grenze und verläuft nach Westen bis Panningen weiter. Hier verzweigt sich die Linie zu einem Linienbündel, das östlich von Löwen an der romanisch-germanische Sprachgrenze endet. Nach Osten verläuft die Linie südlich von Wuppertal und trifft bei Remscheidt auf die [[Benrather Linie]]. Nördlich der Line sagt man ''ik'' und südlich ''ich'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) entsteht die Ürdinger Linie Ende des 13. Jahrhunderts als Seitenspross der Benrather Linie, indem vom Süden aus mittelfränkische Wortformen ins Niederfränkische eindringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Benrather Linie</title>
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		<updated>2021-03-07T19:02:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Die [[Benrather Linie]] bezeichnet die maken-machen-Isoglosse, die die Grenze der [[2. Lautverschiebung| zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung]] darstellt. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Benrath, daher der Name. Nach Westen trifft sie an Geilenkirchen vorbei bei Eygelshoven auf die niederländische Grenze und biegt nach Süden ab. In der niederländischen Provinz Limburg schneidet die Linie eine kleine Ecke ab und verläuft weiter südlich nach Belgien, wo ebenfalls ein kleines deutschsprachiges Gebiet um Eynatten herum vom restlichen Belgien abgetrennt wird. Weiter südlich endet die Linie an Eupen vorbei in den Hohen Vennen an der romanisch-germanische Sprachgrenze. Nach Osten verläuft die Linie nördlich an Köln, Wittenberg und Kassel vorbei bis Frankfurt an der Oder, wobei sie um Berlin einen nördlichen Bogen schlägt. Nördlich der Line sagt man ''maken'' und südlich ''machen'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) hängt die Lage der Lautverschiebungsgrenze mit politischen Veränderungen ab dem 10. Jahrhundert im nach-karolingischen Zentraleuropa zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Die [[Benrather Linie]] bezeichnet die maken-machen-Isoglosse, die die Grenze der [[2. Lautverschiebung| zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung]] darstellt. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Benrath, daher der Name. Nach Westen trifft sie an Geilenkirchen vorbei bei Eygelshoven auf die niederländische Grenze und biegt nach Süden ab. In der niederländischen Provinz Limburg schneidet die Linie eine kleine Ecke ab und verläuft weiter südlich nach Belgien, wo ebenfalls ein kleines deutschsprachiges Gebiet um Eynatten herum vom restlichen Belgien abgetrennt wird. Weiter südlich endet die Linie an Eupen vorbei in den Hohen Vennen an der romanisch-germanische Sprachgrenze. Nach Osten verläuft die Linie nördlich an Köln, Wittenberg und Kassel vorbei bis Frankfurt an der Oder, wobei sie um Berlin einen nördlichen Bogen schlägt. Nördlich der Line sagt man ''maken'' und südlich ''machen'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) hängt die lage der Lautverschiebungsgrenze mit politischen Veränderungen ab dem 10. Jahrhundert im nach-karolingischen Zentral-Europa zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: minor&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Die [[Ürdinger Linie]] bezeichnet die ik-ich-Isoglosse. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Ürdingen, daher der Name. Nach Westen trifft sie bei Venlo auf die niederländische Grenze und verläuft nach Westen bis Panningen weiter. Hier verzweigt sich die Linie zu einem Linienbündel, der östlich von Löwen an der romanisch-germanische Sprachgrenze endet. Nach Osten verläuft die Linie südlich von Wuppertal und trifft bei Remscheidt auf die [[Benrather Linie]]. Nördlich der Line sagt man ''ik'' und südlich ''ich'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) entsteht die Ürdinger Linie Ende des 13. Jahrhunderts als Seitenspross der Benrather Linie, indem vom Süden aus mittelfränkische Wortformen ins Niederfränkische eindringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Initial version&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Die [[Ürdinger Linie]] bezeichnet die ik-ich-Isoglosse. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Ürdingen, daher der Name. Nach Westen trifft sie bei Venlo auf die niederländische Grenze und führt weiter nach Westen bis Panningen. Hier verzweigt sich die Linie zu einem Linienbündel, der östlich von Löwen an der romanisch-germanische Sprachgrenze endet. Nach Osten verläuft die Linie südlich von Wuppertal und trifft bei Remscheidt auf die [[Benrather Linie]]. Nördlich der Line sagt man ''ik'' und südlich ''ich'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) entsteht die Ürdinger Linie Ende des 13. Jahrhunderts als Seitenspross der Benrather Linie, indem vom Süden aus mittelfränkische Wortformen ins Niederfränkische eindringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Content added&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Die [[Benrather Linie]] bezeichnet die maken-machen-Isoglosse, die die Grenze der [[2. Lautverschiebung| zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung]] dartstellt. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Benrath, daher der Name. Nach Westen trifft sie an Geilenkirchen vorbei bei Eygelshoven auf die niederländische Grenze und biegt nach Süden ab. In der niederländischen Provinz Limburg schneidet die Linie eine kleine Ecke ab und verläuft weiter südlich nach Belgien, wo ebenfalls ein kleines deutschsprachiges Gebiet um Eynattenn herum vom restlichen Belgien abgetrennt wird. Weiter südlich endet die Linie an Eupen vorbei in den Hohen Vennen an der romanisch-germanische Sprachgrenze. Nach Osten verläuft die Linie nördlich an Köln, Wittenberg und Kassel vorbei bis Frankfurt an der Oder, wobei sie um Berlin einen nördlichen Bogen schlägt. Nördlich der Line sagt man ''maken'' und südlich ''machen'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) hängt lage der Lautverschiebungsgrenze zusammen mit politischen Veränderungen ab dem 10. Jahrhundert in dem nach-karolingischen Zentral-Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: maken/machen added&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die [[Benrather Linie]] bezeichnet die maken-machen-Isoglosse, die die Grenze der [[2. Lautverschiebung| zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung]] dartstellt. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verlauf==&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Benrath, daher der Name. Nach Westen trifft sie an Geilenkirchen vorbei bei Eygelshoven auf die niederländische Grenze und biegt nach Süden ab. In der niederländischen Provinz Limburg schneidet die Linie eine kleine Ecke ab und verläuft weiter südlich nach Belgien, wo ebenfalls ein kleines deutschsprachiges Gebiet um Eynattenn herum vom restlichen Belgien abgetrennt wird. Weiter südlich endet die Linie an Eupen vorbei in den Hohen Vennen an der romanisch-germanische Sprachgrenze. Nach Osten verläuft die Linie nördlich an Köln, Wittenberg und Kassel vorbei bis Frankfurt an der Oder, wobei sie um Berlin einen nördlichen Bogen schlägt. Nördlich der Line sagt man ''maken'' und südlich ''machen'', letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) hängt lage der Lautverschiebungsgrenze zusammen mit politischen Veränderungen ab dem 10. Jahrhundert in dem nach-karolingischen Zentral-Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Initial version&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die [[Benrather Linie]] bezeichnet eine /k/-/ch/-Isoglosse, die die Grenze der [[2. Lautverschiebung| zweiten oder hochdeutschen Lautverschiebung]] dartstellt. Die Bezeichnung wurde durch Wenker (1915) eingeführt, der als erster die Verwendung der rheinischen Dialekte genau vermessen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Verlauf===&lt;br /&gt;
Die Linie kreuzt den Rhein bei Benrath, daher der Name. Nach Westen trifft sie an Geilenkirchen vorbei bei Eygelshoven auf die niederländische Grenze und biegt nach Süden ab. In der niederländischen Provinz Limburg schneidet die Linie eine kleine Ecke ab und verläuft weiter südlich nach Belgien, wo ebenfalls ein kleines deutschsprachiges Gebiet um Eynattenn herum vom restlichen Belgien abgetrennt wird. Weiter südlich endet die Linie an Eupen vorbei in den Hohen Vennen an der romanisch-germanische Sprachgrenze. Nach Osten verläuft die Linie nördlich an Köln, Wittenberg und Kassel vorbei bis Frankfurt an der Oder, wobei sie um Berlin einen nördlichen Bogen schlägt. Nördlich der Line wird der Laut /k/ und südlich /x/ verwendet, letzteres gemäß der zweiten Lautverschiebung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Geschichte===&lt;br /&gt;
Laut Frings (1956) hängt lage der Lautverschiebungsgrenze zusammen mit politischen Veränderungen ab dem 10. Jahrhundert in dem nach-karolingischen Zentral-Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In Mitteldeutsche Studien. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. 1922.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. Das Rheinische Platt. Marburg: Elwert. Orig. Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet. Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17763</id>
		<title>Rheinischer Fächer</title>
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		<updated>2021-03-04T12:44:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Added year in Wenker reference&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze im Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html Rheinische Fächer (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag. 1877.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17762</id>
		<title>Rheinischer Fächer</title>
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		<updated>2021-03-04T12:42:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze im Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html Rheinische Fächer (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Rheinischer Fächer</title>
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		<updated>2021-03-03T13:53:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: updated link&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html Rheinische Fächer (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-03-03T13:48:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: link updated&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Mestreechter Taol|Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/limburgisch-rheinlaendische_dialekte.html Limburgs-rheinländische Dialekte (LVR)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Website Mestreechter Taol&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; /məˈstʀeˑxtəʀ tɒˑl/ ‚Maastrichter Sprache‘ ist eine Website, die verschiedene Wörterbücher und linguistische Werkzeuge zum Mestreechs, einem [[Limburgisch|limburgischen]] Dialekt, bereitstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Website auf [[Limburgisch]] wurde in 2014 freigeschaltet und geht auf eine Initiative von Roger Weijenberg zurück. Sie umfasst ein Wörterbuch, das die meisten Suchbgriffe auch mittels des internationalen phonetischen Alphabet ([[IPA]]) darstellt. Außerdem gibt es eine Grammatik, mit Konjugations- und Deklinationslisten, ein Reimwörterbuch und eine Sammlung Redewendungen und Sprichwörter. Alle Wörterbücher sind zu einer Datenbank integriert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<updated>2021-03-03T12:48:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Initial version&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Website Mestreechter Taol&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; /məˈstʀeˑxtəʀ tɒˑl/ Maastrichter Sprache‘ ist eine Website, die verschiedene Wörterbücher und linguistische Werkzeuge zum Mestreechs, einem [[Limburgisch|limburgischen]] Dialekt, bereitstellt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Website auf [[Limburgisch]] wurde in 2014 freigeschaltet und geht auf eine Initiative von Roger Weijenberg zurück. Sie umfasst ein Wörterbuch, das die meisten Suchbgriffe auch mittels des internationalen phonetischen Alphabet ([[IPA]]) darstellt. Außerdem gibt es eine Grammatik, mit Konjugations- und Deklinationslisten, ein Reimwörterbuch und eine Sammlung Redewendungen und Sprichwörter. Alle Wörterbücher sind zu einer Datenbank integriert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17757"/>
		<updated>2021-03-03T12:48:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: minor&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Mestreechter Taol|Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17756</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17756"/>
		<updated>2021-03-03T11:33:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch die Niederlande und Belgien bis zur romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert. Die [[Panninger Nebenlinie]] ist die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17755</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17755"/>
		<updated>2021-03-03T10:58:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Extended Goossens part&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. In Deutschland wird Limburgisch nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schrijnen (1902) zieht die Ürdinger Linie weiter durch der Niederlande und Belgien bis an der romanisch-germanische Sprachgrenze. Er definiert die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse), die Zentral- und West- von Ostlimburgisch trennt. Die Linie verläuft von Panningen aus nach Süden ungefähr entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. Westlich der Panninger linie, in Belgien aber auch in Maastricht, wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/, wie im Hochdeutschen, zu /ʃ/ palatalisiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Panninger Nebenlinie definiert er die /sχ/-/ʃ/-Isoglosse (anstelle des germanischen, anlautenden /sk/). Sie verläuft von Panningen aus nach Süden bis zur Sprachgrenze und trennt in Belgien Westlimburgisch von Zenntrallimburgisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Goossens (1965) definiert einige weiteren Trennlinien: Nördlich von Krefeld löst sich die /ou/-/øχ/ ‚euch‘-Linie von der Ürdinger-Linie und erreicht nördlich von Venlo die niederländische Grenze. Diese euch-Linie trennt das Nordniederfränkische (Kleverländisch) vom Südniederfränkischem. Am gleichen Punkt entspringt auch die /zẹgə/-/zaɣə/ ‚sagen‘-Linie, die nach Süden bis zur Sprachgrenze verläuft und das Ostlimburgische Gebiet zweiteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17754</id>
		<title>Rheinischer Fächer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17754"/>
		<updated>2021-03-02T10:12:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typos corrected&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und den niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer Linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (im [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Um 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland allmählich, und der Rheinische Fächer verfestigte sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17753</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17753"/>
		<updated>2021-03-02T09:24:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Updated level of title headings&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=lim&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Name==&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lage==&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. Goossens (1965) erweitert das Konzept, indem er die Isoglossen, die den Fächer aufspannen, auf niederländisches und belgisches Gebiet bis zur romanisch-germanischen Grenze weiterzieht. Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sprecher==&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klassifikation==&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Status==&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dialekte==&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch (Schrijnen, 1902). Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Panninger Linie wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Phonologische Merkmale==&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischen_F%C3%A4chers&amp;diff=17752</id>
		<title>Rheinischen Fächers</title>
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		<updated>2021-03-02T09:21:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Redirecting to page with proper name: Rheinischer Fächer. This page may be deleted.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#REDIRECT [[Rheinischer Fächer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17751</id>
		<title>Rheinischer Fächer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischer_F%C3%A4cher&amp;diff=17751"/>
		<updated>2021-03-02T09:19:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Creating new page with proper name: Rheinische Fächer. Original page had wrongly been named: Rheinischen Fächers&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom Hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde ursprünglich von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und die niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt die den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (dem [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften lokal verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Rund 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland einigermaßen, und der Rheinische Fächer kristallisierte sich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<title>Rheinischen Fächers</title>
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		<updated>2021-03-02T09:17:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom Hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde ursprünglich von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und die niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt die den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (dem [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften lokal verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Rund 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland einigermaßen, und der Rheinische Fächer kristallisierte sich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischen_F%C3%A4chers&amp;diff=17749</id>
		<title>Rheinischen Fächers</title>
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		<updated>2021-03-02T09:10:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischen Fächers|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom Hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischen Fächers|Rheinischer Fächer]] wurde ursprünglich von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und die niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt die den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (dem [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften lokal verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Rund 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland einigermaßen, und der Rheinische Fächer kristallisierte sich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17748</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-03-02T09:07:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Rheinischer Fächer described in separate article&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]], der sich als linguistisches Übergangsgebiet zwischen dem [[Mittelfränkisch|Mittelfränkischen]] und dem [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] entfaltet hat. Goossens (1965) erweitert das Konzept, indem er die Isoglossen, die den Fächer aufspannen, auf niederländisches und belgisches Gebiet bis zur romanisch-germanischen Grenze weiterzieht. Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch (Schrijnen, 1902). Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Panninger Linie wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischen_F%C3%A4chers&amp;diff=17747</id>
		<title>Rheinischen Fächers</title>
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		<updated>2021-03-02T08:54:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischen Fächers|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom Hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischen Fächers|Rheinischer Fächer]] wurde ursprünglich von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und die niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt die den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (dem [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften lokal verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Rund 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland einigermaßen, und der Rheinische Fächer kristallisierte sich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Lang]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Rheinischen_F%C3%A4chers&amp;diff=17746</id>
		<title>Rheinischen Fächers</title>
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		<updated>2021-03-02T08:47:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Initial version&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Definition==&lt;br /&gt;
Der [[Rheinischer Fächer|Rheinische Fächer]] bezeichnet ein [[Dialektkontinuum]] zwischen [[Hochdeutsch]] und [[Niederdeutsch]].&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das niederdeutsche Gebiet unterscheidet sich vom Hochdeutschen dadurch, dass die [[2. Lautverschiebung|zweite deutsche Lautverschiebung]] dort nicht oder nicht vollständig durchgeführt wurde. Schon im Rheinischen Sprachatlas von Wenker (1915) wurde die [[Benrather Linie]] als Trennlinie definiert. Sie verläuft in Ost-West-Richtung von Aachen bis Frankfurt an der Oder, kreuzt den Rhein bei Benrath und trennt das Hochdeutsche im Süden vom Niederdeutschen im Norden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Bezeichung [[Rheinischer Fächer]] wurde ursprünglich von Frings (1956) geprägt. Er erweiterte das Konzept einer einzigen Trennlinie auf ein Übergangsgebiet, das durch einen Linienbündel beschrieben wird, dessen Linien einzelne lautverschobene Wörter trennen. So entstehe ein Lautverschiebungsfächer, der Rheinische Fächer, zwischen den hochdeutschen oder mittelfränkischen Gebieten im Süden und die niederdeutschen oder niederfränkischen Gebieten im Norden des Fächers.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frings (1956) teilt die den Rheinischen Fächer von Süden nach Norden wie folgt ein:&lt;br /&gt;
:1. [[Rheinfränkisch]] zwischen der [[Speyerer Linie]] (p/pf-Isoglosse) und der [[Sankt Goarer Linie]] (wat/was-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:2. [[Moselfränkisch]] zwischen der Sankt Goarer linie und der [[Bad Honnefer Linie]] (dorp/dorf-Isoglosse).&lt;br /&gt;
:3. [[Ripuarisch]] zwischen Bad Honnefer Linie und Benrather Linie.&lt;br /&gt;
:4. [[Limburgisch|Südniederfränkisch/ Limburgisch]] zwischen Benrather und [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Isoglossen lassen sich nach Westen auf niederländischen und belgischen Boden verlängern (Goossens, 1965) und enden an der romanisch-germanischen Sprachgrenze in Südwesten. Nach Westen und Nordwesten wird der Rheinische Fächer vom holländisch-brabantischen Niederfränkisch, nach Norden vom kleverländischen und nach Osten vom westfalischen Dialekt begrenzt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) ist der Meinung, dass es wegen der Verwendung der ch-Pronomina in der limburgischen Region (dem [[mich-Quartier]]) sinnvoller wäre, die Ürdinger anstelle der Benrather Linie als niederdeutsch-hochdeutsche bzw. niederfränkisch-mittelfränkische Grenze anzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Historischer Hintergrund==&lt;br /&gt;
Frings (1956: 5) geht davon aus, dass die sprachlichen Varianten eine Folge der politischen Wirren zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert sind, in denen die politischen Grenzen der ursprünglich karolingischen Grafschaften lokal verschoben wurden. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verursachten ständig ins Niederfränkische hineinstrebende mittelfränkische Wortformen die Ürdinger Linie als Seitenspross der Benrather Linie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Umgekehrt brachten auch (Frings, 1956: 10) die südwärts wandernden Franken aus alter nördlicher Heimat [[ingwäonisch|ingwäonische]] Phänomene mit, die den mittelfränkischen Einfluss nach Norden bremsten. Rund 1500 beruhigte sich die politische Situation im Rheinland einigermaßen, und der Rheinische Fächer kristallisierte sich aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*https://rheinische-landeskunde.lvr.de/de/sprache/wissensportal_neu/sprachkarten_1/dialektkarten_kopie/rheinischer_faecher.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Wenker, Georg. 1915. ''Das Rheinische Platt.'' Marburg: Elwert. Orig. ''Das Rheinische Platt: Den Lehrern des Rheinlandes gewidmet.'' Marburg: Selbstverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Lang]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17745</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-03-02T08:08:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Corrected typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischer Fächer|Rheinischen Lautverschiebungsfächers]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch (Schrijnen, 1902). Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Panninger Linie wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17744</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17744"/>
		<updated>2021-03-02T07:51:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Updated link to 2. Lautverschiebung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinische Lautverschiebungsfächer]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. Lautverschiebung|zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. Lautverschiebung|zweite Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch (Schrijnen, 1902). Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Panninger Linie wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17743</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17743"/>
		<updated>2021-03-01T14:04:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Added reference for Panninger Linie&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinische Lautverschiebungsfächer]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch (Schrijnen, 1902). Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Panninger Linie wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Schrijnen, Jos. 1902. Benrather-, Uerdinger- en Panningerlinie. Tijdschrift voor Nederlandse Taal en Letterkunde 21. 249–252.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17742</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17742"/>
		<updated>2021-03-01T12:03:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Minor edit&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinische Lautverschiebungsfächer]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter Germanisten wird Limburgisch meist als Südniederfränkisch, unter Niederlandisten auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird das anlautende ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Panninger Linie wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17741</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-27T13:23:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Reference to weiches g updated.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinische Lautverschiebungsfächer]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die velaren Frikative [ɣ, x] werden in den limburgischen Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g), welches ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt (Oostendorp, 1997).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Oostendorp, Marc. 1997. ''Onze Taal'' (auf Niederländisch). URL http://www.vanoostendorp.nl/fonologie/hardeg.html, Zugriff: 27.02.2021.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17740</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17740"/>
		<updated>2021-02-27T13:07:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Reference Frings 1956 corrected&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinische Lautverschiebungsfächer]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. . Sprache und Geschichte, Bd. I. In ''Mitteldeutsche Studien''. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17739</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17739"/>
		<updated>2021-02-26T14:35:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Rheinischer Fächer specified.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers|Rheinische Lautverschiebungsfächer]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Mitteldeutsche Studien. In ''Sprache und Geschichte'', Bd. I. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17738</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-26T14:31:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Added Frings reference&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Frings, 1956: 1-13), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Frings, Theodor. 1956. Mitteldeutsche Studien. In ''Sprache und Geschichte'', Bd. I. Halle: Max Niemeyer Verlag. Orig. Die Rheinische Sprachgeschichte. In ''Die Geschichte des Rheinlandes''. 1922.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17735</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-25T08:51:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Minor edit&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17730</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-23T12:50:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Minor update&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Limburgisch (Südniederfränkisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Coda|Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17729</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-23T12:25:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Minor update&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch|Südniederfränkisch (Limburgisch)]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17728</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-23T12:23:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Minor correction&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximant|Approximanten]] [j, β] in der [[Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17727</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17727"/>
		<updated>2021-02-23T12:17:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Updated links&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkisch|Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkisch|Niederfränkischen]] über das [[Ripuarisch|Ripuarische]] und [[Moselfränkisch|Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkisch|Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkisch|Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonant|Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokal|Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthong|Monophthonge]] und 3 [[Diphthong|Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximanten]] [j, β] in der [[Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzent|Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanisch|Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_F%C3%A4cher Rheinischer Fächer auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17726</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-23T12:02:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Updated example table&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache&lt;br /&gt;
|Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSLoc= 51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers= 1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=li&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ([lɪːmbœʁçs]) ist eine [[Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkischen]] über das [[Ripuarische]] und [[Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter Ripuarisch ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum Niederfränkischen. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. Niederfränkisch, Limburgisch und Ripuarisch entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum Ripuarischen, die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die [[Konsonanten]] sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr [[Vokale]] als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthonge]] und 3 [[Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximanten]] [j, β] in der [[Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende [[Tonakzente]] (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗ || sie || geit || aan || mien || ↘ || sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || sie || geht || an || meiner || || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘ || bie || blief || ↘↗ || bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || || Biene || bleibt || || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv ‚eichen‘, in Beispiel (3b) ↘eike ein ‚kleines Ei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘ || ↗ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || || ↘ || eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘ || ↗ || stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || || || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || || ↘ || Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || || || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17725</id>
		<title>Limburgisch</title>
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		<updated>2021-02-23T10:53:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Updated language of Infobox to German&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox_Sprache|&lt;br /&gt;
 Language=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym=Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|Pronunciation=lɪːmbœʁçs&lt;br /&gt;
|Ethn15name=Limburgisch&lt;br /&gt;
|Countries=Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|WALSname=Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|WALSLoc=51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Speakers=1.300.000&lt;br /&gt;
|Family= [[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus=[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|OfficialLg=Niederlande&lt;br /&gt;
|ISO1=&lt;br /&gt;
|ISO2B=&lt;br /&gt;
|ISO2T=&lt;br /&gt;
|Ethn15=lim&lt;br /&gt;
|MPIExt1=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ist eine [[Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkischen]] über das [[Ripuarische]] und [[Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter [[Ripuarisch]] ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum [[Niederfränkischen]]. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. [[Niederfränkisch]], Limburgisch und [[Ripuarisch]] entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum [[Ripuarischen]], die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die '''[[Konsonanten]]''' sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr '''[[Vokale]]''' als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthonge]] und 3 [[Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximanten]] [j, β] in der [[Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende '''[[Tonakzente]]''' (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗sie || geit || aan || mien || ↘sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || sie || geht || an || meiner || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘bie || blief || ↘↗bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || Biene || bleibt || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv 'aus Eichenholz', in Beispiel (3b) ↘eike ein kleines Ei.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘↗eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || ↘eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘↗stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || ↘Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17724</id>
		<title>Limburgisch</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://glottopedia.org/index.php?title=Limburgisch&amp;diff=17724"/>
		<updated>2021-02-21T16:07:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Guido.Notermans: Corrected typos&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{InfoboxLanguage&lt;br /&gt;
|Language         =Limburgisch&lt;br /&gt;
|Autonym          =Limbörgs, Plat&lt;br /&gt;
|Pronunciation    =lɪːmbœʁçs&lt;br /&gt;
|Ethn15name       =Limburgisch&lt;br /&gt;
|OLACname         =&lt;br /&gt;
|WALSname         =Dutch(Limburg)&lt;br /&gt;
|WALSLoc          =51°N, 5°30'E&lt;br /&gt;
|Family           =[[Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
|Genus            =[[Germanisch]]&lt;br /&gt;
|Countries        =Niederlande, Belgien, Deutschland&lt;br /&gt;
|OfficialLg       =Niederlande&lt;br /&gt;
|Speakers         =1.300.000&lt;br /&gt;
|WritingSyst      =&lt;br /&gt;
|ISO              =&lt;br /&gt;
|ISO2B            =&lt;br /&gt;
|ISO2T            =&lt;br /&gt;
|ISO3             =lim&lt;br /&gt;
|WALScode         =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Name===&lt;br /&gt;
Limburgisch ist eine [[Südniederfränkische]] Sprache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Lage===&lt;br /&gt;
Limburgisch wird in den Niederlanden, in Belgien und in Deutschland gesprochen. Limburgisch ist Teil des [[Rheinischen Fächers]] (Knoop &amp;amp; Herrgen, 2016: 569), der sich als linguistisches Übergangsgebiet vom [[Niederfränkischen]] über das [[Ripuarische]] und [[Moselfränkische]] zum [[Rheinfränkischen]] entfaltet hat (Goossens, 1965). Limburgisch wird nach Norden von der [[Ürdinger Linie]] (ik/ich-Isoglosse), nach Süden von der [[Benrather Linie]] (Grenze der [[2. hochdeutschen Lautverschiebung]]) und nach Osten von der [[Westfälischen Linie]] (Einheitsplural-Isoglosse) begrenzt. Im Westen umfasst es ungefähr die niederländischen und belgischen Provinzen Limburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sprecher===&lt;br /&gt;
Laut Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue&amp;gt;https://www.ethnologue.com/language/LIM&amp;lt;/ref&amp;gt; gibt es ungefähr 1,3 Mio. Muttersprachler. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Klassifikation===&lt;br /&gt;
:[[Indogermanisch]] &lt;br /&gt;
::[[Germanisch]] &lt;br /&gt;
:::[[Westgermanisch]]&lt;br /&gt;
::::[[Niederfränkisch]] &lt;br /&gt;
:::::[[Limburgisch]] &lt;br /&gt;
Über die Klassifizierung des Limburgischen gibt es keine Einigkeit. So teilt Glottolog&amp;lt;ref&amp;gt;https://glottolog.org/resource/languoid/id/limb1263&amp;lt;/ref&amp;gt; Limburgisch unter [[Ripuarisch]] ein, das sich allerdings südlich der [[Benrather Linie]] entwickelt hat. Ethnologue&amp;lt;ref name=ethnologue/&amp;gt; zählt es zum [[Niederfränkischen]]. Tatsächlich nimmt es (auch geografisch) eine Zwischenposition ein. [[Niederfränkisch]], Limburgisch und [[Ripuarisch]] entwickelten sich alle drei aus dem [[Altfränkischen]], das im frühen Mittelalter in der Region gesprochen wurde.&lt;br /&gt;
Wie im Niederfränkischen wurde im Limburgischen, im Gegensatz zum [[Ripuarischen]], die [[2. hochdeutsche Lautverschiebung]] nicht durchgeführt. Aus politischen Gründen verblieb Limburgisch bis zum 16. Jahrhundert unter dem Einfluss des Hochdeutschen, während Niederfränkisch sich über die Varianten [[Brabantisch]] und [[Holländisch]] zur niederländischen Standardsprache entwickelte. Danach wurde Limburgisch mehr von der niederländischen Standardsprache beeinflusst. Unter deutschen Linguisten wird Limburgisch als Südniederfränkisch, unter niederländischen auch als Ostniederfränkisch bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Status===&lt;br /&gt;
Politisch wurde Limburgisch in den Niederlanden 1997 als Minderheitssprache&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.coe.int/de/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/148&amp;lt;/ref&amp;gt; anerkannt. Es wurde eine Regulierungsbehörde gegründet ([[Raod veur ’t Limburgs]]&amp;lt;ref&amp;gt;https://decentrale.regelgeving.overheid.nl/cvdr/xhtmloutput/historie/Limburg/74778/74778_1.html&amp;lt;/ref&amp;gt; ‚Rat für Limburgisch‘), die 2003 eine einheitliche Orthographie (Bakkes et al., 2003) festlegte. Im niederländischen Teil des Sprachgebiets wird in allen Bevölkerungsschichten und auch in den Medien Limburgisch gesprochen. Auch wird Limburgisch als mündliche Amtssprache benutzt. Als Schriftsprache wird allerdings Niederländisch verwendet, da die einheitliche Schreibweise noch nicht sehr verbreitet ist. In Belgien und Deutschland droht Limburgisch hingegen auszusterben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dialekte===&lt;br /&gt;
Es gibt im Limburgischen keine Standardsprache. Das Mestreechs, das von den etwa 120.000 Einwohnern in und um Maastricht gesprochen wird, ist am Besten schriftlich dokumentiert. Es gibt ein online [[Wörterbuch Mestreechs-Niederländisch]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mestreechtertaol.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; und eine Grammatik (Weijenberg, 2021).&lt;br /&gt;
Zu den übrigen etwa 1000 örtlichen Varianten in Belgien und den Niederlanden erschien zwischen 1983 und 2004 eine Reihe von Wörterbüchern (Wijnen et al., 2004). Inzwischen ist der Inhalt auch online&amp;lt;ref&amp;gt;https://e-wld.nl/&amp;lt;/ref&amp;gt; durchsuchbar (CLS, 2021).&lt;br /&gt;
Die [[Panninger Linie]] (/s/-/ʃ/-Isoglosse) trennt Westlimburgisch von Zentral- und Ostlimburgisch. Die Linie verläuft etwa entlang der Grenze, die das belgische vom niederländischen Limburg trennt. In Belgien (aber auch in Maastricht) wird ⟨s⟩ wie in der niederländischen Standardsprache immer als /s/ ausgesprochen. Östlich der Grenze wird /s/ vor /p, t, l, m, n, w/ zu /ʃ/ palatalisiert, wie im Hochdeutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Phonologische Merkmale===&lt;br /&gt;
Da es keine limburgische Standardsprache gibt, gibt es vereinzelte Unterschiede zwischen den phonologischen Merkmalen der einzelnen Dialekte. Diese sind aber relativ klein&lt;br /&gt;
im Vergleich zum Unterschied zur niederländischen und zur deutschen Standardsprache. Gussenhoven (1999) beschreibt die Laute des Mestreechs (des Maastrichter Dialekts):&lt;br /&gt;
:Die '''[[Konsonanten]]''' sind wie im Niederländischen, mit Ausnahme der velaren Frikative [ɣ, x]. Diese werden in den meisten Dialekten palatisiert zu [ʝ, ç] (das sog. weiche g) das ein auffälliges Merkmal des Limburgischen darstellt. Zusätzlich verfügt Limburgisch noch über ein [g], wie im Deutschen.&lt;br /&gt;
:Limburgisch kennt mehr '''[[Vokale]]''' als die niederländische oder deutsche Standardsprache. Man kann 22 [[Monophthonge]] und 3 [[Diphthonge]] unterscheiden. Zusätzlich können alle kurzen und langen Vokale auch mit den [[Approximanten]] [j, β] in der [[Koda]] kombiniert werden, wodurch mit 39 verfügbaren Lauten der phonetische Raum sehr gut ausgenutzt wird.&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den vielen Vokalen gibt es im Limburgischen (übrigens auch im Ripuarischen) zwei bedeutungsunterscheidende '''[[Tonakzente]]''' (Hermans und Hinskens, 2010): einen [[Stoßton]] (Akzent 1) und einen [[Schleifton]] (Akzent 2 ). Solche Tonakzente sind in den Nachfolgesprachen des [[Westgermanischen]] selten und kommen eher in einigen nordischen Sprachen, wie z. B. [[Schwedisch]], vor.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gussenhoven und Peters (2008) beschreiben die Anwendung der Tonakzenten im Limburgischen.&lt;br /&gt;
Laute mit '''''Akzent 1''''' ([[IPA]]: ↘) zeigen einen schnellen Intensitätsabfall, gefolgt von einem [[Glottalverschluss]]. Laute mit '''''Akzent 2''''' ([[IPA]] ↘↗) zeigen dagegen anfangs eine hohe Grundfrequenz, die schnell abfällt und zum Schluss wieder langsam bis zur ursprünglichen Tonhöhe ansteigt.&lt;br /&gt;
Mittels Tonakzente können lexikalische Unterschiede kennbar gemacht werden. In Beispiel (1) bezeichnet ↘↗sie das feminine Personalpronomen ‚sie‘ und ↘sie das Nomen ‚Seite‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (1) || ↘↗sie || geit || aan || mien || ↘sie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || sie || geht || an || meiner || Seite&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch in Beispiel (2) gibt der Tonakzent Aufschluss über die Bedeutung: ↘bie ist das Nomen ‚Biene‘, ↘↗bie die Präposition ‚bei‘.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (2) || de || ↘bie || blief || ↘↗bie || mich&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || die || Biene || bleibt || bei || mir&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Beispiel (3a) bezeichnet ↘↗eike das Adjektiv 'aus Eichenholz', in Beispiel (3b) ↘eike ein kleines Ei.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (3) || a. || ↘↗eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || eichen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || ↘eike&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || Ei-chen&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Des Weiteren können Tonakzente funktionale Kategorien markieren. In Beispiel (4a) wird ↘↗stein im Singular, und in Beispiel (4b) wird ↘stein im Plural benutzt.&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
| (4) || a. || 'ne || ↘↗stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || ein || Stein || (Nomen im Singular)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || b. || twè || ↘Stein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| || || zwei || Steine || (Nomen im Plural)&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weblinks===&lt;br /&gt;
*[https://de.wikipedia.org/wiki/Limburgisch Limburgisch auf Wikipedia]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Literatur===&lt;br /&gt;
*Bakkes, Pierre, Herman Crompvoets, Jan Notten &amp;amp; Frans Walraven. 2003. Spelling 2003 voor de limburgse dialecten (auf Niederländisch).&lt;br /&gt;
*CLS (Centre for Language Studies), Radboud University Nijmegen (2021). URL https://e-wld.nl/, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
*Goossens, Jan. 1965. Die gliederung des südniederfränkischen. ''Rheinische Vierteljahresblätter'' 30. 79–94.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos. 1999. The dialect of maastricht. ''Journal of the International Phonetic Association'' 29. 155 – 166.&lt;br /&gt;
*Gussenhoven, Carlos &amp;amp; Jörg Peters. 2008. De tonen van het limburgs (auf Niederländisch) 13. 87–114.&lt;br /&gt;
*Hermans, Ben &amp;amp; Frans Hinskens. 2010. The phonological representation of the limburg tonal accents. In ''Proceedings of the IGGD 2009'', Zuerich, 101–117. Stuttgart: Franz Steiner Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Knoop, Ulrich &amp;amp; Joachim Herrgen. 2016. Rheinischer fächer. In Helmut Glück (ed.), Metzler lexikon sprache, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag GmbH.&lt;br /&gt;
*Weijenberg, Roger (2021). Mestreechter Taol (auf Limburgisch). URL http://www.mestreechtertaol.nl/, Zugriff: 29.01.2021.&lt;br /&gt;
*Wijnen, Antonius, Jan Goossens und P. Goossens (1983–2004). ''Woordenboek der Limburgse Dialecten'' (auf Niederländisch), Bd. 1–40. Assen: van Gorcum. URL https://e-wld.nl/delen, Zugriff 19.02.2021.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Einzelnachweise===&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:De]]&lt;br /&gt;
[[Category:Single language]]&lt;br /&gt;
[[Category:Germanic]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Guido.Notermans</name></author>
		
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